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Kategorie: Kroatien

Wie der Schwulen- und Lesbenverein »Zagreb Pride« in der vergangenen Woche mitteilte, ist es in der kroatischen Hauptstadt wenige Tage zuvor zu einem Überfall auf zwei Schwule gekommen. Die Täter – ein junges Heteropärchen – hätten zunächst den 24-jährigen Kroaten attackiert und ihm die Nase blutig geschlagen. Dabei sollen sie gerufen haben: »Ihr Schwuchteln, verpisst euch, was macht ihr Wichser hier?« Als das Opfer am Boden lag, setzte der junge Mann mit Hilfe seiner Freundin mit Tritten und Fausthieben nach. Daraufhin wurde auch der Begleiter des Opfers, ein spanischer Staatsbürger, verletzt. Der Überfall ereignete sich in der Nacht auf Samstag in einem voll besetzten Bus der Linie 34 Richtung Tresnjevka, einem westlichen Viertel Zagrebs. Der Angriff konnte erst gestoppt werden, als es dem Fahrer gelang, die Türen des Fahrzeugs zu schließen.

»Zagreb Pride« erstattete bei der Polizei mittlerweile Anzeige gegen Unbekannt wegen eines Hassverbrechens. Neben den Opfern der Attacke hat eine Person zur Tat ausgesagt. Bei dem Verein haben sich drei weitere Zeuginnen gemeldet, welche zugunsten der Opfer aussagen wollen. In einer Presseaussendung von »Zagreb Pride« wurde eine Beschreibung des Täters und seiner Freundin abgegeben. Er habe demnach mit einem lokal typischen Akzent gesprochen. »Zagreb Pride« rief alle Zeugen dazu auf, sich beim Polizeirevier in Tresnjevka oder direkt beim Verein zu melden und eine Aussage zum Überfall zu machen.

In allen Ländern Ex-Jugoslawiens, besonders in Kroatien und Serbien, kommt es oft zu Übergriffen auf Schwule und Lesben. So wurde vergangenes Jahr eine Parade zum Christopher Street Day in der Küstenmetropole Split abgebrochen. Die 200 Demoteilnehmer waren mit Steinen, Tränengas und Feuerwerkskörpern angegriffen worden. Fünf Personen wurden verletzt. Darunter waren drei Journalisten, die von der »Gay Pride Split« berichten wollten. Von den 137 Randalierern waren 25 minderjährig. Im Sommer 2002 ging es in Zagreb noch härter zu: in Anlehnung an die Belgrader »Parade des Stolzes« von 2001 rief ein homophober Mob den Demonstranten zu, nach Serbien abzuziehen. Weiters wurden Hitlergrüße gezeigt und »Schwuchteln ins KZ« gerufen.

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