Freitag, 22. September 2017
Solidaritätsanzeige

Solidarität mit dem Widerstand in Griechenland!Streiks, Proteste, Generalstreik – die arbeitenden Menschen in Griechenland wehren sich dagegen, dass die Politik der Verelendung fortgesetzt wird. Der Widerstand erlebt einen neuen Aufschwung.

Die Regierungspartei Syriza präsentiert sich als Unterstützerin der Streikenden. Gleichzeitig drückt sie im Parlament die Maßnahmen durch, die die Regierung mit den Gläubigern der Eurogruppe vereinbart hat und die die Lebensbedingungen der Bevölkerung weiter verschlechtern. Mehrfach rückte in den vergangenen Wochen die Polizei gegen Streikende aus.

Kommunistische Gewerkschafterin bei einer Demonstration 2008. Foto: Andreas Kontokanis (CC BY 2.0)Kommunistische Gewerkschafterin bei einer Demonstration 2008. Foto: Andreas Kontokanis (CC BY 2.0)Wir dokumentieren nachstehend den Aufruf der griechischen Gewerkschaftsfront PAME zum Generalstreik am 12. November 2015:

Jeder auf die Straße zum Streik!
Wir gehen massiv, kämpferisch auf Generalstreik!

  • Wir sagen Nein zum Zerstörung der Sozialversicherung!
  • Keine Wohnung in die Hände der Banker! Blockieren wir die Versteigerungen!
  • Schluß mit dem Steuer-Raub! Steuern runter!
  • Nein zu Entlassungen! Wir fordern sofortige Maßnahmen zum Schutz der Arbeitslosen!
  • Nein zu Hungerlöhnen! Keine Arbeit unter dem Mindestlohn, ohne Kollektivvertrag oder Sozialversicherung!
  • Wiederherstellung alles Verlorenem JETZT! Alle Gehälter und Renten auf ihr vorheriges Niveau wiederherstellen! Alle Anti-Arbeiter-, Anti-Sozialversicherungs-Gesetze abschaffen!
  • Privatisierungen bekämpfen, gegen die Auslieferung von öffentlichem Vermögen an Wirtschaftskonzerne. Gegen die Resultate solcher Entwicklungen, die mit der Verschärfung der Ausbeutung, Entlassungen, mit höheren Preisen für Familien bei Strom, Wasser, Verkehr, Kommunikation und Grundversorgung gegen die Arbeiter einhergegangen sind.

Protest von KKE und KNE am Samstag in Athen. Foto: KKEProtest von KKE und KNE am Samstag in Athen. Foto: KKE

Mitglieder der griechischen Kommunistischen Partei (KKE) und der Kommunistischen Jugend (KNE) haben am Samstag an der Akropolis, dem Wahrzeichen der Hauptstadt Athen, mit zwei Großtransparenten gegen die mörderische Flüchtlingspolitik der EU und der NATO protestiert. Die Banner zeigten in englischer und griechischer Sprache die Losung »EU und NATO machen das Mittelmeer zu einer See des Todes. Stoppt dieses Verbrechen jetzt. Solidarität mit und sofortige Hilfsmaßnahmen für die Flüchtlinge.«

Syriza-Jugend kritisiert RegierungSyriza-Jugend kritisiert RegierungDie EU schaut weiter dem Sterben an ihren Außengrenzen zu. Am Donnerstagabend sank in der Ägäis ein Schiff mit 150 Flüchtlingen an Bord. Wie die griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA berichtete, versuchten Schiffe der Küstenwache und der EU-Grenzschutzagentur Frontex sowie Fischerboote, Überlebende zu bergen. Wie die Agentur meldete, wurde 18 Ertrunkene geborgen, unter ihnen mindestens neun tote Kinder. In einem weiteren Fall wurden die Leichen von zwei Kindern und einer Frau aus dem Wasser geborgen. Bereits am Mittwoch waren mindestens zehn Menschen gestorben, als ihr Boot nördlich der Insel Lesbos sank.

»Die Ägäis spült nicht nur die Körper von Kindern an Land, sondern auch die Kultur der EU«, erklärte der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras im Parlament in Athen. »Ich schäme mich für Europa.« Es sei jetzt die Hauptaufgabe, die humanitäre Katastrophe einzuschränken. Konkreter wurde der Syriza-Politiker nicht.

Das besetzte Arbeitsministerium in Athen. Foto: PAMEDas besetzte Arbeitsministerium in Athen. Foto: PAMEAktivisten der kommunistisch orientierten Gewerkschaftsfront PAME haben am Mittwoch in Athen das Gebäude des griechischen Arbeitsministeriums besetzt. Die Gewerkschafter ließen an der Fassade des Hauses ein großes Transparent herab: »Wir werden nicht die Sklaven des 21. Jahrhunderts sein! Nein zur Zerschlagung der Sozialversicherung, zu den Massenentlassungen, zu den Kürzungen, zur Armut, zur Erwerbslosigkeit!« Zudem enthielt das Transparent einen Aufruf zur Teilnahme an den Aktionen der PAME am 22. Oktober sowie am Generalstreik am 12. November.

Solidarität mit den Flüchtlingen: Tausende Gewerkschafter demonstrieren in Athen. Foto: PAMESolidarität mit den Flüchtlingen: Tausende Gewerkschafter demonstrieren in Athen. Foto: PAME

Tausende Menschen sind am Mittwochabend in Athen einem kurzfristigen Aufruf der Gewerkschaftsfront PAME gefolgt und haben gegen die Flüchtlingspolitik der EU und der griechischen Regierung demonstriert. In der Nähe der Metrostation Panepistimio startend zog die Demonstration über den Syntagma-Platz zum Sitz der EU im Athener Regierungsviertel. Die über skandierte Parolen vermittelte Aussage der Demo war klar: Solidarität mit Flüchtlingen heißt Klassenkampf. »Griechen und Flüchtlinge – vereinigte Arbeiter« war einer der Rufe auf der Demonstration. Parolen wie »Krieg dem Krieg des Kapitals« und »Weg mit der Imperialistenklasse« sowie das am Gebäude der EU-Vertretung in Athen angebrachte Transparent »Mörder, Räuber, Heuchler – das sind die europäischen Imperialisten« zeigten: Es gilt, Fluchtursachen zu bekämpfen und nicht Flüchtlinge.

Erst am gestrigen Mittwoch wurde er in Athen zum stellvertretenden griechischen Minister für Transport, Infrastruktur und Netzwerke ernannt: Dimitris Kammenos, Politiker der kleinen Partei »Unabhängige Griechen« (ANEL), die mit der SYRIZA zusammen die neue griechische Regierung bildet. Diese hatte sich schon länger offen rassistisch und homophob geäußert. Nachdem in den Medien nun Belege für seine rassistischen Postings im Internetdienst Twitter veröffentlicht wurden, flüchtete sich Kammenos zunächst in die Behauptung, sein Twitterkonto sei gehackt worden. Dann löschte er seinen gesamten Account.

Ali Ruckert, Vorsitzender der Kommunistischen Partei Luxemburgs, kommentiert in der Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek den Wahlausgang in Griechenland:

Bei den griechischen Parlamentswahlen vom Sonntag gibt es einen eindeutigen Gewinner, und der heißt Alexis Tsipras. Er wird in einer Neuauflage der Koalition zwischen Syriza und der rechtspopulistischen Partei ANEL, die nach den Januar-Wahlen gebildet wurde, erneut Ministerpräsident.

Sitzverteilung im griechischen Parlament. Grafik: SDAJ goes HellasSitzverteilung im griechischen Parlament. Grafik: SDAJ goes HellasEine Delegation der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) befindet sich derzeit auf einer Solidaritätsreise in Griechenland. Sie erlebten am vergangenen Sonntag die Parlamentswahlen in dem südeuropäischen Land, bei denen die bisherige Regierungskoalition bestätigt wurde. Auf ihrem Blog »SDAJ goes Hellas« veröffentlichten sie nun eine Analyse des Urnengangs, die wir nachstehend dokumentieren:

Zum zweiten Mal innerhalb dieses Jahres haben die Griechen ein neues Parlament gewählt. Geändert hat sich so gut wie nichts. Die sozialdemokratische SYRIZA hat mit über 35,5 Prozent  der Stimmen die Wahlen gewonnen, die konservative Nea Dimokratia liegt mit 28,1 Prozent  deutlich darunter. Die faschistische Chrysi Avgi (Goldene Morgendämmerung) konnte mit 7 Prozent  ihr Ergebnis von 2012 wiederherstellen, nachdem sie in den Januarwahlen leicht Stimmen verloren hatte.

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