Mittwoch, 28. Juni 2017
Solidaritätsanzeige

Internationale Föderation der WiderstandskämpferInternationale Föderation der WiderstandskämpferAm vergangenen Wochenende tagte in der bulgarischen Hauptstadt Sofia der XVI. ordentliche Kongress der  Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR). Delegierte aus allen Teilen Europas, von Portugal bis Russland und von Dänemark bis Griechenland, zogen eine Bilanz der erfolgreichen Arbeit der vergangenen drei Jahre und beschlossen Schwerpunkte der zukünftigen Tätigkeit.

Höhepunkte seit dem letzten Kongress waren eine Festveranstaltung zum 60. Gründungsjubiläum der FIR im Juli 2011 im Alten Rathaus von Wien sowie die Verleihung des Michel-Vanderborght-Preises im Festsaal des belgischen Parlaments vor wenigen Monaten. Von großer Bedeutung war auch das Internationale Jugendtreffen »Der Zug der Tausend« im Mai 2012 in der Gedenkstätte Auschwitz, das gemeinsam mit dem Institut des Vétérans und der Auschwitz-Stiftung durchgeführt wurde. Zwei wichtige Beiträge zur Geschichtsarbeit waren die Herausgabe der »Landkarte der nazistischen Konzentrationslager und Haftstätten in Mitteleuropa« sowie die Eröffnung der Ausstellung »Antifaschistischer Widerstandskampf in Europa« im Sommer 2013 im Europaparlament in Brüssel. Beide Projekte konnten ebenfalls mit dem Institut des Vétérans realisiert werden.

Am 3. Oktober hat der Energiekonzern RWE den Zuschlag für eine 49-prozentige Beteiligung an dem umstrittenen Kernkraftwerk Belene erhalten. Der Projektstandort liegt in einer seismisch aktiven Zone (zu Deutsch: Erdbebengebiet!) im Norden Bulgariens, nur wenige Kilometer von der rumänischen Grenze entfernt. Umweltorganisationen halten Belene für eines der gefährlichsten Atomkraftwerke, die derzeit in Europa in Angriff genommen werden. Sie verweisen auf die bewegte Geschichte des Vorhabens, das Anfang der achtziger Jahre konzipiert und nach dem Regierungswechsel in Bulgarien zunächst eingestampft wurde. „1983 haben selbst sowjetische Wissenschaftler vor dem Bau eines Atomkraftwerks an diesem Standort gewarnt. Schließlich ist die Region um Belene 1977 von einem starken Erdbeben erschüttert worden und nur wenige Kilometer vom geplanten AKW-Standort sind 120 Menschen umgekommen," berichtet Heffa Schücking von der Umweltorganisation urgewald. Mit dieser Investition spiele RWE „russisches Roulette mit der Gesundheit und Sicherheit von Millionen von Europäern," so Schücking.

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