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Österreich

GBH OesterreichDie Gewerkschaft Bau-Holz und die Arbeiterkammer Salzburg fordern einen Rechtsanspruch auf Hitzefrei ab 32,5 Grad und Extra-Pausen für Maskenträger. Große Hitze und schweißtreibende Arbeit – diese für Körper und Geist fordernden Bedingungen stellen Jahr für Jahr die Beschäftigten auf Baustellen vor enorme Herausforderungen. Doch heuer ist kein gewöhnlicher Sommer: Die Corona-Krise und damit verbundene Maßnahmen – wie zum Beispiel das Tragen von Schutzmasken – sorgen für eine noch die dagewesene Extremsituation. Zum Schutze der Gesundheit fordern AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder und GBH-Landesgeschäftsführer Kurt Neckermann: „Erstens braucht es eine neue Hitzefrei-Regelung. Konkret heißt das: Klettert die Temperatur auf über 32,5 Grad Celsius, sind alle Bauunternehmen verpflichtet, ihren Beschäftigten freizugeben. Und zweitens brauchen jene, die bei ihrer Tätigkeit Corona-Schutzmasken tragen müssen, verpflichtende Extra-Pausen.“

Rechtsanspruch auf hitzefrei ab 32,5 Grad

Am Bau sind die Bedingungen besonders hart, da eine Verlegung der Arbeiten in den Schatten vielfach nicht möglich ist. Zum Schutz der Beschäftigten hat auf Forderung der GBH der Gesetzgeber im vergangenen Jahr daher die Hitzeregelung ab 32,5 °C geschaffen – durchaus mit Erfolg: „Vergangenes Jahr hat jede 2. Firma die Hitzeregelung genutzt. Dadurch haben 39.122 Bauarbeiter aus 5.245 Betrieben hitzefrei bekommen“, sagt Kurt Neckermann und erklärt: „Seit 1. Mai 2019 gilt die Hitzeregelung bei 32,5 °C, statt wie bisher ab 35 °C. Wenn die Arbeiten aus diesem Grund eingestellt werden, greift die ‚Schlechtwetter‘-Regelung und Arbeiterinnen und Arbeiter erhalten 60 % des Lohns. Für die Betriebe entstehen keine Kosten, da die Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK) den Betrieben den Ausfall refundiert.“

Als nächster Schritt muss aus Sicht von GBH und AK eine gesetzliche Regelung Unternehmer, die selbst bei dieser extremen Temperatur nicht freigeben, dazu zwingen: „Dabei wurde ja schon stundenlang gearbeitet, bevor es am Nachmittag überhaupt 32,5° C im Schatten hat. Kein Bauwerk kann so wichtig sein, dass dafür die Gesundheit der Arbeiter gefährdet wird. Es braucht daher einen Rechtsanspruch auf hitzefrei.

Fehlende Erholung kann zum Tod führen

Neben dem Rechtsanspruch auf Hitzefrei für Bauarbeiter, fordern AK und GBH Salzburg mehr Pausen, wenn Corona-Schutzmasken getragen werden. Müssen Beschäftigte wegen ihrer Tätigkeit eine Schutzmaske tragen – weil sie den Sicherheitsabstand nicht einhalten können – brauchen sie mehr Zeit, um sich zu erholen. Das heißt: Analog zur „Bildschirm-Pause“ sollen die Bauarbeiter alle 50 Minuten ihre Tätigkeit für 10 Minuten unterbrechen dürfen. „Solche Pausen gelten dann allerdings als Arbeitszeit“, betont der AK-Präsident „Im schlimmsten Fall kann fehlende Erholung gepaart mit schwerer Arbeit, Flüssigkeitsverlust und Sauerstoffmangel durch das Tragen einer Corona-Schutzmaske zum Tod führen. Und das darf auf keinen Fall passieren.“

Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz, Josef Muchitsch, sitzt für die SPÖ im Parlament, und kann eine solche Regelung jederzeit beantragen. Sollte sie sie schwarz-grüne Regierung zieren, könnte ja als erster Schritt zur Einleitung von Kampfmaßnahmen die aktuelle Großbaustelle Parlament bestreikt werden.

Quelle: bau​-holz​.at

Quelle:

Zeitung der Arbeit

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