Nach dem Bekanntwerden eines Corona-Hotspots in einem Schlachtbetrieb im Bezirk Horn kritisiert die Partei der Arbeit Österreichs (PdA) die Bundes- und Landesregierung. Es sei der Verantwortungs- und Sorglosigkeit der politischen Handlungsträger und der Behörden zuzuschreiben, dass mindestens 34 Arbeiter infiziert und 244 vorerst in Quarantäne sind.

Armin Kollarik, PdA-Gemeinderat in Niederösterreich, verweist darauf, dass es die kapitalistische Profitmacherei und die Ausbeutung der Arbeiter sind, die zu solchen Ergebnissen führen. „Das bedenkenlose ‚Wiederhochfahren‘ der Wirtschaft trotz CoViD-19-Epidemie dient vor allem der Sicherung der Profite der Unternehmen“, stellt Kollarik fest. „Abermals zeigt sich, dass bei diesen Entscheidungen die Gesundheit der Arbeiter und Angestellten zu wenig Beachtung gefunden hat. Wir haben steigende Infektionszahlen, aber um das Schicksal der arbeitenden Menschen kümmern sich Bundes- und Landesregierung offenbar nicht ausreichend.“

Kein Erfolg des Screening-Programms

Anzumerken ist jedoch, dass es im fraglichen Unternehmen sogar freiwillige (!) Sicherheitsmaßnahmen gab – nämlich eine Schleuse und Drehkreuze –, doch reichte dies offenkundig nicht aus: Innerhalb des Betriebes konnte sich das Virus nichtsdestotrotz ungehindert unter den anwesenden Personen ausbreiten, wie die Durchseuchungsrate von – bislang – 14% zeigt. Doch gerade in der notwendigen Lebensmittelproduktion müssten erhöhte Standards eingefordert und auch mit technischer und finanzieller Unterstützung der Behörden verpflichtend umgesetzt werden. „Die kolportierte Behauptung, der Horner Cluster wäre nun durch das Screening-Programm entdeckt worden, ist eine Ente“, erklärt Kollarik. „Tatsächlich wurden diese Tests erst dann vorgezogen, als bereits der erste Arbeiter auf dessen Eigeninitiative positiv getestet worden war. Weder die Arbeitnehmer noch die Betriebe dürfen von der Politik derart im Stich gelassen werden.“ Die Gesundheitslandesrätin wolle nun auf absurde Weise aus dieser Cluster-Entdeckung sogar einen „Erfolg“ machen, doch sei es lediglich das eigene Versagen, das nun aufgedeckt wurde.

Profite wichtiger als Gesundheit?

„Aus dem Tönnies-Skandal in Deutschland sowie den Corona-Fällen in Schlachthöfen in Oberösterreich hat man in Niederösterreich keineswegs genug gelernt“, meint der PdA-Gemeinderat aus Neusiedl/Zaya weiter. „Die Bedingungen in solchen Betrieben scheinen eine ideale Umgebung für das Corona-Virus zu schaffen. Dass es den Behörden nicht gelungen ist, effektivere Vorsichtsmaßnahmen umzusetzen, wirft kein gutes Licht auf die verantwortliche Politik und die gegebene Wirtschaftsform.“ Wenn es immer nur um den größtmöglichen Gewinn, die billigste Produktion und die maximale und rücksichtslose Ausbeutung der Arbeiter ginge, dann sei es nur logisch, dass regelmäßig solche Fälle auftreten. „Die Gesundheit und das Leben der Arbeiter müssen Vorrang haben vor den Profitinteressen des Kapitals und seiner Lobby-Parteien – dafür steht die Partei der Arbeit. Wir hoffen, dass alle Infizierten des Betriebes rasch und ohne Komplikationen genesen“, schließt Kollarik.

Quelle:

Zeitung der Arbeit

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