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Österreich

Zeitung der ArbeitNach dem Wüten eines faschistischen Hetzmobs unter den Augen der Wiener Polizei üben sich die großen Medien in rassistisch gefärbter Täter-Opfer-Umkehr. Liest man etwa das Gratisblatt „Heute“, muss man den Eindruck bekommen, dass eine „Kurden-Demo“ gewalttätig durch die Stadt gezogen sei. Wenig besser der liberale „Standard“, der hauptsächlich Polizeimeldungen abschreibt und so nationalistische und gewalttätige Provokateure als „türkische Passanten, die Unmut äußern“ verharmlost.

Diese Formulierung findet sich in etlichen Zeitungsberichten der letzten Tage und zeigt deutlich: Viele Medien sind nicht nur zu feig und/oder untertänig, um die Darstellung der völlig planlosen Exekutive zu hinterfragen, sie machen sich nicht einmal die Mühe, eigenständig Texte zu verfassen (oder gar vor Ort zu recherchieren).

Wenn Angriffe des Graue Wölfe-Packs auf eine angemeldete Kundgebung von unterschiedlichsten Organisationen und Einzelpersonen – Fraueninitiativen, antifaschistische Kräfte, gewerkschaftliche Bündnisse, kurdische Vereine und türkische Linke – als ethnischer Konflikt zwischen Türken und Kurden dargestellt werden, ist das rassistisch. Die religiös-nationalistische Rechte will genau das: sich als Verkörperung der türkischen Gemeinschaft inszenieren (und Säkulare, Feministinnen, Gewerkschafter, klassenorientierte und internationalistische Kräfte usw. mit allen Mitteln bis hin zum Mord aus dieser entfernen). Die von Fakten ungetrübte mediale Berichterstattung der letzten Tage zielt auf eine ausländerfeindliche „alle abschieben“-Mentalität ab und fällt damit offenbar auf fruchtbaren Boden.

Den mit der Polizei verhaberten, ökonomisch von Konzernen abhängigen und im Eigentum weniger Medien-Oligarchen (und ‑innen) befindlichen Zeitungen kann nicht einmal in Berichten darüber, was sprichwörtlich vor der eigenen Haustür vor sich geht, getraut werden. Sie schreiben ethnische Konflikte herbei oder erklären die Angegriffenen zu den Verursachern von Gewalt und betätigen sich so als geistige Brandbeschleuniger.

Quelle:

Zeitung der Arbeit

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