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Österreich

Nachdem die Kundgebung und Demonstration gegen einen faschistischen Angriff, der am Vortag auf eine Frauenkundgebung stattgefunden hatte, zu Ende war, und die Provokationen der „Grauen Wölfe“ am Rande der Manifestation zurückgeschlagen werden konnte, folgte am Abend neuerlich ein offener Überfall mit auf zwei Vereinslokale im „Ernst-Kirchweger-Haus“ in der Wielandgasse in Wien-Favoriten.

Machtvolle Manifestation gegen Faschismus

Die Kundgebung, die am Nachmittag in der Favoritner Fußgängerzone stattfand, und zu der auch die Partei der Arbeit (PdA) aufgerufen hatte, erwies sich als machtvolle Manifestation gegen Faschismus. Etwa 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer protestierten gegen die faschistischen Übergriffe und Provokationen vom Vortag.

Der Sprecher des VITD und Vorsitzender von KOMintern, Nadir Aykut, bei seiner Rede auf der antifaschistischen Kundgebung. Foto: PdA

„Es ist eine Schande, dass die österreichische Polizei die Faschisten nicht entfernen konnte oder wollte, und dass die DemoteilnehmerInnen stundenlang förmlich belagert wurden“ schrieb die Partei der Arbeit in einer Stellungnahme zu den Ereignissen vom Vortag und weiter: „Ebenso ist es unerträglich, dass in der medialen Berichterstattung die lapidare polizeiliche Darstellung eines Zusammentreffens „rivalisierender Gruppen“ übernommen wurde: Ja, Faschisten und Antifaschisten sind in der Tat entgegengesetzte Gruppen, aber man darf und muss sie auch benennen – und dabei kann es keine Neutralität geben.“

Angriffe mit Steinen und Feuerwerkskörpern

Stunden nach der friedlich zu Ende gegangenen Demonstration erfolgte dann der neuerliche Angriff. Das an der Ecke Gudrunstraße/Wielandgasse befindliche Vereinslokal des migrantischen Vereins DIDF wurde unter Allah-u-Akabr-Rufen, dem „Wolfsgruß“ der Grauen Wölfe und dem Gruß des IS mit Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen, Scheiben gingen zu Bruch. Die im Lokal befindlichen Aktivistinnen und Aktivisten konnten ein Eindringen der Angreifer mit Fahnenstangen gerade noch abwehren. Die zuerst gar nicht und dann zögerlich vorhanden Polizeipräsenz animierte den Mob dann zum nächsten Angriff. Sie versuchten in die Vereinsräumlichkeiten der VITD, einem Verein von Jugendlichen und Arbeitern aus der Türkei in Österreich, einzudringen. Auch daran konnten sie gehindert werden. Es braute sich jedoch ein noch weiter größerer faschistischer Mob zusammen, als noch am Vortag, und belagerte die beiden Vereine. Erst mit einiger Verspätung trafen Polizeikräfte ein, die Angreifer wurden abgedrängt, und randalierten weiter. Auch die Feuerwehr war mit mehreren Löschfahrzeugen und einer Drehleiter im Einsatz, da ein Feuerwerkskörper am Dach des Gebäudes und auf weiterer auf dem Balkon eines Hauses zu starker Rauchentwicklung geführt hatte.

Der faschistische Mob während des Angriffs in der Wielandgasse. Lange war weit und breit nichts von der Polizei zu sehen. Foto: ATİK Haber Merkezi / AHM

Nehammer-Polizei lässt gewaltbereiten Mob lange gewähren

Der Nehammer-Polizei ist offenbar nicht bewusst, worum es hier geht, oder sie lässt das absichtlich so laufen. Ein aufgehetzter, gewaltbereiter Mob will türkische Verhältnisse in der Bundeshauptstadt etablieren! Antifaschisten, Kurden, Aleviten, Frauenorganisationen, kurz alle, die gegen das reaktionäre Weltbild der Anhänger Erdogans, des IS und des Osmanischen Reichs sind, sollen terrorisiert werden. Anstatt hier durchzugreifen, spielt die Polizei Zuschauer und schreitet erst ein, wenn es unumgänglich ist. Auch gestern konnten die Faschisten wieder ungehindert und massenhaft den verbotenen Gruß der „Grauen Wölfe“ zeigen, den erhobenen Finger des IS und sich lange Zeit ungehindert mit ihren Aggressionen ausbreiten. Angeblich wurden dann doch ein paar dieser widerlichen Figuren wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt festgenommen. Wenn das alles ist, was der Polizei dazu einfällt, dann Gute Nacht!

Quelle:

Zeitung der Arbeit

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