Die jederzeit wichtige Aufgabe der Personalvertreter besteht bekanntlich darin, die Interessen aller im Betrieb beschäftigten Kolleginnen und Kollegen zu verteidigen und zu wahren. An Beschäftigung fehlt es ihnen dabei nicht. Ganz im Gegenteil. Die seit Jahren zunehmend schlechter gewordenen Arbeitsbedingungen haben nämlich dazu geführt, dass auch ihr Arbeitsvolumen immer größer wurde. Dies, sowohl in Betrieben, in denen sie sich auf einen bestehenden Kollektivvertrag berufen können, wie auch in Betrieben ohne Kollektivvertrag – wovon immerhin mehr als die Hälfte aller Erwerbstätigen betroffen sind.

In Betrieben, in denen ein Kollektivvertrag ausgehandelt wurde, haben sich die Personalvertreter mit individuellen oder kollektiven Beschwerden an die Betriebsleitung zu wenden, wenn gegen die Abmachungen, die in der Regel Arbeitszeiten, Löhne, Prämien, Sonderregelungen, Freizeit, Arbeitsbedingungen sowie die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz betreffen, verstoßen wird. In Betrieben ohne Kollektivvertrag gilt das Arbeitsrecht.

Die Corona-Krise hat zu einer zusätzlichen Ausweitung des Aufgabenbereichs eines jeden gewählten Personalvertreters geführt. Wer nämlich Fragen zu bestehenden Sonderregelungen hat, wendet sich normalerweise direkt an seine Delegierten im Betrieb, von denen sie auch stets die passende und richtige Antwort zu ihren Fragen erwarten. Auch hat die Personaldelegation darauf zu achten, dass jeder im Betrieb mit Masken, Sicherheitskleidung, Handschuhen oder sonstigen Schutzmittel ausgestattet wird.

Wegen der Pandemie sind bekanntlich seit Mitte März in so manchen Betrieben viele Posten unterbesetzt, was die Arbeit der Personaldelegationen weiter erschwert hat. Um in solchen Situationen die Mitarbeiter vor Übermüdung und völliger Erschöpfung zu schützen, muss ganz besonders darauf geachtet werden, dass Ruhepausen jederzeit strikt eingehalten und Arbeitszeiten nicht überschritten werden. Eine Aufgabe, die – wie sollte es anders sein – den Personalvertretern obliegt.

Wichtige Aufgaben also, denen die gewählten Personalvertreter auch während der jetzigen Krise erfolgreich nachzukommen versuchen. Die allerdings nicht einfach zu meistern sind, da Teile des Patronats, trotz Corona-Krise, weiter mit allen möglichen Tricks versuchen, die Arbeiten des Ausschusses zu erschweren.

Der scharfe Wind, der vielen Delegierten entgegen weht, hat seit Beginn der Gesundheitskrise keinesfalls nachgelassen. Manche sehen sich Einschüchterungsversuchen ausgesetzt, welche zeigen sollen, wer am langen Hebel sitzt. Das gilt es in die Schranken zu verweisen.

Damit Personalvertreter die Aufgaben, für die sie von ihren Kolleginnen und Kollegen gewählt wurden, jederzeit – also auch in Krisenzeiten – sorgenfrei ausüben können, muss das bestehende Ausschussgesetz so reformiert werden, dass ihnen ein größeres Mitspracherecht, bessere Eingreifmöglichkeiten und jederzeit eine 100-prozentige Absicherung garantiert ist.

gilbert simonelli

Quelle:

Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

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