Am 12. Februar dieses Jahres hatte die Staatsbank und Staatssparkasse BCEE in einer Mitteilung mit dem Titel »Die Sparkasse bereitet die Zukunft vor« mitgeteilt, sie werde am 27. März elf Agenturen schließen. Es sind dies die Filialen in Bartringen (»Belle Etoile«), Bridel, Colmar-Berg, Fels, Esch-Lallingen, Hosingen, Livingen (»Réserbann«, Pommerloch, Rümelingen, Rodange und Wasserbillig. Folgen sollte im Laufe des Jahres, spätestens aber 2021 die Schließung der Agentur in Niederkorn.

Diese Entscheidung hatte in Teilen der Bevölkerung für Unmut gesorgt, die Konsumentenschutzvereinigung ULC hatte protestiert und fast alle Bürgermeister aus den betroffenen Gemeinden hatten in einem Brief Premierminister Bettel aufgefordert, einzugreifen und die Schließungen zu verhindern.

Doch es dauerte bis zum 5. März, bevor in Rümelingen die erste öffentliche Protestaktion gegen die angekündigten Agentur-Schließungen erfolgte. Initiator war die Kommunistische Partei Luxemburgs.

Die Protestaktion in Rümelingen hatte großen Erfolg, denn knapp 150 Einwohner waren trotz schlechten Wetters vor der Agentur zugegen, als KPL-Präsident den alleinigen Besitzer der »Spuerkees«, den Staat und damit die Regierung von DP, LSAP und Grünen aufforderte, auf die Schließungen zu verzichten. Die Sparkasse machte bekanntlich innerhalb von fünf Jahren, zwischen 2014 und 2018, einen Nettogewinn von 1,1 Milliarden Euro, wovon großer Teil direkt dem Staatshaushalt zugeführt wurde.

Besonders hervorzuheben ist, dass während dieser Protestaktion neben dem kommunistischen Schöffen Eddes Peiffer und dem unabhängigen Escher Gemeinderat Dan Codello auch der sozialistische Bürgermeister Henri Haine – einer der Initiatoren des Briefs an den Premierminister – sprach, der sich für die Aktion bei der KPL bedankte.

Auch die zweite, von der KPL organisierte Protestaktion am 12. März vor der »Spuerkees«-Agentur in Esch-Lallingen war mit mehr als 50 Teilnehmern ein Erfolg. Allerdings hatten zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere ältere Einwohner aus Lallingen mitgeteilt, sie würden die Aktion unterstützten, würden ihr aber wegen des Coronavirus fernbleiben.

Die Coronaepidemie und die Verantwortung gegenüber den Lohnabhängigen und Rentnern sind auch die Gründe, weshalb die KPL ihre Protestaktionen gegen die Schließung von »Spuerkees«-Agenturen bis auf weiteres aussetzt.
Die Protestaktionen sollten Auftakt zu ihrer Frühjahrskampagne für gute öffentliche Dienstleistungen, gegen Steuererhöhungen, für den Bau von genügend bezahlbaren Wohnungen für Abrüstung und für Klimagerechtigkeit sein.

Die KPL wird rechtzeitig darüber informieren, wann ihre Kampagne wieder aufgenommen wird und bedankt sich bei allen, die ihr seit Anfang März ihre Unterstützung zukommen ließen, darunter erstmals auch Hunderte von Menschen, die sich auf Facebook solidarisch erklärten (facebook KPL-d’Kommunisten).

Quelle:

Kommunistische Partei Luxemburgs