Mittwoch, 17. Oktober 2018
Solidaritätsanzeige

Atomausstieg jetzt!Atomausstieg jetzt!Umweltorganisationen, Anti-Atom-Initiativen und weitere Verbände rufen zu zahlreichen Protesten gegen den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke in Deutschland auf. In den nächsten Tagen und Wochen wird es einen Wechsel von regionalen und überregionalen Demonstrationen und Aktionen geben. Bereits am heutigen Montag wird in voraussichtlich 400 Orten demonstriert. Am Samstag, 26. März, soll es dann in drei bis fünf Großstädten in allen Teilen der Republik, darunter Berlin, Hamburg und Köln, Großdemonstrationen geben. Für den 9. April ist ein weiterer dezentraler Aktionstag geplant. Und schließlich wird es am Ostermontag, dem 25. April, anlässlich des 25. Jahrestags der Tschernobyl-Katastrophe an 13 Atomkraftwerken und Atommüll-Standorten Großdemonstrationen geben. Dazwischen werde es sicherlich noch zahlreiche weitere lokale und regionale Proteste geben.

AKW-GefährdungsatlasAKW-GefährdungsatlasAngesichts der dramatischen Ereignisse in Japan, wo in mehreren Atomkraftwerken der »atomare Notstand« ausgerufen wurde, stellt die Deutsche Umweltstiftung den von ihr herausgegebenen AKW-Gefährdungsatlas in einer völlig überarbeiteten Neuauflage vor. Er stellt übersichtlich und informativ die unmittelbaren Gefährdungszonen für den Fall einer Kernschmelze in einem deutschen oder grenznahen ausländischen AKW dar, wie sie aktuell in Japan droht. Einzelne AKWs gefährden so laut Umweltstiftung bis zu 18 Millionen Menschen in ihrem Einzugsbereich. Dazu Projektleiter Hans Günter Schumacher: »Besonders gefährdet, teils durch bis zu sechs AKWs in unmittelbarer Nähe, sind die Regionen um Bremen, Südbaden, Nordwürttemberg und die westlichsten Regionen der Bundesländer Saarland, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.«

Satirische Version eines CDU-PlakatsSatirische Version eines CDU-PlakatsDie Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima in Folge des verheerenden Erdbebens vom vergangenen Freitag und des folgenden Tsunami wird auch zum GAU (größter anzunehmender Unfall) für die deutschen Atomparteien CDU/CSU und FDP. Ihnen könnte jetzt bei den bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt am kommenden Sonntag, 20. März, sowie vor allem in Baden-Württemberg, wo am 27. März abgestimmt wird, die Verlängerung der Laufzeiten der deutschen AKW auf die Füsse fallen, während sich SPD und Grüne (zu Unrecht) als die Kräfte profilieren können, die »schon immer« für einen Atomausstieg waren. Bei den Parteien der Bundesregierung ist deshalb nun hektische Aktivität ausgebrochen, um durch Aktionismus die drohende Wahlkatastrophe noch abzuwenden.

Bettina JürgensenBettina JürgensenDie Nachrichten aus Japan sind widersprüchlich und nach wie vor Besorgnis erregend. Noch ist das ganze Ausmaß der Lage nicht bekannt. Wir fühlen uns verbunden mit den Menschen in den betroffenen Regionen, die infolge des schweren Erdbebens und des folgenden Tsunamis ihre Angehörigen verloren haben und sich jetzt um ihre Zukunft und die ihrer Kinder sorgen.

Mahnwachen an über 250 OrtenMahnwachen an über 250 OrtenFür die heutigen Abendstunden kündigt sich ein neuer Rekord-Protest der Anti-AKW-Bewegung in Deutschland an. In bisher 253 Städten und Gemeinden sind Mahnwachen geplant (Stand um 07:15 Uhr). Die Atomkraftgegner wollen einerseits den Opfern der Katastrophen in Japan gedenken, andererseits Konsequenzen für die Atompolitik einfordern. Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt: »So etwas hat es noch nie gegeben: Samstag mittag haben wir über das Internet den Aufruf zu Mahnwachen verbreitet und innerhalb von weniger als 48 Stunden wurden in hunderten Orten Aktionen organisiert. Das zeigt, wie groß die Betroffenheit über die Ereignisse in Japan ist. Aber es zeigt auch, auf was sich die Bundesregierung einstellen muss, wenn sie am Weiterbetrieb der Atomkraftwerke festhält.«

Am Sonntag protestierten aus Anlass der Reaktorkatastrophe von Fukushima (Japan) etwa 500 Wendländer am und auf dem Gelände des geplanten Endlagers in Gorleben. Unterstützt wurden die Demonstranten von rund 30 Treckern. Die AKW-Gegner überwanden Sperrzäune und besetzten vorübergehend Gelände und Gebäude.

Sevim DagdelenSevim DagdelenDie Bochumer Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke, Sevim Dagdelen, erklärt zu dem GAU in dem japanischen Atomkraftwerk Fukushima: »Ich bin tief bestürzt über die jüngsten Ereignisse in Japan. Meine Gedanken und besten Wünschen sind bei den Menschen in Japan, die nach dem Erbeben und dem Tsunami die Folgen einer atomaren Katastrophe bewältigen müssen.«

Atomausstieg jetzt!Atomausstieg jetzt!Am Montag werden bundesweit um 18.00 Uhr in vielen Städten Aktionen und Mahnwachen anläßlich der Ereignisse in Japan stattfinden. Aufgerufen wurde dazu von der Kampagne ».ausgestrahlt«, die sich gegen die Nutzung der Atomenergie engagiert. Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) begrüßt die geplanten Aktionen und ruft ebenfalls dazu auf, an bereits geplanten Aktionen teilzunehmen oder spontan eigene Mahnwachen auf Marktplätzen, vor Rathäusern oder vor Büros der Atomkonzerne durchzuführen. Bereits geplante Aktionen stehen im Internet unter http://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/fukushima.html. Dort können auch eigene Veranstaltungen eingetragen werden. Angekündigt sind Mahnwachen zum Beispiel in Berlin vor dem Kanzleramt (schon um 17 Uhr), in Wiesbaden Webergasse / Ecke Langgasse (17.30 Uhr), in Stuttgart am Schlossplatz, in Augsburg am Rathaus (18 Uhr) und am Königsplatz (18:30 Uhr) sowie in München ab 19 Uhr Karlsplatz, Stachus, am Brunnen.

Atomkraft Nein DankeAtomkraft Nein DankeZu den Ankündigungen der Bundesregierung, die Sicherheit der deutschen Atomkraftwerke angesichts der Katastrophe im japanischen Fukushima zu überprüfen, erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt: »Röttgen und Merkel holen die Segel ein, um dem wachsenden atomkritischen Wind aus der Gesellschaft zu entgehen. Dabei wollen sie weiter auf Atom-Kurs bleiben und die Stilllegung der AKW verhindern.«

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