Dienstag, 21. August 2018
Solidaritätsanzeige

Die französichen Aktivisten von Caen müssen bis 20. November 15 000 € hinterlegen, ansonsten werden sie verhaftet. Sotir du Nucléaire bittet deshalb um Spenden für die Kautionen der AktivistInnen unter: IBAN: FR43 2004 1010 0711 1706 6A03 814 BIC: PSSTFRPPLYO (Quelle: castorticker.de)

Foto: Malte Dörge / PubliXviewinGNach 20 Stunden Sitzblockade auf den Schienen ist der Fahrplan des Atommüllzuges völlig aus dem Ruder gelaufen. Vor dem Zwischenlager blockieren 2000 Menschen seit über 24 Stunden das letzte Straßenstück des Transportes. Derzeit ist die Strecke dicht. Die Organisationen, die diese Blockade unterstützen, hoffen, dass sich noch viele Menschen dem gewaltfreien Widerstand auf der Straße in Gorleben anschließen. Luise Neumann-Cosel, Sprecherin von X-tausendmal quer: »Der Atommüllzug wird derzeit in Dannenberg für den Straßentransport verladen. Das dauert noch Stunden. Das ist die richtige Zeit, sich auf den Weg zum Zwischenlager nach Gorleben zu machen!«

Gefangenensammelstelle bei Harlingen am Montagmorgen. Foto: jWSeit etwa 11 Uhr werden im Bahnhof Dannenberg die elf Castor-Spezialbehälter mit hochradioaktivem Atommüll für den Transport auf der Straße bis in das Zwischenlager Gorleben umgeladen. Nach Angaben des Brennelementlagers Gorleben (BLG) werden dafür rund 15 Stunden benötigt, die Atomkraftgegner rechnen mit mindestens elf Stunden. Frühestens ab heute abend soll der Castortransport auf der Straße ins Zwischenlager Gorleben beginnen. Zuvor hatte die Polizei in der Nacht die bislang grösste Schienenblockade in der Geschichte der Atommülltransporte gewaltsam beendet und Tausende von den Gleisen geholt sowie in einer unter freiem Himmel errichteten Gefangenensammelstelle festgehalten. Allein auf der Schiene war der aus Frankreich kommende Atommülltransport durch zahlreiche Blockaden gut 67 Stunden unterwegs - deutlich länger als frühere Castor-Transporte. Auch die letzte Etappe auf der Strasse wird für die Atomlobby kein Spaziergang, bereits jetzt blockieren Tausende die möglichen Wege des Transports.

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) hat heute die Forderung nach dem sofortigen Atomausstieg bekräftigt. Nach Auffassung des BBU macht der breite und umfassende Protest im Wendland, aber auch im ganzen Bundesgebiet, deutlich, dass der Weiterbetrieb von Atomanlagen politisch nicht durchsetzbar ist. Die Bundesregierung muss die Pläne für ein Endlager in Gorleben aufgeben und muss dafür Sorge tragen, dass kein weiterer Atommüll produziert wird.

WidersetzenDer wendländischen Widerstandsgruppe »Widersetzen« ist es gelungen, die Castor-Strecke bei Harlingen fast 20 Stunden zu blockieren. Die gewaltfreie Schienenblockade hatte am Sonntag gegen 12 Uhr begonnen. Am Sonntagnachmittag saßen 5.000 Menschen auf den Schienen. Damit war dies die bisher größte Schienenblockade.

Zu Beginn der Blockade hatte die Polizei versucht, die gewaltfreien Demonstranten mit Pferden von der Schiene zu drängen. Dabei wurde mindestens eine Demonstrantin durch Pferdetritte schwer verletzt, die Frau wurde ins Krankenhaus gebracht. Um 1 Uhr in der Nacht zu Montag begann die Polizei mit der Räumung. Die meisten Polizisten weigerten sich, die Blockierer von der Schiene zu tragen. Stattdessen wurden sie lediglich von den Gleisen gehoben und dann oftmals mit schmerzhafte Griffen oder Schubsen gezwungen, über eine Strecke von bis zu zwei Kilometern zur Sammelstelle der Polizei zu laufen.

Deutsche Kommunistische ParteiDeutsche Kommunistische ParteiIm ARD-Magazin »Bericht aus Berlin« behauptete Atomminister Röttgen in Bezug auf den massiven Protest der Atomkraftgegner im Wendland: »Die, die das so machen, gefährden das friedliche Recht auf Demonstrationen«. Dazu erklärte Cornelius Kaal, Sprecher der DKP Lüneburg: »Herr Röttgen hat offenbar den Blick für die Realitäten völlig verloren. Das Demonstrationsrecht ist ein Grundrecht und kein Gnadenrecht.«

Atomkraft Nein DankeAtomkraft Nein DankeDie Polizei hat in der Nacht mit der Räumung der Sitzblockade von rund 3 000 Atomkraftgegnern begonnen, die hinter Dahlenburg auf den Schienen ausharrten. Zuvor hatten Vertreter mehrerer Initiativen noch dazu aufgerufen, die Blockade nicht während der Dunkelheit zu räumen, wie der Castor-Blog der Tageszeitung junge Welt (http://www.jungewelt.de/blogs/castor/) berichtet. Zunächst forderte die Polizei die Demonstranten mehrmals auf, die Schienen freiwillig zu verlassen. Von den Organisatoren kam dagegen der Aufruf »Sitzenbleiben!«. Nur wenige leisteten der Polizei Folge. Daraufhin fingen die Beamten an, die Demonstranten von den Schienen zu tragen oder gar wegzuschleifen. Auch wer freiwillig ging, wurde von Beamten abgeführt.

Foto: Malte Dörge / PubliXviewinGFoto: Malte Dörge / PubliXviewinGZu der Aussage von Bundesumweltminister Norbert Röttgen im ZDF, er wolle noch in diesem Jahr ins Wendland kommen, erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt: „Röttgen hat noch immer nicht verstanden: Die Situation im Wendland erfordert, dass der Minister sich jetzt auf den Weg nach Gorleben macht und nicht kurz vor Weihnachten. Die Bundesregierung kann diesen Konflikt nicht länger der Polizei überlassen, denn wie wir aktuell erleben, lässt sich die Situation mit polizeilichen Mitteln nicht mehr lösen.“

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