Mittwoch, 17. Oktober 2018
Solidaritätsanzeige

Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW kritisiert das Vorhaben, die zuletzt in Deutschland errichteten deutschen Atomkraftwerke weiterlaufen zu lassen, ohne sich ernsthaft mit den sicherheitstechnischen Mängeln dieser Anlagen auseinanderzusetzen. »So einfach darf man es sich nicht machen«, meint IPPNW-Atomexperte Henrik Paulitz. Denn die zuletzt errichteten sogenannten Konvoianlagen Neckarwestheim-2, Emsland und Isar-2 zeichnen sich durch bemerkenswerte Schwachstellen in der gesamten Ablaufkette eines Atomunfalls aus. Die Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS), wichtigste Gutachterorganisation der Bundesatomaufsicht, bemängelt laut IPPNW gravierende Sicherheitslücken bei der Störfallbeherrschung, bei den Notfallmaßnahmen als auch hinsichtlich der Kernschmelzfestigkeit.

Gemeinsam gegen AtomkraftGemeinsam gegen AtomkraftZur Debatte um die Sicherheit der AKW in Deutschland erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti- Atom-Organisation .ausgestrahlt: »Um die Sicherheit in deutschen AKW ist es keineswegs besser bestellt als um die in den japanischen Reaktoren. Hier wie dort gibt es zwar mehrfache und redundante Sicherheitssysteme. Fukushima zeigt, dass sie im Zweifel trotzdem alle ausfallen.«

Robin Wood-Protest gegen EnBWRobin Wood-Protest gegen EnBWDer baden-württembergische Atomkraftwerkbetreiber EnBW will das AKW Neckarwestheim 1 »freiwillig« herunterfahren - »vor dem Hintergrund der dramatischen und menschlich zutiefst bewegenden Ereignisse in Japan«, wie der Konzern heute in einer Pressemitteilung ankündigt. Die EnBW folge damit »ihrer besonderen Verantwortung als Betreiber von Kernkraftwerken«. Ministerpräsident Mappus schloss eine spätere Wiederinbetriebnahme des AKW im Landtag aus: »Neckarwestheim I wird abgeschaltet, dauerhaft, und stillgelegt«. Auch das AKW Philippsburg I wird Medienberichten zufolge in Kürze abgeschaltet. Allerdings wolle der Konzern hier noch Verhandlungen mit der Bundesregierung führen. Ein grundsätzlicher Kurswechsel bedeutet das Verhalten von EnBW jedoch nicht, denn der Konzern bekräftigt: »Die Kernkraft ist Teil einer in Deutschland über Jahrzehnte bewusst gewachsenen Energiestruktur, so dass man auch diskutieren muss, welche Auswirkungen und Konsequenzen das Abschalten von Kernkraftwerken haben kann.«

Atomkraft Nein DankeAtomkraft Nein DankeWie soeben gemeldet wurde, werden die sieben ältesten Atomkraftwerke in Deutschland vorübergehend abgeschaltet. Dies sei die Folge des dreimonatigen »Moratoriums« für die Laufzeitverlängerung, die CDU/CSU und FDP im vergangenen Herbst durch den Bundestag gepeitscht hatten.

In Japan ist bei einer weiteren Explosion im AKW Fukushima offenbar erstmals die innere Schutzhülle eines Reaktors beschädigt worden. Die Betreiberfirma schloss auch eine Kernschmelze nicht aus. In der Hauptstadt Tokio wurde bereits erhöhte Radioaktivität gemessen.

Deutscher Freidenker-VerbandDeutscher Freidenker-Verband»Es rettet uns kein höheres Wesen« - Wie bitter wahr ist doch dieser Liedausschnitt. Mit großem Erschrecken nehmen wir Anteil an den verheerenden Vorkommen in Japan. Wir nehmen Anteil und trauern mit den Japanern über die Opfer der Erdbeben und des Tsunamis. Wir drücken aber auch unsere Wut über die entstandene Atomkatastrophe aus. Das gilt nicht nur für Japan, sondern ganz besonders auch für Deutschland und für alle Atomkraftwerke. Abschalten sofort und zwar alle und nicht für drei Monate.

radioaktivradioaktivLecks im Sicherheitsbehälter, auslaufendes Beckenwasser, Teilausfall der Kühlung der abgebrannten Brennelemente und tagelanger Ausfall der Notkühlsysteme -- die Rede ist nicht vom Katastrophenmeiler Fukushima, sondern vom AKW Philippsburg 2. In dem Reaktor, der zu den neuesten in Deutschland zählt, kam es nach Informationen der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt in den vergangenen zwei Jahren zu mindestens drei sicherheitsrelevanten Störfällen. Alle drei sind in Absprache mit der Aufsichtsbehörde, dem Umweltministerium Baden-Württemberg, bis heute nicht gemeldet worden. Die CDU-geführte Landesregierung vereinbarte vielmehr mit dem AKW-Betreiber EnBW, die Störfälle unter den Teppich zu kehren – offensichtlich, um die Laufzeitverlängerung für die AKW nicht zu gefährden.

Mahnwache in Düsseldorf. Foto: Grüne NRWMahnwache in Düsseldorf. Foto: Grüne NRWAm heutigen Abend haben Angaben der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt zufolge in 450 Städten im ganzen Bundesgebiet »110.339 Menschen« für die Stilllegung der Atomkraftwerke demonstriert. Zu den Mahnwachen hatte die Organisation erst vor 48 Stunden aufgerufen.

"Mit großem Ärger habe ich die Antwort der Bundesregierung auf meine Frage nach der Abstimmung von Einsätzen ausländischer Spitzel zwischen dem Bundeskriminalamt und dem Land Berlin registriert", kommentiert der Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko ein entsprechendes Schreiben des Innenministeriums.

Atomausstieg jetzt!Atomausstieg jetzt!Noch vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg könnten die beiden ältesten noch aktiven Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden. Das geht aus einer Erklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag in Berlin hervor. Die Regierungschefin hatte die von der Bundesregierung erst im Herbst durchs Parlament gepeitschte Verlängerung der AKW-Laufzeiten für drei Monate »ausgesetzt«, da man nach der Atomkatastrophe in Japan »nicht einfach zur Tagesordnung übergehen« könne. Eine Konsequenz aus diesem Schritt sei, die AKW abzuschlaten, die nur infolge der Entscheidung vom Herbst noch am Netz sind. »Sonst wäre es ja kein Moratorium«, so Merkel. Konkret betrifft das die Atomkraftwerke Neckarwestheim I und Biblis A.

Real time web analytics, Heat map tracking

Freie Radios auf Sendung

RedGlobe Links

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne die Einstellungen Ihres Browsers anzupassen, wird davon ausgegangen, dass Sie alle Cookies dieser Webseite empfangen möchten. Sofern Sie die Cookies dieser Webseite ablehnen oder löschen möchten, können Sie dies in den Einstellungen des Browsers tun. Beachten Sie aber, dass die Bedienbarkeit der Webseite damit eingeschränkt sein kann.