Dienstag, 21. August 2018
Solidaritätsanzeige

Foto: Andreas Conradt / PubliXviewinGSeit dem frühen Morgen hat die Polizei rund 5000 Menschen geräumt, die auf der Strasse zwischen dem Verladekrahn in Dannenberg und dem Zwischenlager in Gorleben sassen. Nachdem die Beamten die Blockierer zunächst friedlich weggetragen hatten, ging die Polizei Berichten zufolge zunehmend härter gegen die Atomkraftgegner vor. Radio Freies Wendland meldete, dass vier Wasserwerfer aufgefahren waren. Die Räumung ging jedoch trotzdem nur langsam voran, zumal sich Medienberichten zufolge geräumte BlockiererInnen immer wieder an anderer Stelle in die Blockade einreihten. Erst gegen 7.30 Uhr meldete der Castorticker, dass die Blockade komplett geräumt sei. Damit hat die Polizei mehr als vier Stunden benötigt, um die gewaltfreien Demonstranten von der Strasse zu kriegen. Noch immer hängen jedoch Kletterer in den Bäumen.

Schon zuvor hatte die Polizei mehr als elf Stunden nach dem Beginn der Greenpeace-Blockade des Verladebahnhofs Dannenberg durch einen als Bierlaster getarnten LKW die beiden einbetonierten Aktivisten aus dem Fahrzeug geholt. Erst um 6.15 Uhr waren die Greenpeace-Mitglieder mit Hilfe von Presslufthämmern und Trennschleifern aus dem Beton gelöst worden. Bereits eine Stunde zuvor hatten Polizisten die ersten der ursprünglich fünf Aktivisten der Umweltorganisation aus dem acht Meter langen umgebauten Brauereifahrzeug geholt.

Atomkraft Nein DankeAtomkraft Nein DankeIn vielen Orten entlang der Transportstrecken im Wendland versammeln sich zur Zeit Castor-Gegner, 3000 haben sich bereits auf eine Dauerblockade des Zwischenlagers Gorleben eingerichtet, Greenpeace blockiert mit einer spektakulären Aktion den Castor-Verladebahnhof in Dannenberg. Wann die elf Behälter mit den hochradioaktiven Abfällen ihr Ziel, das Zwischenlager Gorleben, erreichen, ist völlig ungewiss.

Soliaktion in GronauSoliaktion in GronauAm Montagabend haben Mitglieder verschiedener Anti-Atomkraft-Initiativen vor der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage (UAA) des Urenco-Konzerns in Gronau (NRW) demonstriert. Sie solidarisierten sich damit mit dem Widerstand gegen den aktuellen Castor Atommüll-Transport nach Gorleben. Der Widerstand gegen die Atomanlagen im Wendland und gegen die Gronauer Urananreicherungsanlage ist seit Jahren eng vernetzt, zumal Gorleben auch "Entsorgungsnachweis" für Atommüll aus Gronau ist.

Foto: Karin Behr / PubliXviewinGFoto: Karin Behr / PubliXviewinGIn ihrer Begeisterung vergassen die MacherInnen des Castortickers ihre gesamte deutsche Grammatik. Um 21.13 Uhr meldeten sie: »Die Castortransport lauert länger als als jeder Vorherige!« Gemeint ist mit dieser Sprachschöpfung: Es ist den Tausenden BlockiererInnen bereits jetzt gelungen, den Atommülltransport länger aufzuhalten als jeden vor ihm.

»Wer längere Laufzeiten für Atomkraftwerke beschließt, darf sich nicht über längere Laufzeiten für Castor-Transporte wundern«, kommentiert dies die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) und geht mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen hart ins Gericht.

Greenpeace blockiert Castor-Strecke mit ContainerGreenpeace blockiert Castor-Strecke mit ContainerGreenpeace-Aktivisten haben heute gegen 18.40 Uhr einen LKW vor der Ausfahrt des Verladekrans in Dannenberg auf der Straße fixiert. Die Aktivisten befinden sich in einem Container, der auf die Castor-Transportstrecke abgesenkt und mit Stahlröhren an der Straße befestigt wurde. Auf dem Banner am LKW ist »Atomkraft ist ein Irrweg - Stopp Castor« zu lesen. Gleichzeitig haben sich Greenpeace-Kletterer von einem Baum in Langendorf an der geplanten Castor-Strecke abgeseilt. Die Aktivisten protestieren damit gegen die falsche Energiepolitik der Bundesregierung. Greenpeace fordert, die Castorbehälter statt nach Gorleben gemäß dem Verursacherprinzip zu den Atomkraftwerken zu bringen, in denen der Atommüll produziert wurde.

Foto: Fiona Krakenbürger / echtfotografieFoto: Fiona Krakenbürger / echtfotografieWährend ein Castor nach dem anderen auf die Tieflader gehievt und damit transportfähig für den letzten Teil der Strecke gemacht wird, bewegen sich rund 300 Personen pro Stunde zur Sitzblockade vor dem Zwischenlager Gorleben. Rund 3000 Personen sitzen dort bereits - etliche seit über 24 Stunden und bei bitterer Kälte. Trotzdem stehen natürlich alle unter Adrenalin. Trotzdem freuten sich die Teilnehmer auch über so kuriose Meldungen wie die von den »tierischen Schutzschildern«, die die Demonstranten jetzt angeblich einsetzen würden. Gemeint ist eine Herde dickfelliger Schafe, die zäh und beharrlich die Straße versperrte.

Die LinkeDie Linke»Die Grünen müssen mit ihrem Rumeiern in der Atomfrage endlich aufhören«, fordert der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Ulrich Maurer. »Es ist mehr als unglaubwürdig, wenn sich die Grünen im Wendland als die großen Protestierer gebärden und unmittelbar zuvor das grün mitregierte Saarland im Bundesrat dagegen stimmt, dass dieser sich mit dem schwarz-gelben Atom-Deal befasst. Das ist Politik mit gespaltener Zunge.«

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