Montag, 23. Juli 2018
Solidaritätsanzeige

Greenpeace blockiert Castor-Strecke mit ContainerGreenpeace-Aktivisten haben heute gegen 18.40 Uhr einen LKW vor der Ausfahrt des Verladekrans in Dannenberg auf der Straße fixiert. Die Aktivisten befinden sich in einem Container, der auf die Castor-Transportstrecke abgesenkt und mit Stahlröhren an der Straße befestigt wurde. Auf dem Banner am LKW ist »Atomkraft ist ein Irrweg - Stopp Castor« zu lesen. Gleichzeitig haben sich Greenpeace-Kletterer von einem Baum in Langendorf an der geplanten Castor-Strecke abgeseilt. Die Aktivisten protestieren damit gegen die falsche Energiepolitik der Bundesregierung. Greenpeace fordert, die Castorbehälter statt nach Gorleben gemäß dem Verursacherprinzip zu den Atomkraftwerken zu bringen, in denen der Atommüll produziert wurde.

Foto: Fiona Krakenbürger / echtfotografieWährend ein Castor nach dem anderen auf die Tieflader gehievt und damit transportfähig für den letzten Teil der Strecke gemacht wird, bewegen sich rund 300 Personen pro Stunde zur Sitzblockade vor dem Zwischenlager Gorleben. Rund 3000 Personen sitzen dort bereits - etliche seit über 24 Stunden und bei bitterer Kälte. Trotzdem stehen natürlich alle unter Adrenalin. Trotzdem freuten sich die Teilnehmer auch über so kuriose Meldungen wie die von den »tierischen Schutzschildern«, die die Demonstranten jetzt angeblich einsetzen würden. Gemeint ist eine Herde dickfelliger Schafe, die zäh und beharrlich die Straße versperrte.

Die LinkeDie Linke»Die Grünen müssen mit ihrem Rumeiern in der Atomfrage endlich aufhören«, fordert der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Ulrich Maurer. »Es ist mehr als unglaubwürdig, wenn sich die Grünen im Wendland als die großen Protestierer gebärden und unmittelbar zuvor das grün mitregierte Saarland im Bundesrat dagegen stimmt, dass dieser sich mit dem schwarz-gelben Atom-Deal befasst. Das ist Politik mit gespaltener Zunge.«

Die französichen Aktivisten von Caen müssen bis 20. November 15 000 € hinterlegen, ansonsten werden sie verhaftet. Sotir du Nucléaire bittet deshalb um Spenden für die Kautionen der AktivistInnen unter: IBAN: FR43 2004 1010 0711 1706 6A03 814 BIC: PSSTFRPPLYO (Quelle: castorticker.de)

Foto: Malte Dörge / PubliXviewinGFoto: Malte Dörge / PubliXviewinGNach 20 Stunden Sitzblockade auf den Schienen ist der Fahrplan des Atommüllzuges völlig aus dem Ruder gelaufen. Vor dem Zwischenlager blockieren 2000 Menschen seit über 24 Stunden das letzte Straßenstück des Transportes. Derzeit ist die Strecke dicht. Die Organisationen, die diese Blockade unterstützen, hoffen, dass sich noch viele Menschen dem gewaltfreien Widerstand auf der Straße in Gorleben anschließen. Luise Neumann-Cosel, Sprecherin von X-tausendmal quer: »Der Atommüllzug wird derzeit in Dannenberg für den Straßentransport verladen. Das dauert noch Stunden. Das ist die richtige Zeit, sich auf den Weg zum Zwischenlager nach Gorleben zu machen!«

Gefangenensammelstelle bei Harlingen am Montagmorgen. Foto: jWGefangenensammelstelle bei Harlingen am Montagmorgen. Foto: jWSeit etwa 11 Uhr werden im Bahnhof Dannenberg die elf Castor-Spezialbehälter mit hochradioaktivem Atommüll für den Transport auf der Straße bis in das Zwischenlager Gorleben umgeladen. Nach Angaben des Brennelementlagers Gorleben (BLG) werden dafür rund 15 Stunden benötigt, die Atomkraftgegner rechnen mit mindestens elf Stunden. Frühestens ab heute abend soll der Castortransport auf der Straße ins Zwischenlager Gorleben beginnen. Zuvor hatte die Polizei in der Nacht die bislang grösste Schienenblockade in der Geschichte der Atommülltransporte gewaltsam beendet und Tausende von den Gleisen geholt sowie in einer unter freiem Himmel errichteten Gefangenensammelstelle festgehalten. Allein auf der Schiene war der aus Frankreich kommende Atommülltransport durch zahlreiche Blockaden gut 67 Stunden unterwegs - deutlich länger als frühere Castor-Transporte. Auch die letzte Etappe auf der Strasse wird für die Atomlobby kein Spaziergang, bereits jetzt blockieren Tausende die möglichen Wege des Transports.

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) hat heute die Forderung nach dem sofortigen Atomausstieg bekräftigt. Nach Auffassung des BBU macht der breite und umfassende Protest im Wendland, aber auch im ganzen Bundesgebiet, deutlich, dass der Weiterbetrieb von Atomanlagen politisch nicht durchsetzbar ist. Die Bundesregierung muss die Pläne für ein Endlager in Gorleben aufgeben und muss dafür Sorge tragen, dass kein weiterer Atommüll produziert wird.

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