Dienstag, 20. Februar 2018
Solidaritätsanzeige

Soliaktion in GronauAm Montagabend haben Mitglieder verschiedener Anti-Atomkraft-Initiativen vor der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage (UAA) des Urenco-Konzerns in Gronau (NRW) demonstriert. Sie solidarisierten sich damit mit dem Widerstand gegen den aktuellen Castor Atommüll-Transport nach Gorleben. Der Widerstand gegen die Atomanlagen im Wendland und gegen die Gronauer Urananreicherungsanlage ist seit Jahren eng vernetzt, zumal Gorleben auch "Entsorgungsnachweis" für Atommüll aus Gronau ist.

Foto: Karin Behr / PubliXviewinGIn ihrer Begeisterung vergassen die MacherInnen des Castortickers ihre gesamte deutsche Grammatik. Um 21.13 Uhr meldeten sie: »Die Castortransport lauert länger als als jeder Vorherige!« Gemeint ist mit dieser Sprachschöpfung: Es ist den Tausenden BlockiererInnen bereits jetzt gelungen, den Atommülltransport länger aufzuhalten als jeden vor ihm.

»Wer längere Laufzeiten für Atomkraftwerke beschließt, darf sich nicht über längere Laufzeiten für Castor-Transporte wundern«, kommentiert dies die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) und geht mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen hart ins Gericht.

Greenpeace blockiert Castor-Strecke mit ContainerGreenpeace-Aktivisten haben heute gegen 18.40 Uhr einen LKW vor der Ausfahrt des Verladekrans in Dannenberg auf der Straße fixiert. Die Aktivisten befinden sich in einem Container, der auf die Castor-Transportstrecke abgesenkt und mit Stahlröhren an der Straße befestigt wurde. Auf dem Banner am LKW ist »Atomkraft ist ein Irrweg - Stopp Castor« zu lesen. Gleichzeitig haben sich Greenpeace-Kletterer von einem Baum in Langendorf an der geplanten Castor-Strecke abgeseilt. Die Aktivisten protestieren damit gegen die falsche Energiepolitik der Bundesregierung. Greenpeace fordert, die Castorbehälter statt nach Gorleben gemäß dem Verursacherprinzip zu den Atomkraftwerken zu bringen, in denen der Atommüll produziert wurde.

Foto: Fiona Krakenbürger / echtfotografieWährend ein Castor nach dem anderen auf die Tieflader gehievt und damit transportfähig für den letzten Teil der Strecke gemacht wird, bewegen sich rund 300 Personen pro Stunde zur Sitzblockade vor dem Zwischenlager Gorleben. Rund 3000 Personen sitzen dort bereits - etliche seit über 24 Stunden und bei bitterer Kälte. Trotzdem stehen natürlich alle unter Adrenalin. Trotzdem freuten sich die Teilnehmer auch über so kuriose Meldungen wie die von den »tierischen Schutzschildern«, die die Demonstranten jetzt angeblich einsetzen würden. Gemeint ist eine Herde dickfelliger Schafe, die zäh und beharrlich die Straße versperrte.

Die LinkeDie Linke»Die Grünen müssen mit ihrem Rumeiern in der Atomfrage endlich aufhören«, fordert der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Ulrich Maurer. »Es ist mehr als unglaubwürdig, wenn sich die Grünen im Wendland als die großen Protestierer gebärden und unmittelbar zuvor das grün mitregierte Saarland im Bundesrat dagegen stimmt, dass dieser sich mit dem schwarz-gelben Atom-Deal befasst. Das ist Politik mit gespaltener Zunge.«

Die französichen Aktivisten von Caen müssen bis 20. November 15 000 € hinterlegen, ansonsten werden sie verhaftet. Sotir du Nucléaire bittet deshalb um Spenden für die Kautionen der AktivistInnen unter: IBAN: FR43 2004 1010 0711 1706 6A03 814 BIC: PSSTFRPPLYO (Quelle: castorticker.de)

Foto: Malte Dörge / PubliXviewinGFoto: Malte Dörge / PubliXviewinGNach 20 Stunden Sitzblockade auf den Schienen ist der Fahrplan des Atommüllzuges völlig aus dem Ruder gelaufen. Vor dem Zwischenlager blockieren 2000 Menschen seit über 24 Stunden das letzte Straßenstück des Transportes. Derzeit ist die Strecke dicht. Die Organisationen, die diese Blockade unterstützen, hoffen, dass sich noch viele Menschen dem gewaltfreien Widerstand auf der Straße in Gorleben anschließen. Luise Neumann-Cosel, Sprecherin von X-tausendmal quer: »Der Atommüllzug wird derzeit in Dannenberg für den Straßentransport verladen. Das dauert noch Stunden. Das ist die richtige Zeit, sich auf den Weg zum Zwischenlager nach Gorleben zu machen!«

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