Montag, 20. August 2018
Solidaritätsanzeige

Die IG Metall hat bundesweit 250 Betriebe der Metall- und Elektroindustrie zu 24-Stunden-Warnstreiks aufrufen, nachdem am vergangenen Samstag die Verhandlungen im Pilotbezirk Baden-Württemberg für gescheitert erklärt worden waren. Nun schlägt die Stunde der „Experten“, die auf massive wirtschaftliche Schäden durch die Streiks hinweisen: „Die Betriebe sitzen auf einem enormen Auftragsbestand, gleichzeitig ist die Auslastung sehr hoch“, sagte z. B. der Deutschland-Chefvolkswirt der Bank UniCredit, Andreas Rees, und das von Arbeitgebern finanzierte Institut der deutschen Wirtschaft (IW) streckte den angeleckten Daumen in den Wind und bezifferte den verursachten Schaden auf 62 bis 125 Millionen Euro pro Tag.

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Zum aktuellen Tarifkampf der IG Metall sprachen wir mit Michael Clauss, IG Metall-Betriebsrat im Mercedes-Benz-Werk Untertürkheim. Michael Clauss ist Mitglied der Tarifkommission Baden-Württemberg und Mitglied der Betriebsgruppe „alternative“.

UZ: Am Wochenende sind die Verhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie ergebnislos abgebrochen worden. Was sind die hauptsächlichen Gründe dafür?

Michael Clauss: Es gibt mehrere Gründe. Der Unternehmerverband will keine verkürzte Vollzeit. Die Herren würden viel lieber die Arbeitszeit verlängern.

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igmetall24-Stunden-Streik bei MAN Truck & Bus in München-Karlsfeld

Rund 68.000 Beschäftigte aus über 80 Betrieben haben gestern zum ersten Mal seit Jahrzehnten die Arbeit für 24 Stunden niedergelegt. In Bayern beteiligten sich sieben Betriebe mit 15.000 Metallerinnen und Metallern. Alleine bei MAN Truck & Bus in München-Karlsfeld legten 7.000 Beschäftigte die Arbeit nieder.

Auf der Streikkundgebung, an der auch einige Delegationen von MTU, Krauss-Maffei-Wegmann und BMW teilnahmen, ließ der 1. Bevollmächtigte der IG Metall München darüber abstimmen, ob die Beschäftigten bereit seien, mehrere Wochen lang zu streiken. »Es wird jeden Tag teurer für die Arbeitgeber, wir legen jeden Tag eine Schippe drauf«, sagte er. Recht hat er: Mehrere Metallverbände haben Klagen gegen den Streik eingelegt und wollen damit diesen Warnstreik verbieten. Sie wissen: Jede Minute, in der die Produktion in der Metallindustrie stillsteht, kostet sie Millionen. Die üblichen Zwei-Stunden-Warnstreiks, die normalerweise durchgeführt werden, kalkulieren sie bereits ein. Da nun die IG Metall sich gezwungen sieht, die Warnstreiks auf 24 Stunden auszuweiten, kostet die Bosse natürlich ordentlich Asche.

Weil Unterbesetzung, wie uns wiederholt berichtet wurde, auch auf vielen Stationen in Luxemburgs Spitälern grassiert, sollten sich gestreßte Pflegekräfte und deren gewerkschaftliche Vertreter einen zwar vergleichsweise kleinen, aber dennoch vollumfänglich erfolgreichen Arbeitskampf näher anschauen, der jüngst am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg von ihren Kolleginnen und Kollegen der onkologischen Station und der Gewerkschaft Ver.di geführt wurde.

Wie Michael Quetting, der bei Ver.di zuständige Gewerkschaftssekretär, mitgeteilt hat, waren für die Krebsstation des Uniklinikums bislang 18,5 Vollstellen eingeplant.

igmetallDie 5. Tarifverhandlung in Baden-Württemberg wurde heute ergebnislos beendet. Daher hat der Vorstand der IG Metall beschlossen, Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie bereits in der nächsten Woche zu ganztägigen Warnstreiks aufzurufen. Außerdem sollen Urabstimmungen über Flächenstreiks vorbereitet werden. "Die Arbeitgeber haben es offensichtlich gezielt auf eine Eskalation angelegt und hatten nie die Absicht zur Einigung. Das zeigte sich daran, dass sie sich heute weder beim Geld noch bei der Arbeitszeit ausreichend bewegt haben, um einen Kompromiss möglich zu machen. Es ist unverantwortlich, die überfällige Modernisierung der Arbeitswelt zu blockieren und den Beschäftigten einen fairen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg zu verweigern", sagte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, am Samstag in Stuttgart. "Das werden sich die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie nicht gefallen lassen. Jetzt gilt: Wer sich nicht bewegt, der muss geschoben werden."

Falls die Ganztagesstreiks abgeblasen werden, hätte das fatale Auswirkungen

Auch zu Beginn der dritten Warnstreikwoche zeigen sich die Belegschaften in der Tarifrunde der IG Metall kampfbereit und die gute Beteiligung an den Warnstreiks hält an. Mittlerweile (Stand: 23. Januar) haben sich über 650 000 Metallerinnen und Metaller bundesweit an Aktionen, Kundgebungen und Warnstreiks beteiligt, allein in Baden-Württemberg über 210 000 Beschäftigte aus rund 550 Betrieben.

Gastkommentar von Achim Bigus,  Werkzeugmacher, freigestellter Vertrauenskörper-Leiter der IG Metall bei Volkswagen

Im laufenden Tarifkonflikt in der deutschen Metall- und Elektroindustrie ist zurzeit ein seltsames und lehrreiches Schauspiel zu erleben.

Die IG Metall fordert neben einer Erhöhung der Einkommen um sechs Prozent zum ersten Mal seit über zehn Jahren eine Reduzierung der Arbeitszeiten:

22. Januar 2018 | ver.di konnte am 18. Januar 2018 in der Tarifverhandlung mit der ALBA Logistik GmbH ein gutes Ergebnis für die Beschäftigten erzielen. Der Tarifabschluss erfolgte in der dritten Verhandlungsrunde auch unter dem Eindruck eines ganztägigen Warnstreiks Ende letzten Jahres. Die Kraftfahrer und Müllwerker/ Beifahrer bekommen ab 1. Januar 2018 eine Lohnsteigerung in Höhe von 18 Prozent und ab 2019 eine weitere Lohnerhöhung in Höhe von 7,5 Prozent.

Die Tarifrunde der IG Metall hat in der zweiten Januarwoche Schwung bekommen. Über 376 000 Beschäftigte aus rund 1 900 Betrieben haben sich seit Ende der Friedenspflicht bis 15. Januar bundesweit an kurzzeitigen Arbeitsniederlegungen, Kundgebungen und Frühschlussaktionen beteiligt. Allein in Baden-Württemberg waren es bis 16. Januar über 120 000 Warnstreikende. Neben der Erhöhung der Entgelte um 6 Prozent wird gefordert, dass die individuelle Arbeitszeit befristet auf bis zu 28 Stunden verringert werden kann.

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