Donnerstag, 29. Juni 2017
Solidaritätsanzeige

Maidemonstration in Augsburg. Foto: RedGlobeMaidemonstration in Augsburg. Foto: RedGlobeZum 1. Mai haben sich nach Angaben des DGB 390.000 Menschen an mehr als 500 Veranstaltungen und Kundgebungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes beteiligt. Die DGB-Kundgebungen standen unter dem Motto »Zeit für mehr Solidarität«. Bei der zentralen Kundgebung in Stuttgart forderte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann die Bundesregierung auf, gegen die zunehmende soziale Spaltung vorzugehen. »Hunderttausende Menschen haben sich solidarisch mit Flüchtlingen gezeigt und helfen. Das hat uns viel Anerkennung eingebracht. Aber die drohende gesellschaftliche Spaltung verläuft nicht nur zwischen Geflüchteten, Zuwanderern und Einheimischen, sie geht viel tiefer. Wir brauchen auch politisch mehr Solidarität.«

verdiSusanne Stumpenhusen , ver.di-Landesbezirksleiterin in Berlin-Brandenburg, ruft alle Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter zur Teilnahme an den Demonstrationen und Kundgebungen zum 1. Mai auf:

Der 1. Mai 2016 wird von den DGB-Gewerkschaften unter dem Motto »Zeit für mehr Solidarität« begangen. Das Motto ist bewusst offen gehalten, kreist im Kern aber immer um einen Ausgleich zwischen vermeintlich Starken und Schwachen, zwischen Arm und Reich in der Gesellschaft. »Solidarität« - das mag vielleicht in den Ohren einiger etwas altbacken klingen, aber wir brauchen sie heute mehr denn je.

verdiIm Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes gibt es eine Einigung. Das teilte ver.di heute abend mit. ver.di-Chef Frank Bsirske erklärte in Potsdam, das »Gesamtpaket« beinhalte die Sicherung der betrieblichen Altersversorgung, eine neue Entgeltordnung für 1.088 Tätigkeiten und eine Erhöhung der Löhne und Gehälter in zwei Schritten: 2,4 Prozent ab 1.März 2016 und 2,35 Prozent ab 1.Februar 2017. Die Ausbildungsvergütungen werden in zwei Schritten um insgesamt 65 Euro erhöht – 35 Euro ab 1. März 2016 und 30 Euro ab 1. Februar 2017.

junge WeltIn einem Interview mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung »junge Welt« (Samstagausgabe) bekräftigt der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider, seine Auffassung, dass die Riester-Rente gescheitert ist. Er setzt hinzu: »Die betriebliche Altersvorsorge auch.« Der Grund sei bei beiden Formen derselbe: »Die Menschen haben einfach kein Geld.«

Tausende Metaller im Streik. Foto: IG Metall NRWTausende Metaller im Streik. Foto: IG Metall NRWBundesweit haben mehrere Zehntausend Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie in der vergangenen Nacht pünktlich um 0 Uhr die Arbeit niedergelegt. Mit diesen Warnstreiks unmittelbar nach Ende der Friedenspflicht erhöht die IG Metall bei den laufenden Tarifverhandlungen den Druck auf die Unternehmer. Zuvor hatten die Tarifverhandlungen weiter keine Annährung gebracht. Nachdem die Unternehmer zunächst 0,9 Prozent mehr Geld für zwölf Monate angeboten hatten, wollen sie jetzt alternativ 2,1 Prozent für 24 Monate in zwei Stufen als dauerhafte Erhöhung geben. Dazu schlagen sie in der neuen Variante eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent für ein Jahr vor. Die IG Metall fordert dagegen fünf Prozent mehr Geld für zwölf Monate.

Im Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie erhöht die IG Metall mit Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeber. »Mit dem heute vorgelegten alternativen Angebot wird weiter auf Magerkost für die Beschäftigten zu Gunsten der Profite gesetzt. Offensichtlich sind die Arbeitgeber in dieser Tarifrunde auf Krawall gebürstet. Wir werden auf diese Verweigerung konstruktiver Verhandlungen mit massiven Warnstreiks beginnend heute Nacht ab 0 Uhr reagieren«, kündigte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, am Donnerstag in Frankfurt an.

WeltgewerkschaftsbundWeltgewerkschaftsbundDie Warnstreiks im öffentlichen Dienst der Bundesrepublik werden auch im Ausland mit Sympathie verfolgt und unterstützt. Vor allem die Aktionen an mehreren Flughäfen gestern haben die Aufmerksamkeit der internationalen Arbeiterbewegung auf den Tarifkonflikt zwischen den Gewerkschaften einerseits sowie Bund und Kommunen andererseits gelenkt. So hat der Weltgewerkschaftsbund (WFTU) in einem Statement seine Solidarität mit den Streikenden erklärt.

Deutsche Kommunistische ParteiDeutsche Kommunistische ParteiWir rufen auf zur Teilnahme an den Mai-Demonstrationen der Gewerkschaften. Der DGB und seine Einzelgewerkschaften organisieren die Demonstrationen in diesem Jahr unter dem Motto „Zeit für mehr Solidarität“. Im Fokus stehen dabei die Solidarität mit den Geflüchteten, aber auch mit denen, die unter Lohndumping, Leiharbeit und schlechten Arbeitsbedingungen leiden, die trotz lebenslanger Arbeit von ihrer Rente nicht leben können, und mit den Frauen, die immer noch für gleiche Arbeit mehr als ein Fünftel weniger Lohn bekommen. Wir Kommunistinnen und Kommunisten in diesem Land unterstützen den DGB und seine Einzelgewerkschaften im Kampf um bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen.

verdiMit einer weiteren Welle von Warnstreiks im Rahmen der Tarifrunde für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen erhöht die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) den Druck auf den Staat. Schwerpunkt der Ausstände sind am heutigen Mittwoch die Flughäfen Frankfurt/Main, München, Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund und teilweise Hannover-Langenhagen.

In Frankfurt begann der Streik mit Schichtbeginnheute morgen und soll bis 15 Uhr dauern. Beteiligt sind die Bodenverkehrsdienste, Check-In, Werkstätten und Luftsicherheitskontrolleure sowie die Flughafenfeuerwehr. Der Warnstreik am Flughafen München wird ganztags andauern, hier können alle Bereiche am Flughafen betroffen sein. In Köln/Bonn streiken die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste (Vorfeld, Fracht, Gepäck und Verwaltung) und die Flughafenfeuerwehr für 24 Stunden noch bis Mitternacht. In Düsseldorf befinden sich seit 3 Uhr nachts und noch bis 14 Uhr unter anderem die Werkstätten, die Verwaltung, Warenkontrolleure, der Terminalservice und die Busdienste im Ausstand, in Dortmund beteiligen sich die Bodenverkehrsdienste. Hannover-Langenhagen wird ab 4:30 Uhr bis 15 Uhr in den Bodenverkehrsdiensten, Verwaltung und Technik bestreikt.

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