Dienstag, 28. März 2017
Solidaritätsanzeige

verdiAm heutigen Freitag, 10. Februar 2017, fanden Verhandlungen für die rund 2.000 Beschäftigten der Bodenverkehrsunternehmen auf den Berliner Flughäfen statt. »Die mittlerweile vierte Verhandlungsrunde für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlief aus der Sicht von ver.di sehr enttäuschend«, sagte dazu ver.di-Verhandlungsführer Enrico Rümker. Die Unternehmer hätten ein Angebot vorgelegt, das die ver.di-Tarifkommission als unzureichend und nicht verhandelbar bewertete. Die Aufforderung, das Angebot nachzubessern, um am Verhandlungstisch zu Lösungen zu kommen, hätten die Unternehmer zurückgewiesen.

Erklärung des Weltgewerkschaftsbundes

WeltgewerkschaftsbundDer Weltgewerkschaftsbund unterstützt als Vertretung von 92 Millionen Arbeitern auf den fünf Kontinenten die Forderungen des Bodenpersonals der Berliner Flughäfen.
Die Arbeiter der Berliner Flughäfen fordern durch ihren gestrigen Streik Lohnerhöhungen. Das Bodenpersonal der Berliner Flughäfen sieht sich bedeutender Arbeitsverdichtung ausgesetzt. Im Jahr 2016 hat die Arbeitslast durch die entsprechende Zunahme der Passagierzahlen an den Berliner Flughäfen um elf Prozent zugenommen.
Der Weltgewerkschaftsbund wird die Arbeiterklasse in ihrem Kampf für bessere und sicherere Bedingungen an ihren Arbeitsplätzen in jedem Jahr standfest unterstützen. Die Menschen in Deutschland können mit der Solidarität der internationalen klassenorientierten Gewerkschaftsbewegung rechnen.

Das Sekretariat des Weltgewerkschaftsbundes

Aus der Sicht der Unternehmer soll der Tarifvertrag über vier Jahre gelten und die Entgelte sollen sich jeweils um ein Prozent pro Jahr, das entspricht in etwa zehn Cent pro Stunde, erhöhen. »Mit dem Angebot sind die Arbeitgeber der Gewerkschaft keinen Schritt entgegengekommen, obwohl sie damit rechnen müssen, dass ein derart niedriges Angebot den Konflikt eskalieren lässt und damit auch weitere gewerkschaftliche Aktionen provoziert werden«, so Enrico Rümker. In der kommenden Woche wird die ver.di-Tarifkommission intern diskutieren und weitere Maßnahmen beraten.

Bereits am Mittwoch waren dem ver.di-Aufruf zu einem Warnstreik die meisten Beschäftigten der Bodenverkehrsdienstleister auf den Flughäfen Tegel und Schönefeld gefolgt. Der Flugbetrieb kam nahezu zum Erliegen. Der größte Teil der Flüge wurde gestrichen oder auf die Zeit nach Streikende verschoben. »Offensichtlich hatten sich viele Passagiere auf den Warnstreik eingestellt und zeigten gegenüber den Streikenden viel Verständnis für die Aktion«, sagte Rümker.

ver.di fordert bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten Vergütungsverbesserungen von einem Euro pro Stunde. Ein Beschäftigter erhält zurzeit etwa elf Euro pro Stunde. Entsprechend werden Tätigkeiten beim Laden, Checkin oder Vorfeldarbeiten wie Fahren von Abfertigungsfahrzeugen oder das Einwinken von Flugzeugen bezahlt. Zudem will ver.di erreichen, dass das Tarifsystem verbessert wird und Beschäftigte verbesserte Aufstiegsmöglichkeiten erhalten.

In den vergangenen Jahren haben durch gestiegenes Fluggastaufkommen Arbeitsverdichtungen und Arbeitsbelastungen erheblich zugenommen. Ein großer Teil der Beschäftigten in den Bodenverkehrsunternehmen ist zudem teilzeitbeschäftigt. Damit verlagern die Unternehmer ihre Risiken auf die Beschäftigten, die nur voll arbeiten dürfen, wenn es die Auftragslage nach Ansicht der Unternehmer hergibt.

Der zurzeit geltende Tarifvertrag ist allgemeinverbindlich und muss von allen Firmen angewendet werden, die Bodenverkehrsdienstleistungen anbieten. Tätig sind neben der WISAG mit ihren Tochter- und Subunternehmen die Aeroground Berlin GmbH mit ihrem Tochterunternehmen HSD, die Swissport Gegenbauer, die Ground Solution Berlin GmbH und deren Tochterunternehmen und die Aviation Handling Service.

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