Mittwoch, 20. September 2017
Solidaritätsanzeige

Wir dokumentieren nachstehend die Solidaritätserklärungen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) an die Streikenden im Erziehungsbereich und bei der Deutschen Post:

An die streikenden Kita-Beschäftigten, Komba, Verdi, GEW:

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, Eure Kolleginnen und Kollegen in der GDL unterstützen die Beschäftigten des Sozial- und Erziehungsdienstes in der andauernden Tarifauseinandersetzung und dem unbefristeten bundesweiten Streik.

Das Zugpersonal der GDL bei der Deutschen Bahn AG und den verschiedenen privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen versichert Euch unsere umfassende Solidarität: Pädagogische Berufsbilder müssen endlich eine angemessene gesellschaftliche Wertschätzung erfahren.

Die Arbeitgeber und die Gesellschaft müssen endlich anerkennen, welch unschätzbar wertvolle Arbeit Ihr in den kommunalen Betreuungseinrichtungen tagtäglich an unserem Nachwuchs leistet. Daher unterstützen wir uneingeschränkt Eure Forderungen nach einer besseren Eingruppierung und Bezahlung. Eine angemessene Bezahlung wird mit Sicherheit zu einem gewünschten und erforderlichen Schub an interessierten Nachwuchskräften führen, die bisher aufgrund der unattraktiven Entgelte ausbleiben.

Das Zugpersonal in der GDL fordert die kommunalen Arbeitgeber auf, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen.

Die GDL möchte an dieser Stelle auch ausdrücklich danken für die von zahlreichen Organisationseinheiten und Einzelmitgliedern von Komba und Verdi übersandten Solidaritätserklärungen mit den GDL-Streiks und ihrem klaren Nein zu dem grundgesetzwidrigen Tarifeinheitsgesetz.

Wenn Dachgewerkschaften wie der DGB mit den meisten ihrer Einzelgewerkschaften versuchen, andere Gewerkschaften zu entmachten und zu entrechten, und zwar im verwerflichen Schulterschluss mit Arbeitgeberverbänden, dem eigentlichen Kontrahenten, dann ist höchste Gefahr im Verzug. Und all das nur, weil die Berufsgewerkschaften mit den Industriegewerkschaften um die besseren Ideen für die Vertretung ihrer Mitglieder konkurrieren.

Das Prinzip »Teile und Herrsche« ist von den cleveren Arbeitgebern mitten in die Gewerkschaftsbewegung hineingetragen worden. Anstatt nach gemeinsamen Strategien zu suchen und sich dieser Angriffe zu erwehren, sind plötzlich Arbeitnehmervertreter die Kontrahenten und die Arbeitgebervertreter feiern fröhliche Urstände. Keiner aus den Kreisen des DGB, die heute das Tarifeinheitsgesetz unterstützen und befördern, darf aus der Pflicht entlassen werden. Wenn die Axt die erste Kerbe in die Wurzeln der Arbeitnehmerrechte geschlagen hat, dann wird schon jetzt erkennbar, wie von den Arbeitgebern kreativ weitere Wunden in die Rechte aller Arbeitnehmer in Deutschland geschlagen werden. Zum nächsten Axthieb wird bereits mit den Forderungen von CDU/CSU nach Regelungen für Bereiche der »Daseinsvorsorge« ausgeholt. Jeder aufrechte Gewerkschafter kann das erkennen und deshalb ist die Solidarität bei der Gewerkschaftsbasis ungebrochen. Lasst uns gemeinsam den Anfängen wehren!

An die Streikenden bei der Post AG, DPVKOM und Verdi:

Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Das Zugpersonal in der GDL solidarisiert sich mit den streikenden Brief- und Paketzustellern bei der Deutschen Post AG.

Wir unterstützen die Forderungen unserer Schwestergewerkschaft im deutschen beamtenbund (dbb), der DPVKOM, nach einem Bemessungstarifvertrag, nach einer Arbeitszeitverkürzung auf 38 Stunden sowie einer Entgelterhöhung von 5,5 Prozent. Wir unterstützen ebenso die Forderungen der Verdi nach einer Arbeitszeitverkürzung von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich sowie einer gleichlautenden Entgelterhöhung, wie die DPVKOM.

Bei beiden ehemals staatlichen Unternehmen Deutsche Post AG und Deutsche Bahn AG ist ein ähnliches Dilemma zu verzeichnen: Weitaus überbezahlte und größtenteils fachfremde Manager, denen eigene Kreativität und Ideen fehlen, beschäftigen gut dotierte Unternehmensberater und folgen seit Jahren beflissen deren einfältigen Ratschlägen: Ein dauerhafter Rotstift, bei den Arbeitsbedingungen und Einkünften der Arbeitnehmer angesetzt. Bei der Deutschen Post AG werden immer mehr Arbeitnehmer (inzwischen 26.000) in befristeten Arbeitsverträgen beschäftigt, um inzwischen unter Druck gesetzt zu werden, auszuscheiden oder aber ihre Arbeit in neu gegründete Regionalgesellschaften zu niedrigeren Tarifen fortzusetzen. Vertragsbruch bei der Zusage eines Schutzes gegen Fremdvergaben, Tarif- und Mitbestimmungsflucht bestimmen das Feld. All diesem, wie auch der kontinuierlichen Überlastung der Beschäftigten, muss ein Ende gesetzt werden.

Die GDL möchte an dieser Stelle auch ausdrücklich danken, für die von zahlreichen Organisationseinheiten und Einzelmitgliedern von Verdi übersandten Solidaritätserklärungen mit den GDL-Streiks und ihrem klaren Nein zu dem grundgesetzwidrigen Tarifeinheitsgesetz. Wenn Dachgewerkschaften wie der DGB mit den meisten ihrer Einzelgewerkschaften versuchen, andere Gewerkschaften zu entmachten und zu entrechten, und zwar im verwerflichen Schulterschluss mit Arbeitgeberverbänden, dem eigentlichen Kontrahenten, dann ist höchste Gefahr im Verzug. Und all das nur, weil die Berufsgewerkschaften mit den Industriegewerkschaften um die besseren Ideen für die Vertretung ihrer Mitglieder konkurrieren.

Das Prinzip »Teile und Herrsche« ist von den cleveren Arbeitgebern mitten in die Gewerkschaftsbewegung hineingetragen worden. Anstatt nach gemeinsamen Strategien zu suchen und sich dieser Angriffe zu erwehren, sind plötzlich Arbeitnehmervertreter die Kontrahenten und die Arbeitgebervertreter feiern fröhliche Urstände. Keiner aus den Kreisen des DGB, die heute das Tarifeinheitsgesetz unterstützen und befördern, darf aus der Pflicht entlassen werden. Wenn die Axt die erste Kerbe in die Wurzeln der Arbeitnehmerrechte geschlagen hat, dann wird schon jetzt erkennbar, wie von den Arbeitgebern kreativ weitere Wunden in die Rechte aller Arbeitnehmer in Deutschland geschlagen werden. Zum nächsten Axthieb wird bereits mit den Forderungen von CDU/CSU nach Regelungen für Bereiche der »Daseinsvorsorge« ausgeholt. Jeder aufrechte Gewerkschafter kann das erkennen und deshalb ist die Solidarität bei der Gewerkschaftsbasis ungebrochen. Lasst uns gemeinsam den Anfängen wehren!

Quelle: GDL / RedGlobe

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