20 | 06 | 2019

In mehreren Bundesländern haben Beschäftigte des Einzel- und Versandhandels sowie des Groß- und Außenhandels heute erneut die Arbeit niedergelegt. „Das ist ein deutliches Signal an die Arbeitgeber, dass sich die Beschäftigten mit niedrigen Angeboten, die faktisch einen Reallohnverlust bedeuten, nicht abspeisen lassen. Sie leisten jeden Tag gute und harte Arbeit und fordern deutliche Reallohnerhöhungen. Die Beschäftigten brauchen existenzsichernde Entgelte, um Armut jetzt und im Alter zu vermeiden“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Gestreikt wird heute in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, NRW und Rheinland-Pfalz. Die Streiks werden dort auch morgen fortgesetzt. Bestreikt werden auch tariflose Unternehmen, unter anderem Kaufhof, Karstadt Sports, Amazon, OBI und dm. Auch bei Karstadt Warenhaus legen Beschäftigte die Arbeit nieder. Sie fordern eine schnellere Anhebung der Entgelte und dass spätestens 2021 wieder zu 100 Prozent der Flächentarifvertrag gilt.

Zu den heutigen Streiks werden im Tagesverlauf rund 10.000 Beschäftigte erwartet. Bereits in den vergangenen Wochen ist es in verschiedenen Bundesländern zu jeweils eintägigen Warnstreiks mit hoher Beteiligung gekommen.

ver.di fordert für den Einzelhandel unter anderem 6,5 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 163 Euro bzw. einen Euro mehr pro Stunde. Für den Groß- und Außenhandel werden ebenfalls 6,5 Prozent gefordert, sowie länderspezifisch z.T. Mindestbeträge, die sich je nach Land zwischen 150 und 200 Euro monatlich bewegen. Sowohl für den Einzel- und Versandhandel wie auch für den Groß- und Außenhandel sollen zudem die Tarifverträge für alle Unternehmen der Branche wieder für allgemeinverbindlich erklärt werden.

Die Arbeitgeber haben in einem Teil der Bundesländer Angebote vorgelegt. Im Einzelhandel boten sie 1,5 Prozent in 2019 und 1,0 Prozent in 2020. Im Groß- und Außenhandel 2,0 Prozent in 2019 und 0,5 Prozent in 2020.

Quelle:

ver.di

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