Freitag, 16. November 2018
Solidaritätsanzeige

1Die erste Runde der Tarifverhandlungen für die rund 100.000 Beschäftigten der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie (PPKV) zwischen ver.di und dem Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV) ist am 10. Oktober ergebnislos zu Ende gegangen. Der HPV legte kein Verhandlungsangebot vor. ver.di fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 6 Prozent. Die Ausbildungsvergütungen sollen in allen Ausbildungsjahren um einen Betrag von 90 Euro monatlich steigen.

„Die Auftragsbücher sind voll, die Produktionskapazitäten der Betriebe in der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie sind bis zum Anschlag ausgelastet, Überstunden und Sonderschichten sind die Regel, die Umsätze steigen“, erklärte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende und Verhandlungsführer Frank Werneke. Auch die Papierpreissteigerungen seien kein Argument gegen Lohnerhöhungen. Um den Effekt der steigenden Papierpreise bereinigt wurden in der Branche allein im vergangenen Jahr die Umsatzerlöse um eine Milliarde Euro gesteigert.

Die Arbeitgeberseite bestritt in den Verhandlungen die Tatsachen nicht ernsthaft, wies aber die ver.di-Forderung, die Beschäftigten der Branche an der derzeitigen positiven Lohnentwicklung in Deutschland teilhaben zu lassen, in ungewöhnlich aggressiver Form zurück. „Der Name des Verhandlungsortes, das Hotel „Titanic“, hat die Vertreter des HPV offenbar zu realitätsfernen Assoziationen verführt“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Werneke. „Statt einmal die Leistung und das tägliche Engagement der Beschäftigten zu würdigen, haben die Verbandsvertreter mit mühsam zusammengesammelten Argumenten versucht, die wirtschaftliche Lage in der Papierverarbeitung schlecht zu reden. Fast so, als stünde die Branche kurz vor dem Untergang“, so Werneke.

Die Friedenspflicht in der Tarifrunde endet am 1. November 2018. Die Verhandlungen werden am 20. November in Berlin fortgesetzt.

Quelle:

ver.di

 

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