Samstag, 20. Januar 2018
Solidaritätsanzeige

Die Tarifrunde der IG Metall hat in der zweiten Januarwoche Schwung bekommen. Über 376 000 Beschäftigte aus rund 1 900 Betrieben haben sich seit Ende der Friedenspflicht bis 15. Januar bundesweit an kurzzeitigen Arbeitsniederlegungen, Kundgebungen und Frühschlussaktionen beteiligt. Allein in Baden-Württemberg waren es bis 16. Januar über 120 000 Warnstreikende. Neben der Erhöhung der Entgelte um 6 Prozent wird gefordert, dass die individuelle Arbeitszeit befristet auf bis zu 28 Stunden verringert werden kann.

Weiterlesen:

UZ - Unsere Zeit

Gekürzt aus POSITION #6–17, dem Magazin der SDAJ.  Zu beziehen im UZ-Shop unter www.uzshop.de,Jahresabo für 10 Euro

Irgendwann zwischen der vierzehnten Notklingel, der Medikamentengabe und Wundversorgung, dem Dokumentieren und Bilanzieren, dem Versorgen, Zuhören und auch mal Schläge abwehren beschleicht wohl jede Pflegekraft im bundesdeutschen Gesundheitssystem das Gefühl für die eigene Arbeit viel zu wenig wertgeschätzt zu werden. Doch was genau bedeutet das? Natürlich und zu Recht wird erwartet, dass Menschen, die im Pflegebereich arbeiten, neben einer medizinisch-fachlichen Qualifikation auch Einfühlungsvermögen gegenüber anderen Menschen, ihren Bedürfnissen, Leiden und Ängsten mitbringen. Die Geringschätzung gegenüber Pflegekräften beginnt jedoch dort, wo mit dieser verantwortungsvollen Haltung gegenüber HeimbewohnerInnen und Patienten kalkuliert wird, um aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen das vorhandene Pflegepersonal möglichst weit herunterzufahren und so die Beschäftigten an den Rand der Selbstaufgabe, der Überlastung und darüber hinaus zu treiben. Wertschätzung bedeutet, unter Bedingungen arbeiten zu können, die Pflegekräfte nicht vor die Wahl stellen, zwischen der eigenen Gesundheit und der des Patienten wählen zu müssen. Es bedeutet, für ein Arbeitsumfeld einzustehen, in dem ausreichend Personal zur Verfügung steht, um dem Bedürfnis der Patienten nach bestmöglicher Versorgung und dem Recht der Beschäftigten nach Arbeitsbedingungen, die sie selbst nicht krank machen, gerecht zu werden.

Der Tarifkonflikt 2018 in der Metall- und Elektroindustrie könnte einer der härtesten seit langem werden. Das erstaunt etwas angesichts der IG-Metall-Forderungen: Sechs Prozent mehr Lohn bei guten Gewinnen der meisten Unternehmen sowie ein individuelles Recht auf „kurze Vollzeit“ – nicht etwa „bei vollem Lohnausgleich“ wie einst die 35-Stunden-Woche, sondern nur mit einem Zuschuss, wenn diese Option für Erziehungs- oder Pflegearbeit oder zur Entlastung von Schichtarbeitern in Anspruch genommen wird.

Weiterlesen:

UZ - Unsere Zeit

Achim Bigus zur Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie

Der Tarifkonflikt 2018 in der Metall- und Elektroindustrie könnte einer der härtesten seit langem werden. Das erstaunt etwas angesichts der IG Metall-Forderungen: Sechs Prozent mehr Lohn bei guten Gewinnen der meisten Unternehmen sowie ein individuelles Recht auf „kurze Vollzeit“ – nicht etwa „bei vollem Lohnausgleich“ wie einst die 35-Stunden-Woche, sondern nur mit einem Zuschuss, wenn diese Option für Erziehungs- oder Pflegearbeit oder zur Entlastung von Schichtarbeitern in Anspruch genommen wird.

In Stuttgart gibt es seit vielen Jahren Erfahrungen mit Rechten im Betriebsrat. Bereits 2009 hat sich die Liste „Zentrum Automobil“ gegründet. Bei den Betriebsratswahlen 2010 ist sie zum ersten Mal angetreten und mit zwei Mandaten in den Betriebsrat des Daimler-Werkes Untertürkheim eingezogen. Bei den Betriebsratswahlen 2014 holte sie mit knapp zehn Prozent Wählerstimmen vier Betriebsratsmandate.
Bereits 2006 war der Gründer der Liste „Zentrum Automobil“, Oliver Hilburger, über die Liste der Christlichen Gewerkschaft Metall (CGM) in den Betriebsrat gelangt.

Weiterlesen:

UZ - Unsere Zeit

DKP6,7 Millionen Erwerbstätige verdienten im letzten Jahr unter 8,50 Euro pro Stunde, wenn die reale Arbeitszeit zugrunde gelegt wird – das stellt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in seiner aktuellen Studie fest. 1,8 Millionen von ihnen hätten einen gesetzlichen Anspruch auf den Mindestlohn gehabt. »Das zeigt erstens, dass der Geltungsbereich des gesetzlichen Mindestlohns ausgeweitet werden muss. Zweitens muss dringend härter gegen diejenigen Unternehmen vorgegangen werden, die durch Tricksereien den Mindestlohn offenbar dauerhaft umgehen wollen und drittens braucht es eine deutliche Erhöhung des Mindestlohns«, erklärt dazu Olaf Harms, Leiter der Kommission Betriebs- und Gewerkschaftspolitik der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP).

verdiEs wird wieder gestreikt beim Online-Händler Amazon. Die Beschäftigten kämpfen für ihre Gesundheit, für erträgliche Arbeitsbedingungen und für einen Tarifvertrag.

Amazon ist der weltweit größte Online-Händler, agiert als Lohndrücker, nutzt in großem Umfang Leiharbeit und zahlt kaum Steuern. Gespräche mit ver.di, der Gewerkschaft der Amazon-Beschäftigten, lehnt das Management grundsätzlich ab. Der Konzern hat sich auf den Weg gemacht, den Markt zu dominieren und Bedingungen zu diktieren. Das Vermögen von Amazon-Chef Jeff Bezos wird auf über 90 Milliarden Euro geschätzt, der Umsatz von Amazon lag 2016 bereits bei über 130 Mrd. Euro. Und der Konzern wächst schnell, will auch im Lebensmittel-Handel und als Möbelversand expandieren, bringt mit »Echo« ein Gerät in die Wohnzimmer der Kunden, dass Daten direkt bei den Menschen zuhause sammelt.

dkp logo neuDie geplante Fusion von ThyssenKrupp und dem indischen Tata Steel bedeutet vor allem eins: Arbeitsplatzvernichtung zur Profitmaximierung.

ThyssenKrupp rechnet mit Einsparungen von 400 bis 600 Millionen Euro, sollte die Fusion zustande kommen. Die Hälfte davon durch den Abbau von Arbeitsplätzen, oder im Konzernsprech: durch „Synergien in Verwaltung, Vertrieb, Logistik und Forschung“. Langfristig soll ThyssenKrupp Tata noch mehr Geld sparen, indem ab 2020 „unrentable Anlagen überprüft“ werden. Auch das bedeutet Massenentlassungen. Mehr als 7.000 der insgesamt 37.000 Arbeitsplätze stehen zu Beginn auf dem Spiel. Das wäre nur der Anfang.

verdiver.di ruft die Beschäftigten am Zalando-Standort Brieselang zu einem ganztägigen Streik am morgigen Freitag, 1. September 2017, auf. Eine Streikdelegation wird von Brieselang mit Bussen nach Berlin fahren und dort vor der Modemesse »Bread & Butter« für eine längerfristige Standortgarantie, die Anerkennung der Tarifverträge für den Einzel- und Versandhandel Brandenburgs, einen Verzicht auf sachgrundlose Befristungen sowie Regelungen für gute und gesunde Arbeit demonstrieren. »Die Modeveranstaltung wird in diesem Jahr von Zalando organisiert, das ist der richtige Ort, um für faire Löhne in diesem Unternehmen zu demonstrieren«, sagte ver.di-Verhandlungsführerin Erika Ritter.

Real time web analytics, Heat map tracking

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne die Einstellungen Ihres Browsers anzupassen, wird davon ausgegangen, dass Sie alle Cookies dieser Webseite empfangen möchten. Sofern Sie die Cookies dieser Webseite ablehnen oder löschen möchten, können Sie dies in den Einstellungen des Browsers tun. Beachten Sie aber, dass die Bedienbarkeit der Webseite damit eingeschränkt sein kann.