Montag, 23. Juli 2018
Solidaritätsanzeige

Zugblockade bei MünsterNach Informationen des Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen haben AtomkraftgegnerInnen heute einen Uranzug aus der Urananreicherungsanlage Gronau bei Münster-Kinderhaus am Bahnübergang Dieckhoffweg (Nähe Kanalstraße) mit einer spektakulären Abseilaktion gestoppt. Der Uranzug hatte die Urananreicherungsanlage in Gronau gegen 12.10 Uhr mit insgesamt neun großen Waggons und ca. 450 Tonnen Uranhexafluorid (UF6) verlassen. Auch nach mehr als zweieinhalb Stunden war die Aktion noch nicht beendet. Der Uranmüll soll in die französische Atomfabrik Pierrelatte im Rhone-Tal rollen, steht aber nach Polizeiangaben derzeit in Altenberge. Wie die Bundespolizei mitteilte, werte man die Aktion als Versammlung, die nicht strafbar sei. Auch wurde nach Presseangaben ein »Höhenrettungsteam« aus St. Augustin angefordert.

.ausgestrahlt.ausgestrahltZu den atompolitischen Folgen der Wahlausgänge in Schleswig-Holstein und Frankreich erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt: »Kommt es in Schleswig-Holstein zu einer Koalition aus SPD, Grünen und SSW, dann wird der atompolitische Knackpunkt die Zukunft des AKW Brokdorf an der Unterelbe. Brokdorf soll nach geltendem Atomgesetz bis Ende 2021 in Betrieb bleiben, obwohl es schlecht gegen Hochwasser und Flugzeugabstürze gesichert ist. Doch alle drei Parteien haben vor dem Urnengang im „Wahl-o-mat“ der Landeszentrale für politische Bildung der Aussage „Das Kernkraftwerk Brokdorf soll sofort abgeschaltet werden“ zugestimmt. Die Spitzenkandidaten von SPD und Grünen, Albig und Habeck, haben sich am 11. März an der Umzingelung des AKW beteiligt, zu der ebenfalls mit der Forderung nach sofortiger Stilllegung aufgerufen worden war.«

Christel Wegner bei Castorprotesten 2008Christel Wegner bei Castorprotesten 2008Wie anderen Abgeordneten aus Landtagen und dem Bundestag auch hat die Staatsanwaltschaft Lüneburg der fraktionslosen Abgeordneten des Niedersächsischen Landtags, Christel Wegner (DKP), die Einstellung des gegen sie eingeleiteten Verfahrens wegen des Aufrufs für die Kampagne »Castor? Schottern!« angeboten, wenn sie 500 Euro zahlt. Wenn das Geld bis zum 4. Mai nicht eingegangen ist, werdedie Aufhebung der Immunität der Abgeordneten beantragt und Anklage erhoben, droht eine Staatsanwältin. Außerdem könne sie im Wiederholungsfall nicht mit einer Einstellung des Verfahrens rechnen.

3000 Menschen demonstrierten gegen Atommüll. Foto: Andreas Conradt / PubliXviewinG3000 Menschen demonstrierten gegen Atommüll. Foto: Andreas Conradt / PubliXviewinG120 AktivistInnen der Kampagne gorleben365 halten die Zufahrten zum geplanten Endlager in Gorleben besetzt. Sie unterstreichen damit ihre Forderung Gorleben als Endlagerstandort fallen zu lassen.

Auftakt bildete in den frühen Morgenstunden eine musikalischen Blockade der Tore zum Erkundungsbergwerk. Aktiv waren dort MusikerInnen der „Lebenslaute“, einer bundesweiten Musik- und Aktionsgruppe, die überwiegend klassische Musik dort zum Klingen bringt, wo dies nicht erwartet wird: Auf Militärübungsplätzen und Abschiebeflughäfen, vor AKW und diesmal zum vierten Mal auch in Gorleben. Die Betreiber entschieden sich, die Wachmannschaft in einem Gefangenenbus auf das Gelände zu transportieren.

ausgestrahltausgestrahltZum morgigen 26. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt: »Nach Tschernobyl wurden in Deutschland keine neuen Atomkraftwerke mehr gebaut. Nach Fukushima wurde die Hälfte der Reaktoren in der Bundesrepublik abgeschaltet. Was muss denn noch passieren, damit auch die restlichen neun AKW vom Netz gehen? Die im letzten Jahr im Bundestag beschlossenen Laufzeiten bis 2022 sind ein Skandal, denn die Reaktorsicherheitskommission des Bundes hat bei jedem der noch laufenden Meiler Sicherheitsdefizite festgestellt. Mit der merkelschen ‚Neubewertung des Restrisikos‘ ist es also leider nicht weit her. Der Ausstieg ist auf halber Strecke steckengeblieben.«

Sitzblockade vor dem Erkundungsbergwerk. Foto: Malte Dörge / PubliXviewinGSitzblockade vor dem Erkundungsbergwerk. Foto: Malte Dörge / PubliXviewinGMehr als vier Stunden lang haben 20 AktivistInnen von Contratom und KURVE Wustrow gestern alle sechs Zufahrtstoren zum Endlagerbergwerk in Gorleben. Damit verhinderten die AktivistInnen zumindest an diesem Nachmittag die weitere Erkundung in Gorleben. Einer der angeketteten AktvistInnen berichtete: »Trotz Kälte und Nässe haben wir durchgehalten. Wir haben stundenlang erfolgreich die Erkundungsarbeiten behindert.« Der tägliche Drei-Schicht-Betrieb mit jeweils rund 90 MitarbeiterInnen konnte erst nach der Räumung durch die Polizei um 20.20 Uhr fortgesetzt werden. Die AktivistInnen hatten sich mit einer Pyramide, Ketten und Vorhängeschlössern an den Toren angekettet und so die Zufahrt zum Endlagerbergwerk verhindert.

Atomkraftgegner in AktionAtomkraftgegner in AktionSeit 16.15 Uhr blockieren 20 AktivistInnen von Contratom und der KURVE Wustrow – Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion alle sechs Zufahrtstore zum Endlagerbergwerk in Gorleben. Während heute in Berlin ein Spitzengespräch zum Endlagersuchgesetz stattfindet, verhindern die AktivistInnen dadurch zumindest symbolisch eine weitere Erkundung in Gorleben. Einer der angeketteten AktvistInnen berichtet: »Heute wird es keinen Schichtwechsel mehr geben. Wir blockieren die Erkundungsarbeiten, die hier tagtäglich im Drei-Schicht-Betrieb mit jeweils rund 90 MitarbeiterInnen gefahren werden. Wir haben das Bergwerk mit unseren Ketten und Körpern abgeschlossen.«

Endlager in Gorleben? Nein Danke!Endlager in Gorleben? Nein Danke!Der Protest im Wendland gegen das Atommüll-Lager in Gorleben war schon immer etwas bunter und kreativer als Demonstrationen anderswo. So auch jetzt, anlässlich der entscheidenden Phase in den Verhandlungen für ein Endlager-Suchgesetz und 26 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Für kommenden Samstag, den 28. April, rufen zahlreiche Initiativen und Umweltverbände zu einer »kulturellen Umzingelung« des Endlagerbergwerks auf. Rund um die Mauern der Anlage wird musiziert, getanzt, Theater gespielt und der tödlichen Bedrohung lebendigen Widerstandsgeist entgegengebracht. Aus ganz Norddeutschland haben Atomkraftgegner Busse nach Gorleben organisiert.

ausgestrahltausgestrahltInnerhalb von drei Tagen haben sich mehr als 10.000 Menschen an einer Eil-Aktion der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt beteiligt und fordern von der Bundesregierung die klare Ablehnung von Atom-Subventionen durch die EU. Am Freitag vormittag lag die Zahl der Unterzeichner bereits bei 11971 Menschen, die mit ihrem Namen Stellung genommen haben.

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