Montag, 18. Dezember 2017
Solidaritätsanzeige

etheconetheconDie Bilder vom atomaren Super-GAU im japanischen Kernkraftwerk Fukushima haben sich vor gut einem Jahr weltweit ins Gedächtnis gebrannt. Unauslöschlich sind sie nun mit Japan verbunden und prägen das Bild mit, das im Ausland von Japan herrscht. Nicht zuletzt durch die tiefe Betroffenheit, die das Schicksal der AnwohnerInnen und der Evakuierten rund um den Globus ausgelöst hat, ist der 11. März 2011 zu einem historischen Datum geworden - in Japan und weltweit.

Umso befremdlicher ist die Tatsache, dass die japanische Regierung und ihre Vertretungen im Ausland alles ihnen Mögliche tun, um das Thema Fukushima auszublenden. Ein aktuelles Beispiel dafür ist der Japan-Tag, der am 2. Juni in Düsseldorf ausgerichtet wird. Veranstalter ist das japanische Generalkonsulat. Düsseldorf ist die Europa-Zentrale der japanischen Wirtschaft. Alljährlich präsentiert sich die fernöstliche Nation mit einem großen Fest. Im vergangenen Jahr fiel dieses auf Grund der Fukushima-Katastrophe aus.

Atomtransport sechs Stunden blockiertAtomtransport sechs Stunden blockiertBereits seit mehreren Tagen demonstrieren Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände gegen einen Atommülltransport vom Atomkraftwerk Obrigheim in das Atommüll-Lager Lubmin. Der Transport erfolgt weitgehend mit einem Schiff über verschiedene Wasserstraßen. Am Pfingstmontag  wurde in Münster auf und an einer Brücke über dem Dortmund-Ems-Kanal protestiert. Dabei haben sich zwei Kletterer von »SOFA Münster« und »Robin Wood«mit einem Transparent mit der Aufschrift »Vermeiden statt Verschieben« über dem Kanal abgeseilt. Der Schiffstransport wurde für mehrere Stunden gestoppt.

»Absolut nervig, das ist absolut krank, was sie macht. Das ist ein Störfaktor. Das müssen wir irgendwann unterbinden...« So äußerte sich der Lüneburger Polizeipräsident und Castor-Einsatzleiter Friedrich Niehörster im NDR über das Engagement der Kletteraktivistin Cécile Lecomte, auch »Eichhörnchen« genannt, die sich seit Jahren kletternd gegen Atomtransporte - zuletzt am vergangenen Montag in Münster mit der achtstündigen Blockade eines Uranmülltransportes nach Frankreich - engagiert. Lecomte klagte daraufhin auf Unterlassung und Rückruf der verletzenden und unrichtigen Äußerung vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg (RedGlobe berichtete hier).

Kletterblockade bei MünsterKletterblockade bei MünsterNach fast achtstündigem Zwangsaufenthalt durch eine Blockade von AtomkraftgegnerInnen bei Münster ist gestern Abend gegen 20.45 Uhr der Atomtransport mit 450 Tonnen abgereichertem  Uranhexafluorid aus der Urananreicherungsanlage Gronau weitergerollt. Zuvor hatte die Bundespolizei sechs KletteraktivistInnen, die sich über der Bahnstrecke abgeseilt hatten, durch Spezialkräfte festgesetzt. Die AktivistInnen wurden nach einer Personenkontrolle freigelassen. Damit war die Aktion die bislang längste Luftblockade eines Urantransports in Deutschland.

Zugblockade bei MünsterZugblockade bei MünsterNach Informationen des Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen haben AtomkraftgegnerInnen heute einen Uranzug aus der Urananreicherungsanlage Gronau bei Münster-Kinderhaus am Bahnübergang Dieckhoffweg (Nähe Kanalstraße) mit einer spektakulären Abseilaktion gestoppt. Der Uranzug hatte die Urananreicherungsanlage in Gronau gegen 12.10 Uhr mit insgesamt neun großen Waggons und ca. 450 Tonnen Uranhexafluorid (UF6) verlassen. Auch nach mehr als zweieinhalb Stunden war die Aktion noch nicht beendet. Der Uranmüll soll in die französische Atomfabrik Pierrelatte im Rhone-Tal rollen, steht aber nach Polizeiangaben derzeit in Altenberge. Wie die Bundespolizei mitteilte, werte man die Aktion als Versammlung, die nicht strafbar sei. Auch wurde nach Presseangaben ein »Höhenrettungsteam« aus St. Augustin angefordert.

.ausgestrahlt.ausgestrahltZu den atompolitischen Folgen der Wahlausgänge in Schleswig-Holstein und Frankreich erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt: »Kommt es in Schleswig-Holstein zu einer Koalition aus SPD, Grünen und SSW, dann wird der atompolitische Knackpunkt die Zukunft des AKW Brokdorf an der Unterelbe. Brokdorf soll nach geltendem Atomgesetz bis Ende 2021 in Betrieb bleiben, obwohl es schlecht gegen Hochwasser und Flugzeugabstürze gesichert ist. Doch alle drei Parteien haben vor dem Urnengang im „Wahl-o-mat“ der Landeszentrale für politische Bildung der Aussage „Das Kernkraftwerk Brokdorf soll sofort abgeschaltet werden“ zugestimmt. Die Spitzenkandidaten von SPD und Grünen, Albig und Habeck, haben sich am 11. März an der Umzingelung des AKW beteiligt, zu der ebenfalls mit der Forderung nach sofortiger Stilllegung aufgerufen worden war.«

Christel Wegner bei Castorprotesten 2008Christel Wegner bei Castorprotesten 2008Wie anderen Abgeordneten aus Landtagen und dem Bundestag auch hat die Staatsanwaltschaft Lüneburg der fraktionslosen Abgeordneten des Niedersächsischen Landtags, Christel Wegner (DKP), die Einstellung des gegen sie eingeleiteten Verfahrens wegen des Aufrufs für die Kampagne »Castor? Schottern!« angeboten, wenn sie 500 Euro zahlt. Wenn das Geld bis zum 4. Mai nicht eingegangen ist, werdedie Aufhebung der Immunität der Abgeordneten beantragt und Anklage erhoben, droht eine Staatsanwältin. Außerdem könne sie im Wiederholungsfall nicht mit einer Einstellung des Verfahrens rechnen.

3000 Menschen demonstrierten gegen Atommüll. Foto: Andreas Conradt / PubliXviewinG3000 Menschen demonstrierten gegen Atommüll. Foto: Andreas Conradt / PubliXviewinG120 AktivistInnen der Kampagne gorleben365 halten die Zufahrten zum geplanten Endlager in Gorleben besetzt. Sie unterstreichen damit ihre Forderung Gorleben als Endlagerstandort fallen zu lassen.

Auftakt bildete in den frühen Morgenstunden eine musikalischen Blockade der Tore zum Erkundungsbergwerk. Aktiv waren dort MusikerInnen der „Lebenslaute“, einer bundesweiten Musik- und Aktionsgruppe, die überwiegend klassische Musik dort zum Klingen bringt, wo dies nicht erwartet wird: Auf Militärübungsplätzen und Abschiebeflughäfen, vor AKW und diesmal zum vierten Mal auch in Gorleben. Die Betreiber entschieden sich, die Wachmannschaft in einem Gefangenenbus auf das Gelände zu transportieren.

ausgestrahltausgestrahltZum morgigen 26. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt: »Nach Tschernobyl wurden in Deutschland keine neuen Atomkraftwerke mehr gebaut. Nach Fukushima wurde die Hälfte der Reaktoren in der Bundesrepublik abgeschaltet. Was muss denn noch passieren, damit auch die restlichen neun AKW vom Netz gehen? Die im letzten Jahr im Bundestag beschlossenen Laufzeiten bis 2022 sind ein Skandal, denn die Reaktorsicherheitskommission des Bundes hat bei jedem der noch laufenden Meiler Sicherheitsdefizite festgestellt. Mit der merkelschen ‚Neubewertung des Restrisikos‘ ist es also leider nicht weit her. Der Ausstieg ist auf halber Strecke steckengeblieben.«

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