Freitag, 24. November 2017
Solidaritätsanzeige

atomkraft nein dankeZur morgen stattfindenden ersten energiepolitischen Sondierungs-Runde zwischen Union, FDP und Grünen erklärt der Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt, Jochen Stay: »Auf dem karibischen Inselstaat Jamaika gibt es keine Atomkraftwerke. In der zukünftig wahrscheinlich von einer Jamaika-Koalition regierten Bundesrepublik Deutschland laufen auch mehr als sechs Jahre nach Fukushima noch acht Reaktoren, die meisten laut Atomgesetz bis 2022. Trotz Ausstiegs-Beschluss ist Deutschland noch immer zweitgrößter Atomstrom-Produzent in der EU. In dieser Legislaturperiode sollen nur zwei AKW abgeschaltet werden. Das muss sich dringend ändern. Wir fordern: Mehr Tempo beim Atomausstieg.«

Neben dem tagtäglichen Risiko einer Kernschmelzkatastrophe und dem wachsenden Atommüllberg gebe es inzwischen auch handfeste ökonomische Gründe für einen schnelleren Atomausstieg, erklärt Stay. »So verstopfen unflexible AKW in Norddeutschland mit ihrem Atomstrom die Netze, wenn eigentlich genug Windstrom da wäre. So entstehen unnötige Kosten für Entschädigungs-Zahlungen. Auch der sogenannte Redispatch muss bezahlt werden, weil im Norden mehr Strom produziert wird, als die Leitungen nach Süden transportieren können. Einfacher wäre es, die Atomkraftwerke schon jetzt abzuschalten und nicht erst in vier bis fünf Jahren, den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben und damit bares Geld zu sparen. Im Augenblick passiert das Gegenteil: der Ausbau der Windenergie wurde in weiten Teilen Norddeutschlands gestoppt.«

Dass ein schnellerer Atomausstieg auch bei einer Jamaika-Koalition Chancen hat, zeige das bereits bestehende Bündnis aus CDU, FDP und Grünen in Schleswig-Holstein. Dort habe man sich im Koalitionsvertrag dagegen ausgesprochen, weitere Reststrommengen auf das AKW Brokdorf zu übertragen, um den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht auszubremsen. Die Kieler Unterhändler Günther, Kubicki und Habeck sitzen nun auch in Berlin mit am Tisch.

Atomkraftgegnerinnen und Atomkraftgegner werden am morgigen Donnerstag ab 9.30 Uhr in Berlin am Spreeufer zwischen Reichstagsgebäude und Parlamentarischer Gesellschaft für den »Atomausstieg in Jamaika« demonstrieren, direkt bevor sich die Energie-AG der Sondierungsgespräche trifft.

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