Freitag, 21. Juli 2017
Solidaritätsanzeige

Protest gegen Fracking in Berlin. Foto: Robin Wood (CC BY 2.0)In Berlin haben heute der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Campact, Deutscher Naturschutzring (DNR), Naturschutzbund Deutschland (NABU), Umweltinstitut München, Robin Wood, PowerShift, die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten in der EKD (AGU) vor dem Bundeskanzleramt mit einer symbolischen Fracking-Probebohrung gegen die Kabinettsbeschlüsse zur Fracking-Technologie protestiert. Die Aktion richtete sich gegen die Absicht der Energiekonzerne, in mehreren Regionen Deutschlands mittels Fracking Erdgas aus tiefen Erdschichten zu gewinnen. Die Organisationen fordern ein Verbot dieser Technologie.

»Fracking bedroht die Grundwasservorräte, die Böden und schadet dem Klima. Es ist eine Fossil-Technologie von gestern und konterkariert die Energiewende«, sagte Ann-Kathrin Schneider, Energieexpertin beim BUND. »In ganz Deutschland haben sich inzwischen mehr als 2.000 Gemeinden gegen Fracking in ihren Regionen ausgesprochen. Die Bundesregierung muss die Sorgen und Proteste der Bürger ernst nehmen und Fracking verbieten«, forderte sie.

»Der von der Bundesregierung geplante Rechtsrahmen zu Fracking stellt die privatwirtschaftlichen Interessen der Erdgasindustrie über den vorsorgenden Umweltschutz«, kritisierte Franziska Buch, Energiereferentin am Umweltinstitut München. »Indem die Energiekonzerne mit Fracking die weitere Ausbeutung fossiler Energien vorantreiben wollen, bürden sie der Umwelt und den Menschen die Folgekosten auf.«

»Die Regierung will Fracking-Bohrungen ermöglichen. Das ist eine Hintertür für Exxon und Co, mit der eine Hochrisiko-Technologie salonfähig gemacht werden soll, die wir für die Energiewende gar nicht brauchen«, unterstrich Chris Methmann von Campact. »Der Bundestag entmachtet sich selbst, wenn er wesentliche Entscheidungen über Risiken und den Einsatz von Fracking oberhalb von 3000 Metern zu kommerziellen Zwecken einer Expertenkommission überlassen will, deren Neutralität in Frage gestellt werden kann. Dieses Vorgehen ist nach demokratischen Prinzipien nicht zu legitimieren«, ergänzte Sascha Müller-Kraenner, Geschäftsführer der DUH.

Die Umweltschützer rufen nun die Bundestagsabgeordneten auf, ein Fracking-Ermöglichungsgesetz zu verhindern. Sie seien aufgefordert alles daran zu setzen, den Schutz von Mensch, Natur und Wasser umgehend dort nachzubessern, wo die Bundesregierung geschlampt hat. Am Ende trage jeder Abgeordnete persönlich dafür Sorge, dass die Einwohner, Natur, Seen, Brunnen und Talsperren in seinem Wahlkreis sicher sind, unterstrich NABU-Energieexperte Ulf Sieberg. Die Umweltverbände kündigten weitere Proteste vor Ort an möglichen Fracking-Standorten gegen diese inakzeptable Fördertechnik an.

Real time web analytics, Heat map tracking
Ähnliche Beiträge

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne die Einstellungen Ihres Browsers anzupassen, wird davon ausgegangen, dass Sie alle Cookies dieser Webseite empfangen möchten. Sofern Sie die Cookies dieser Webseite ablehnen oder löschen möchten, können Sie dies in den Einstellungen des Browsers tun. Beachten Sie aber, dass die Bedienbarkeit der Webseite damit eingeschränkt sein kann.