Dienstag, 18. Dezember 2018
Solidaritätsanzeige

Am gestrigen Montagabend fand im Audimax der Universität Paderborn die zweite Podiumsdiskussion zwischen der Universitätsleitung und den Studierenden statt. Nach einer dreistündigen Diskussion blieben auch diesmal bedauerlicherweise viele Fragen unbeantwortet.

Bildungsstreik in WuppertalDer rote Kanal: Videos vom Bildungsstreik - Hier klicken +++ Bundesregierung: Nach den Protesten von über 80.000 Studierenden und SchülerInnen in vielen Städten hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan eine Bafög-Erhöhung in Aussicht gestellt. »Ich halte eine Bafög-Erhöhung für richtig und werde sie den Ländern und dem Bundeskabinett vorschlagen«, sagte die CDU-Politikerin der »Berliner Zeitung«. +++ Jena: "Radio Utopie" meldet, dass die Polizei in das Uni-Hauptgebäude am Fürstengraben eingedrungen ist und versuchte, die dort versammelten Studierenden die der Hochschulleitung ihre Forderungen vortragen wollten, mit Gewalt auseinanderzutreiben. Aussagen von Augenzeugen zufolge kam es dabei von Seiten des Sondereinsatzkommandos zum Einsatz von Pfefferspray, das den DemonstrantInnen direkt ins Gesicht gesprüht wurde. Einige Teilnehmer der Demonstration wurden festgenommen. Die Studenten forderten die Freilassung und bewegten sich nicht vom Fleck. Erst nach der Freilassung ging die Demo weiter. +++ Bayern: Polizei schätzt die TeilnehmerInnenzahl des Bildungsstreiks im Freistaat auf 11.500 +++

Bildungsstreik 2009Seit einer Woche haben Studierende begonnen, zentrale Hörsäle in Hochschulen wie Potsdam,  Münster, Heidelberg, Marburg, München, Paderborn, Darmstadt, Mönchen-Gladbach, Greifswald, Dresden und Tübingen zu besetzen. Weitere Besetzungen sind geplant. Der Bundesweite Bildungsstreik hat damit eine neue Qualität erreicht. Dies zeigt, dass die Betroffenen sich weiterhin wehren und für eine freie, selbstbestimmte Bildung zu kämpfen bereit sind.

SDAJSDAJBereits im Juni diesen Jahres stand für 270.000 SchülerInnen fest: dieses Bildungssystem können wir uns nicht mehr leisten. Seit Jahren werden unsere Schulen kaputt gespart, während PolitikerInnen von der Bildungsrepublik schwafeln. Wir werden immer noch nach der vierten Klasse auf die verschiedenen Schultypen aufgeteilt, obwohl die BRD dafür sogar von der UNO kritisiert wurde. Und immer noch haben Kinder aus armen Familien in diesem Bildungssystem das Nachsehen. Wer arm ist hat kaum eine Chance auf einen höheren Schulabschluss.

Bildungsstreik im Juni - Fortsetzung im NovemberBildungsstreik im Juni - Fortsetzung im NovemberÜber 270.000 SchülerInnen und Studierende beteiligten sich im Juni an Protesten gegen das neoliberale Bildungssystem. Für den 17.11. planen Gruppen in rund 20 Städten erneut Schul- und Bildungsstreiks als Auftakt für einen »heißen Herbst«. Schon in den letzten Wochen wurden Hörsäle der Uni Wien, der TU Graz und mehrerer deutscher Universitäten besetzt. Bei Großdemonstrationen in Wien forderten anschließend über 40.000 Menschen eine bessere Bildung.

Unibesetzung in MarburgUnibesetzung in MarburgAm Donnerstag abend ist das Auditorium Maximum der Philipps-Universität Marburg im Anschluss an eine Informationsveranstaltung der Bildungsstreik-Initiative Marburg von Studierenden besetzt worden. Durch diese Aktion wurde ein Freiraum geschaffen, dessen Nutzung den Studierenden zu Gute kommen und die Diskussion über Bildung vorantreiben sollte.  Der Freiraum war für alle Interessierten offen, die sich mit der zunehmenden Ökonomisierung, Bürokratisierung und Hierarchisierung der Universität auseinandersetzen wollten. Über Nacht  bildeten sich Arbeitskreise und begannen, inhaltlich zu arbeiten, um konstruktive Vorschläge für die Lösung der Konflikte zwischen Universitätsleitung und Studierenden zu entwickeln.
Noch heute Morgen erklärte die Pressesprecherin der Universität Marburg, Dr. Viola Düwert: »Da das Wochenende bevorsteht und keine Lehrveranstaltungen gefährdet sind, warten wir einfach ab.«

Audimax der Uni Marburg besetztAudimax der Uni Marburg besetztNach einer studentischen Informations-Vollversammlung am gestrigen Donnerstag im Auditorium Maximum der Philipps-Universität Marburg haben rund 100 Studierende die Initiative ergriffen und die zweite Etage des Hörsaalgebäudes besetzt. Die BesetzerInnen des AudiMax sehen ihren Protest als Teil der »weltweiten Bewegung für freie und emanzipatorische Bildung«, wie sie in einer Pressemitteilung schreiben.

International Students MovementInternational Students MovementSeit Jahren erleben Menschen auf der ganzen Welt wie Studiengebühren sprunghaft  ansteigen und infolge dessen viele noch Jahre nach ihrem Abschluss verschuldet sind. Seit einiger Zeit ist die Präsenz von Unternehmen an (Hoch-)Schulen stark angestiegen.  Öffentliche Bildungseinrichtungen geraten verstärkt unter den Zugzwang wirtschaftlicher Zwänge. Sie werden zunehmend in Wirtschaftsunternehmen umstrukturiert, in denen Studierende, SchülerInnen, Lehrkräfte und sonstige Angestellte kaum noch Mitspracherechte haben. Der Kundenstatus der Studierenden - und vermehrt auch der SchülerInnen - schafft eine Atmosphäre, die dem autonomen Lernen grundsätzlich widerspricht. Menschen weltweit leiden unter den Auswirkungen permanenter Haushaltskürzungen sowie dem immer größer werdenden Einfluss (privat-)wirtschaftlicher Interessen im öffentlichen Bildungsbereich.

Der nächste Schulstreik ist am 17. NovemberDer nächste Schulstreik ist am 17. NovemberIm Juni diesen Jahres demonstrierten rund 300 000 SchülerInnen und Studierende im gesamten Bundesgebiet für ein besseres Bildungssystem. Schulen wurden bestreikt, Universitäten und Rathäuser teilweise besetzt. In vielen Städten wurden diese Aktionen von Gewerkschaften, der Gewerkschaftsjugend, verschiedenen Parteien und Eltern- und Lehrerverbänden unterstützt. Dies hat gezeigt, dass Bildung nicht nur ein Anliegen von SchülerInnen und StudentInnen ist, sondern, dass sich der Protest gegen die herrschenden Zustände im Bildungswesen auf immer größere Teile in der Gesellschaft ausweitet. Auch in Augsburg wurde der Schulstreik am Vormittag des 17. Juni von der DGB-Jugend unterstützt. »Wir Azubis und junge Arbeitnehmer stehen hinter den Forderungen und Aktionen der streikenden SchülerInnen und StudentInnen, denn wir waren alle selber einmal Schüler und wissen daher wie Schule ist. Deshalb wollen wir nicht, dass unsere Kinder auch einmal unter solch miserablen Umständen ausgebildet werden müssen«, sagte damals der DGB-Jugendsekretär für Südbayern, Radoslav Keric.

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