Sonntag, 18. November 2018
Solidaritätsanzeige

junge Welt, 13. August 2012Vor einem Jahr sorgte die Tageszeitung »junge Welt« mit einer provokativen Titelseite für Aufregung in der deutschen Medienlandschaft. Während praktisch alle anderen Zeitungen sich in verlogenen Ritualen zum Jahrestag des Mauerbaus am 13. August 1961 ergingen, sagte die jW »einfach mal Danke«, etwa für »28 Jahre ohne Beteiligung deutscher Soldaten an Kriegseinsätzen, für 28 Jahre ohne Hartz IV und Erwerbslosigkeit, für 28 Jahre ohne Obdachlosigkeit...« Die Folge waren Boykottaufrufe, Verbotsforderungen – und eine ziemlich erfolgreiche Abo-Werbekampagne, mit der das Blatt darauf reagiert.

Sehr geehrter Günter Grass,

natürlich haben Sie Recht, das belegen die Fakten

  • dass nicht der Iran, sondern Israel über Atomwaffen verfügt und somit in der Lage ist, den Iran zu vernichten;
  • dass nicht Iran, sondern Israel dem Atomwaffensperrvertrag nicht beigetreten ist und keinerlei internationale Kontrolle über sein Atomprogramm zulässt;
  • dass Deutschland mit der Lieferung eines weiteren Atom-U-Boots an Israel sich zum Beihelfer eines möglichen Präventivkrieges gegen Iran machen würde;
  • dass von der realen Atommacht Israel eine Gefahr für den "brüchigen Weltfrieden" ausgeht;
  • dass die Politik des Westens gegenüber Iran und Israel von Heuchelei geprägt ist; und
  • dass, wer Israels Politik kritisiert, all zu leicht unter das Verdikt des "Antisemitismus" fällt.

Wir, die Mitglieder der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost, gratulieren Günter Grass für seine aufrichtige Aussage in bezug auf die Atompolitik Israels. Auch wenn Günter Grass durch sein langes Schweigen über seine ehemalige Angehörigkeit zur Waffen-SS Glaubwürdigkeit in Sachen NS-Aufarbeitung einbüßt, so zeigt die hysterische Reaktion jüdischer und nicht-jüdischer Deutscher deutlich, dass er ins Ziel getroffen hat. Mit Recht weist Grass auf die überlegene Stärke der vierten Atommacht des Staates Israel und die Gefahr eines tödlichen Kriegs, der mit oder ohne Unterstützung der USA den ganzen Nahen Osten in Mitleidenschaft ziehen und möglicherweise auf die restliche Welt  übergreifen würde. Der Wunsch der im Iran Herrschenden, dass das »zionistische Regime« verschwinden möge, hat seine genaue Entsprechung im Wunsch der USA und Israels, dass das »islamistische Mullah-Regime« verschwinden möge. Unsere Medien und Politiker verteufeln das eine als »Vernichtungsdrohung gegen die Bevölkerung« und spielen das andere als »berechtigte Forderung« herunter.

»Mit dem Maß der Verse«, so der Vorsitzende des Verbandes deutscher Schriftsteller in ver.di (VS), Imre Török, »hat Grass darauf aufmerksam gemacht, wie gefährlich es ist, mit zweierlei Maß zu messen«.

Wer das Gedicht »Was gesagt werden muss« des Nobelpreisträgers genau lese, könne unschwer erkennen, dass es nicht einseitig Partei ergreife. Aus der »vorösterlichen Botschaft« spreche klar die Sorge um den brüchigen Frieden im Nahen Osten. Die Folgen eines atomaren Schlages würden alle Menschen dort gleichermaßen treffen.

etheconetheconethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie hat bei ihrer Kuratoriumssitzung am Samstag, 24. März, die nationalen und internationalen Massenmedien heftig kritisiert. »Die großen Medien sind auf Gedeih und Verderb der Profitorientierung des kleinen Kreises Ultra-Reicher unterworfen, die als Großaktionäre die herausgebenden Konzerne besitzen«, so ethecon-Vorstand Axel Köhler-Schnura. Im Zusammenhang mit diesen Medien seien Vokabeln wie »demokratisch«, »unabhängig« und »überparteilich« nichts als Augenwischerei.

Lucas ZeiseLucas Zeise»Lucas Zeise zu Lust und Risiken des Kapitalverkehrs« - unter diesem Motto schreibt der Wirtschaftswissenschaftler, Journalist und Publizist künftig regelmäßig in der Tageszeitung  »junge Welt«. Die Kolumne erscheint zum ersten Mal am morgigen Sonnabend, den 10. März. Der Autor, Mitbegründer der Tageszeitung »Financial Times Deutschland«, wird in Zukunft Ernstes und Lächerliches aus dem alltäglichen Wahnsinn der professionellen Renditejagd aufspießen und seine Sicht der Ding darstellen.

Besser echtes nehmen... Foto: dierk schaefer / flickr.comBesser echtes nehmen... Foto: dierk schaefer / flickr.comDie Verbraucherorganisation foodwatch wirft der zur Edeka-Gruppe gehörenden Supermarktkette Netto vor, mithilfe irreführender Werbeaussagen gestrecktes Hackfleisch zu überhöhten Preisen zu vermarkten. Auf www.abgespeist.de hat die Vereinigung eine E-Mail-Beschwerdeaktion an den Lebensmitteldiscounter gestartet. foodwatch berichtet, dass Netto unter der Eigenmarke »Viva Vital« eine »Zubereitung aus Hackfleisch gemischt mit pflanzlichem Eiweiß« vertreibt, die mit dem Hinweis auf angeblich »30 Prozent weniger Fett« vermarktet wird. Tatsächlich bestehe das Produkt jedoch aus 30 Prozent weniger Fleisch. Dieser Anteil werde ersetzt durch gefärbtes, schnittfest gemachtes Wasser. Entgegen der Werbeaussage enthalte es sogar mehr Fett als das meiste frisch durch den Fleischwolf gedrehte Hackfleisch von der Bedientheke, denn dafür werde in der Regel höherwertiges, mageres Fleisch verwendet. Im Vergleich zu reinem, verpacktem Hackfleisch verlange Netto für das »Pseudo-Hack« auch noch einen satten Aufpreis von mehr als 30 Prozent.

Wir machen uns die Welt wie sie uns gefälltWir machen uns die Welt wie sie uns gefälltIm VSA-Verlag (das Kürzel stand einst für »Verlag zum Studium der Arbeiterbewegung«) erschien im vergangenen November im Rahmen der Reihe AttacBasisTexte ein Buch von Anne Karrass und Steffen Stierle unter dem Titel »EuropaKrise - Wege hinein und mögliche Wege hinaus«. Den Inhalt des Werkes kennen wir nicht, aber das Cover, auf das wir heute per E-Mail aufmerksam gemacht wurden, schon. Zu sehen ist das Foto von einer Protestaktion der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) auf der Akropolis, dem Wahrzeichen Athens, im Mai 2010. Das Bild von den Transparenten mit der englischen und griechischen Losung »Völker Europas, erhebt euch« war damals um die Welt gegangen und hatte auch in Deutschland die Titselseiten zahlreicher Tageszeitungen geziert.

Wir dokumentieren nachstehend einen Kommentar der »Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek« aus Luxemburg zur Nominierung von Joachim Gauck zum nächsten Bundespräsidenten:

Die politische Klasse der Bundesrepublik Deutschland ist verzweifelt. Innerhalb von weniger als zwei Jahren wurden zwei Bundespräsidenten verschlissen. Horst Köhler, der erfahrene Banker, stolperte über seinen naiven Sinn für Wahrheit. Während eines Interviews plauderte er aus, daß deutsche Soldaten auch für die Sicherung von Transportwegen von Rohstoffen für die deutsche Industrie zu sorgen hätten. Das ist keine Neuigkeit, wird aber eigentlich dem Volk nicht so deutlich gesagt. Der darauf folgenden öffentlichen Debatte fühlte sich Köhler nicht gewachsen und warf das Handtuch.

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