Freitag, 20. April 2018
Solidaritätsanzeige

Zwischen dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen TVP und dem deutsch-französischen Kulturkanal ARTE besteht seit 2001 ein Assoziierungsabkommen, das die Grundlage für eine fruchtbare Kooperation zwischen den beiden Sendern, u.a. dank regelmäßiger Programmkoproduktionen, darstellt. Infolge des am 31. Dezember 2015 in Polen verabschiedeten Gesetzes über die öffentlich-rechtlichen Medien hat ARTE nun jedoch entschieden, die vertraglichen Beziehungen mit TVP bis auf Weiteres auszusetzen. Es werden keine neuen Koproduktionen begonnen, solange ARTE nicht die Gewissheit hat, dass die Meinungsfreiheit, die redaktionelle Vielfalt sowie die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Polen gewährleistet sind, teilte der Sender in Strasbourg mit.

»Wir bedauern sehr, diese Entscheidung treffen zu müssen, da unserem Sender die Beziehung mit Polen besonders wichtig ist«, unterstrichen Peter Boudgoust, Präsident, und Anne Durupty, Vizepräsidentin von ARTE, in einem Brief an den TVP-Intendanten Jacek Kurski. »Wir hoffen, in den nächsten Monaten wieder enger mit TVP zusammenarbeiten zu können.«

ARTE plant zudem zum Herbst 2016, eine Auswahl an Programmen mit polnischen Untertiteln anzubieten. »ARTE po polsku« wird die bestehenden Angebote »ARTE in English« und »ARTE en español« ergänzen, die dank einer Kofinanzierung durch die Europäische Union seit Herbst 2015 auf der Webseite abgerufen werden können. Gemäß seines Auftrags, in Europa qualitativ hochwertige Programme zu produzieren und zu verbreiten, ist ARTE seit seiner Gründung Partnerschaften mit zahlreichen öffentlich-rechtlichen Sendern eingegangen: RTBF (Belgien), ORF (Österreich), CT (Tschechische Republik) sowie SSR SRG (Schweiz), YLE (Finnland) und ERT (Griechenland).

Quelle: ARTE / RedGlobe

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