Dienstag, 25. September 2018
Solidaritätsanzeige

Die traditionsreiche Kulturzeitschrift Melodie & Rhythmus wird weiter erscheinen. Das teilte die herausgebende Verlag 8. Mai GmbH, in der auch die Tageszeitung junge Welt erscheint, am Freitag in Berlin mit. Möglich sei dies, weil sich in den letzten Wochen zahlreiche Leserinnen und Leser, aber auch viele Künstler und Kulturschaffende für die Weiterführung des 1957 in der DDR gegründeten Magazins stark gemacht haben und über 1.200 zusätzliche M&R-Abonnenten gewinnen konnten. Damit sei eine zentrale materielle Voraussetzung geschaffen, die Produktion wieder aufzunehmen, so Verlagsgeschäftsführer Dietmar Koschmieder.

Mit der vorläufig letzten Ausgabe, die Anfang Januar 2018 auf den Markt kam, teilte der Verlag noch mit, dass das quartalsweise erscheinende Magazin eingestellt werden müsse: Durch die Weiterentwicklung von einer Musikzeitschrift zum Magazin für Gegenkultur würden wesentlich höhere inhaltliche Anforderungen gestellt, die mit den bisherigen ökonomischen Möglichkeiten auf Dauer nicht realisiert werden könnten. Aufgrund zahlreicher Proteste und Nachfragen von Leserinnen und Lesern, aber auch vieler Künstler entwickelte der Verlag eine spezielle Form von Crowdfunding und teilte Anfang April mit, dass die Produktion der Zeitschrift wieder aufgenommen werden könnte, wenn bis zum 30. Juni mindestens 1.000 und bis zum Jahresende weitere 400 Abonnements beim Verlag eintreffen. Über viele Aktionen, Veranstaltungen, Infostände, Abobeileger und Anzeigen in linken Zeitungen und Zeitschriften kamen bis Freitag 1.214 Abonnements zusammen. Für die nächsten vier Hefte wurden bisher vorab Anzeigen im Wert von 14.000 Euro geschaltet. Über 40 Künstler haben ihre Fans aufgerufen, sich für die M&R einzusetzen, so der Liedermacher Konstantin Wecker, der Kabarettist Christoph Sieber, der Theaterregisseur Johann Kresnik, der Soziologe Moshe Zuckermann, der Fotograf Steffen Diemer, die Sängerin Esther Bejarano, der Schriftsteller Dietmar Dath, der Maler Hartmut Kiewert, die Cumbia-Ska-Punkband Che Sudaka, das Weber-Herzog Musiktheater, der Psychoanalytiker Klaus-Jürgen Bruder, der Rapper Albino, der Komponist Nicolaus A. Huber, die Liedermacherin Dota Kehr, der Graffiti-Künstler Sozi36 und der Songpoet Aernschd Born - um nur einige zu nennen.

Als erster Schritt für eine nächste Nummer des Magazins wird nun das Produktionsteam der Melodie & Rhythmus wieder aufgebaut. Neben bewährten Kräften wie Chefredakteurin Susann Witt-Stahl werden neue Mitstreiter gesucht, so ein weiterer Redakteur bzw. eine Redakteurin zur Stärkung des Teams. Auch die Künstlerinitiative soll weiterentwickelt werden. Läuft alles nach Plan, können die neuen und alten Abonnenten das nächste Heft des Magazins für Gegenkultur Mitte Dezember im Briefkasten finden. Dieser Erfolg kam selbst für die Blattmacher überraschend. "Das wir noch vor dem 30. Juni so deutlich über dem angepeilten Ziel liegen, damit haben wir nicht gerechnet", freut sich Susann Witt-Stahl. "Das Ergebnis der Aktion zeigt das große Interesse an einer alternativen Kulturzeitschrift, die dem vom Marktinteressen gesteuerten Mainstream und den kulturellen Hegemonieansprüchen von ganz rechts etwas Kraftvolles entgegensetzen kann." Noch seien nicht alle Hürden aus dem Weg geräumt, aber mit solcher Unterstützung seien auch diese zu nehmen. Bis zum Jahresende 2018 sollen nun insgesamt 1.700 neue Abonnements gewonnen werden - dieses Ziel war ursprünglich für das Jahresende 2019 vorgesehen.

Quelle:

Pressemitteilung der Tageszeitung junge Welt


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