11 | 12 | 2019

Unter dem Motto »Demokratisierung der Kunst und des Kunstbesitzes« startet die in Berlin erscheinende Tageszeitung junge Welt am 6. Juli eine neue Kunstedition. Sie knüpft damit an eine Tradition an, die in die 1970er Jahre zurückreicht: Die Junge Welt, auflagenstärkste Publikation der DDR, bot einmal im Monat kostengünstig signierte Originalgrafiken von noch jungen, weniger bekannten, aber auch international renommierten Künstlern in limitierten Auflagen an.

Der Berliner Künstler Marc Gröszer eröffnet am morgigen Sonnabend die neue Grafikreihe mit einem dreifarbigen Siebdruck. Dieser hat wie alle anderen Werke der Edition eine Auflage von 250 Exemplaren, von denen 200 in den freien Verkauf gehen. Das Blattmaß wird mit einer handlichen Größe von 20 x 29 cm einheitlich sein. Kurator der Edition ist Andreas Wessel, ein ausgewiesener Experte für Druckgrafik.

Auf einer ebenfalls in der Wochenendausgabe erscheinenden Doppelseite werden der Künstler, sein Werk und das Vorhaben insgesamt vorgestellt. Geplant ist zunächst die Veröffentlichung von drei Blättern pro Jahr, die - deutlich unter dem Marktwert - zum Einzelpreis von 28 Euro angeboten werden und auch im Abonnement zu beziehen sind. Künstler, Drucker, Kurator und Verlag erhalten eine bescheidene Vergütung, es gibt keine Gewinnerzielungsabsicht.

Dietmar Koschmieder, Geschäftsführer der Verlag 8. Mai GmbH, erläutert das publizistische Motiv für die Grafikedition: »Alles wird im Kapitalismus zur Ware, auch die Kunst. Aber keine Regel ohne Ausnahme: In Zeiten reaktionärer Vereinnahmung von Kunst und Kultur sehen wir die Möglichkeit, Kunst dem Verwertungskreislauf zu entziehen. Und die Verpflichtung, uns als Tageszeitung in den Kulturkampf einzumischen.«

Quelle:

Pressemitteilung der Tageszeitung junge Welt


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