Sonntag, 22. Juli 2018
Solidaritätsanzeige

Internationaler FrauentagInternationaler FrauentagBundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnet es als Skandal, dass die freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen zur Frauenförderung keine Folgen hat. Das tut sie mit Recht. Auf der anderen Seite stört sich Frau Merkel nicht an dem eklatanten Mangel an Frauen in politischen Entscheidungsfunktionen und Gremien. Allein die Tatsache, dass unter den 17 Wissenschaftlern der kürzlich besetzten Enquete-Kommission über Wohlstand keine einzige Frau ist, ist ein Skandal, der ihre Glaubwürdigkeit in Sachen Demokratie in Frage stellt. Die  deutschen Politiker und Politikerinnen, die die nordafrikanische  Demokratiebewegungen  unterstützen, haben allen Grund, das eigene Demokratiedefizit aufzuarbeiten, denn ein Parlament, in dem Frauen nicht in allen politischen und ökonomischen Gremien entsprechend ihres Bevölkerungsanteils vertreten sind, ist nicht demokratisch. Frauen steht mindestens die Hälfte der politischen Macht und des gesellschaftlichen Reichtums zu. Und das ist eine bescheidene Forderung angesichts der Tatsache, dass Frauen zwei Drittel der gesellschaftlich notwendigen Arbeit unterbezahlt oder ganz umsonst leisten. Von einer gleichen Bezahlung für gleiche (Erwerbs-) Arbeit sind wir Deutschen weit entfernt – und sogar  im europäischen Vergleich unter den Schlusslichtern!

Internationaler FrauentagInternationaler FrauentagDie von den bürgerlichen Medien noch immer als »Frauenrechtlerin« oder »Feministin« bezeichnete Alice Schwarzer wettert gegen den Internationalen Frauentag. Der Frauentag am 8. März sei eine »sozialistische Erfindung«, die auf einen Streik von Textilarbeiterinnen zurückgehe, schrebt sie in einem Gastbeitrag für die »Frankfurter Rundschau«. Die Frauenbewegung sei aber Anfang der 1970er Jahre im Westen »nicht zuletzt aus Protest gegen die machohafte Linke« entstanden. Das sei eine Linke gewesen, »die zwar noch die letzten bolivianischen Bauern befreien wollte, die eigenen Frauen und Freundinnen aber weiter Kaffee kochen, Flugblätter tippen und Kinder versorgen ließ«, poltert Schwarzer, die eine Gleichberechtigung von Frauen zuletzt dadurch verwirklichen wollte, dass Frauen wie ihre männlichen Kollegen endlich auf den Schlachtfeldern der Welt mitmorden dürfen. »Unter diesen Vorzeichen ist die Übernahme des sozialistischen Muttertags als 'unser Frauentag' für Feministinnen, gelinde gesagt, der reinste Hohn,« so die Dame.

Zu den Feierlichkeiten aus Anlaß des 60. Jahrestages der Verabschiedung des Grundgesetz erklärt die Feministische Partei »Die Frauen«: Leider können wir Feministinnen in die Jubelfeiern für das Grundgesetz und die „Demokratisierung“ der Bundesrepublik nicht einstimmen. Wir stellen fest, dass das Grundgesetz sowie auch die Verfassungen der Länder ohne egalitäre Beteiligung der weiblichen Bevölkerung, also der Mehrheit, zustande gekommen sind. Schon aus diesem Grunde sind sie illegitim und illegal. Ganz abgesehen davon, ist ein Land, in dem in Parlamenten, Regierungen und allen anderen Ebenen der Macht der Männeranteil zwei Drittel und mehr beträgt, Frauen also nicht annähernd ihrem Bevölkerungsanteil gemäß vertreten sind, nicht demokratisch zu nennen.

Real time web analytics, Heat map tracking

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne die Einstellungen Ihres Browsers anzupassen, wird davon ausgegangen, dass Sie alle Cookies dieser Webseite empfangen möchten. Sofern Sie die Cookies dieser Webseite ablehnen oder löschen möchten, können Sie dies in den Einstellungen des Browsers tun. Beachten Sie aber, dass die Bedienbarkeit der Webseite damit eingeschränkt sein kann.