Samstag, 23. Juni 2018
Solidaritätsanzeige

Gegen Nazis und LegidaVom ursprünglich geplanten Mittwoch hat »Legida«, der Leipziger Ableger von »Pegida«, seinen Marsch auf Freitag, 30. Januar 2015, verlegt. Und nicht nur das: »Legida«-Strohmänner haben für denselben Tag im Innenstadtbereich sechs weitere Kundgebungen angemeldet. Währenddessen hat sich auch der Protest organisiert. »Legida verschärft nicht nur das gesellschaftliche Klima. Die im Grunde rassistisch ausgerichtete Gruppierung will auch den Protest in die Irre führen. Das wird ihr nicht gelingen, denn wir werden immer aufstehen, wenn gegen eine offene, pluralistische Gesellschaft Stimmung gemacht wird«, so Juliane Nagel vom Aktionsnetzwerk »Leipzig nimmt Platz«. »Auch wenn Legida das Versammlungsrecht ausnutzen versucht, um demokratischen Protest zu vereiteln: Wir werden nicht weichen und für unsere Vorstellungen eines solidarischen Zusammenlebens in dieser Stadt demonstrieren.«



Einen besonderen Beigeschmack erhält das Aufmarschdatum von »Legida«, der 30. Januar, weil dies der Jahrestag der Übergabe der Macht an die Hitlerfaschisten 1933 ist. An diesem Tag besiegelte vor 82 Jahren die NSDAP das Ende der Weimarer Republik mit triumphierenden Kundgebungen. Die gesellschaftliche Situation ist heute eine andere. Auch wenn sich »Legida« zahlreiche Neonazis und deren MitläuferInnen anschließen, kann sie in ihrer Gesamtheit kaum in einen solch brandgefährlichen Topf geworfen werden. Dennoch belegen Studien die Befürwortung einer starken Führerpersönlichkeit und rassistische Ausgrenzungsmuster durch die AnhängerInnen von Pegida/Legida und deren Gefolgschaft. Das äußerte sich im Ausbruch von Gewalttätigkeiten gegen die „Lügenpresse“ und auch gegen Protestierende. Das Aktionsnetzwerk fordert nach den Erfahrungen des vergangenen Mittwochs, dass die Polizei auch die Versammlungsfreiheit des Gegenprotestes ermöglicht und schützt.

»Wir haben am 12. und 21. Januar gesehen, dass in Leipzig zahlreiche Menschen bereit sind, sich aktiv gegen Legida und deren Parolen zu engagieren. Wir rufen daher auf, sich an den Protesten zu beteiligen. Möglichkeiten dafür bietet unter anderem die Demonstration „Refugees welcome“ (15.30 Uhr ab Bayerischer Bahnhof) und Kundgebung von „Leipzig – Courage zeigen“ am Augustusplatz.«

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