Freitag, 18. August 2017
Solidaritätsanzeige

170708g20demoAm Sonnabend versammelten sich in Hamburg GegnerInnen des G20-Gipfels zu einer »Kick-Off-Konferenz« in der Roten Flora. In zahlreichen
Arbeitsgruppen wurden Aktivitäten gegen den G20-Gipfel geplant. »Der Startschuss ist gegeben. Wir treten heute in die heiße Phase ein – bereits einige Tage vor der Polizei«, erklärte Nico Berg für den Vorbereitungskreis. »Mit vielfältigem, massenhaftem und unberechenbarem Widerstand wird der reibungslose Ablauf der Gipfelinszenierung gestört werden«, ergänzt Andreas Beuth für das Autonome Bündnis »Welcome to Hell«.

Solidarität statt G20Das Bündnis »Grenzenlose Solidarität statt G20«, das die Großdemonstration gegen den G20-Gipfel am 8. Juli in Hamburg organisiert, wird gegen die am heutigen Freitag erlassene Demonstrationsverbotszone klagen. In einer so genannten Allgemeinverfügung hat die Hamburger Versammlungsbehörde ein umfassendes Versammlungsverbot für die gesamte Hamburger Innenstadt und angrenzende Stadtteile bis zum Flughafen erlassen. In diesem Gebiet sollen während des G20-Gipfels am 7. und 8. Juli jegliche Demonstrationen und Proteste verboten sein.

Demo gegen G20 am 8. Juli 2017 in HamburgWir dokumentieren nachstehend einen Aufruf der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) zu den Protesten gegen das G20-Treffen in Hamburg:

Die G20-Staaten sind die »G7« (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und USA) zusammen mit den wichtigsten Schwellenländern und der Europäischen Union. Die sogenannten BRICS-Staaten gehören dazu (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika).

attac logoMit einer Tanzdemo, Straßentheater, Rebel-Clowing und anderen kreativen Aktionen geben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Attac-Aktionsakademie heute in der Hamburger City einen kleinen Vorgeschmack auf die Proteste gegen den G20-Gipfel im Juli. "Global
gerecht! Sozial und ökologisch statt G20" lautet das Motto der Globalisierungskritikerinnen und -kritiker. An der Demonstration beteiligen sich auch einige Aktivistinnen und Aktivisten, die sich mit Hungerstreikenden in der Türkei solidarisieren.

Solidarität mit VenezuelaMit einer Diskussionsveranstaltung am Freitag und einer Kundgebung am Sonnabend demonstrieren Hamburger Linke in dieser Woche ihre Solidarität mit der Bolivarischen Revolution in Venezuela. In dem Aufruf »zur Solidarität mit der bolivarischen Regierung von Venezuela« heißt es: »Angesichts der permanenten Aggression seitens der extremen Rechten Venezuelas gegen die Zivilbevölkerung und gegen die Ordnungskräfte (...) rufen wir zur internationalen Solidarität auf.«

attac logoImmer wieder gelingt es dem globalisierungskritischen Netzwerk Attac, mit kreativen Aktionen öffentlich auf seine Vorschläge für eine bessere Welt aufmerksam zu machen. Die nächste Etappe sind die Proteste zum G20-Gipfel im Juli in Hamburg. Doch gute Aktionen fallen nicht vom Himmel, sondern wollen gelernt sein.

Gipfel für globale SolidaritätImmer mehr Menschen in Hamburg – Einzelpersonen, Kirchengemeinden, Kulturschaffende, Musikerinnen und Musiker – unterstützen den G20-Alternativgipfel am 5. und 6. Juli in der Stadt. Der »Gipfel für globale Solidarität« spiegelt die verbreitete und berechtigte Kritik am G20-Treffen wider. Dieses stößt überall in Hamburg auf Vorbehalte – nicht nur wegen der Entscheidung, das Treffen der Staats- und Regierungschefs der 19 wirtschaftsstärksten Länder sowie der EU mitten in der Stadt stattfinden zu lassen, womit das öffentliche Leben massiv beeinträchtigt wird. Auch die Folgen der neoliberalen Politik, für die die G20 verantwortlich zeichnen, sorgen in der Zivilgesellschaft für Unmut.

Protest beim Hafengeburtstag. Foto: BoB HamburgProtest beim Hafengeburtstag. Foto: BoB HamburgAm Samstag haben AntimilitaristInnen an der Überseebrücke auf St. Pauli mit vielfältigen Aktionen gegen den Auftritt der Bundeswehr im Rahmen des 828. Hamburger Hafengeburtstags protestiert. Zwei Kletterer enterten während des »Open-Ship«-Besuchsprogramms die Schiffsbefestigung des Einsatzgruppenversorgers »Bonn« der deutschen Marine und brachten dort ein 4 mal 1,50 Meter großes rotes Transparent an. Die Aufschrift des Transparentes in weißen Lettern lautete: »Wir wollen eure Kriege nicht – Bildung ohne Bundeswehr«. Die Klettertruppe wurde von weiteren AktivistInnen mit Transparenten (»Bundeswehr Auftritte stoppen – Kein Werben fürs Töten und Sterben«, »Bundeswehr abschaffen«) und Sprechchören wie »Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt« sowie mit Aktionstheater am Steg unterstützt.

Ernst ThälmannErnst ThälmannAus Anlass des 131. Geburtstages von Ernst Thälmann am 16. April fand in Hamburg vor der dem von den Nazis ermordeten KPD-Vorsitzenden gewidmeten Gedenkstätte eine Kundgebung statt. Wir dokumentieren nachstehend die Worte des Ersten Vorsitzenden des Kuratoriums Gedenkstätte Ernst Thälmann, Hein Pfohlmann:

Liebe Genossinnen und Genossen,
liebe Eppendorferinnen und Eppendorfer,
liebe Freunde,

wir haben uns heute hier vor dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Thälmann versammelt, um an seinem 131. Geburtstag Ernst Thälmanns zu gedenken. Wir denken heute an Teddy, den Hafenarbeiter, den Kommunisten, den Abgeordneten der Hamburger Bürgerschaft und des Deutschen Reichstages, den Kandidaten zur Reichspräsidentenwahl, den Häftling der elf Jahre in Einzelhaft gehalten wurde, um dann auf persönlichen Befehl Hitlers und Himmlers feige in der Nacht vom 17. auf den 18. August 1944 auf dem Hof des Krematoriums im KZ Buchenwald, ermordet zu werden.

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