Samstag, 29. April 2017
Solidaritätsanzeige

Die Sea Watch im Hamburger Hafen. Foto: sea-watch.org / Facebook

Heute nachmittag wird in Hamburg-Finkenwerder das Schiff »Sea Watch« getauft. Mit ihr wollen die Eigner im Mittelmeer zwischen Malta und der libyschen Küste Flüchtlingsbooten in Not Erste Hilfe leisten und die Rettung durch die zuständigen Institutionen einfordern. Außerdem werden sie über Neuigkeiten vom Meer live übers Internet und per Telefon berichten.

Das Projekt »Sea Watch« war anfangs eine private Initiative von mehreren Familien aus Brandenburg. Aktuell beteiligen sich rund zwei Dutzend engagierte Freiwillige aus ganz Deutschland, die sich aktiv am Bau des Schiffes bzw. bei der Vorbereitung der Reise beteiligt haben. Dazu gehören Kapitäne, Ärzte, Mechaniker, Anwälte, Sozialarbeiter und Journalisten. Alle sind ehrenamtlich und unentgeltlich tätig, die Mittel für den Erwerb des Schiffes stammen aus privaten Spenden.

»Wir kennen andere Länder und Kulturen von vielfältigen beruflichen und privaten Tätigkeiten und Reisen. Wir haben dabei viel Gastfreundschaft, Interesse und Offenheit für uns und unsere Kultur und Lebensweise erfahren. Die oftmals prekären Lebensbedingungen der Menschen vor Ort in Ländern des Südens sind für Mitteleuropäer oft kaum vorstellbar«, beschreiben die Initiatoren auf ihrer Homepage die Motivation ihres Handelns.

Martin Dolzer, europa- und friedenspolitischer Sprecher der Linksfraktion in der Hamburgi
schen Bürgerschaft, hat angekündigt, an der Taufe teilzunehmen. Das Projekt sei ein wichtiges Zeichen. »In den letzten 15 Jahren sind mehr als 23.000 Flüchtlinge an Europas Außengrenzen gestorben. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex mit ihren völkerrechtswidrigen Praktiken spielt dabei eine wichtige Rolle«, so Dolzer. So würden Flüchtlingsboote auf dem Mittelmeer immer wieder abgefangen und in Staaten zurückgezwungen, in denen die Menschenrechte verletzt würden. Durch solche Push-Back-Operationen seien unzählige Menschen gestorben, sagt Dolzer. »Frontex gehört abgeschafft. Die Idee von Sea Watch ist richtig und wichtig. Auf diese Weise wird der tödlichen Abschottung Europas auf sinnvolle und kreative Weise Solidarität entgegengesetzt. Jeder Mensch hat das Recht, in Würde zu leben. Die Staaten der EU müssen endlich eine friedliche Außenpolitik und faire Handelsbeziehungen entwickeln. Dann würden auch weniger Menschen aus ihren destabilisierten oder zerstörten Heimatländern fliehen«, unterstreicht der Politiker.

Weitere Informationen: www.sea-watch.org

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