26 | 02 | 2020

„Unsäglich, was da gerade bei der Charité passiert. Statt die Probleme anzupacken und sich intensiv um ein vernünftiges Pflegepersonalmanagement und eine nachhaltige Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu kümmern, wird durch Herrn Prof. Frei nun der Pflege selbst und der Presse die Schuld für die massive Unterbesetzung auf den Stationen gegeben. Über Missstände zu berichten und sich mit den Patientinnen und Patienten solidarisch zu erklären, soll nun der Grund dafür sein, dass man kein geeignetes Pflegepersonal für die stationäre Pflege und die Intensivpflege finden kann. In meinen Ohren klingt das abwertend und wenig problembewusst“, so kommentiert Meike Jäger, Landesfachbereichsleiterin für Gesundheit und Soziales bei der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), die Äußerungen des Ärztlichen Direktors der Charité gegenüber dem RBB Ende letzter Woche.  

Seit nunmehr fast drei Jahren gibt es einen Tarifvertrag zur Entlastung der Beschäftigten, schwerpunktmäßig der Beschäftigten in der Pflege. Nach anfänglichen Verbesserungen für das Pflegepersonal und erkennbaren Bemühungen, die Stationen entsprechend der festgelegten Schlüssel/Vorgaben zu besetzen, ist zunehmend festzustellen, dass die Belastungssituation in der Pflege wieder zunimmt und sich die Arbeitsbedingungen – zumindest nach Aussage der ver.di-KollegInnen - verschlechtern. Der Charité scheint es nicht zu gelingen, die Teams mit unterstützenden Maßnahmen zu stabilisieren und die Kolleg*innen in den besonders belasteten Bereichen zu halten. Die Situation in der pädiatrischen Onkologie hat aus Sicht von ver.di dramatische Dimensionen, sie ist jedoch nicht der einzige Bereich, in dem problematische Zustände herrschen.  

Die Gewerkschaft ver.di erwartet vom Vorstand der Charité, dass er sich den Tatsachen stellt und Gegenmaßnahmen – so wie sie auch im Tarifvertrag vorgesehen sind - einleitet. „Wenn nicht ausreichend Personal auf Station eingesetzt werden kann, um eine sichere Versorgung sowie gesunde Arbeitsbedingungen zu gewährleisten, sind die im Tarifvertrag festgelegten Konsequenzen einzuleiten. Dies bedeutet im Zweifel auch, dass planbare Operationen verschoben und Betten/ Stationen gesperrt werden müssen“, fordert Meike Jäger. "Nicht der ökonomische Anreiz und die schwarze Null haben im Vordergrund stehen. In der Charité – wie in allen anderen Krankenhäusern der Stadt - sind Bedingungen zu schaffen, die die gute Versorgung der Patienten dauerhaft sicherstellen und die Beschäftigten nicht mehr unter massiven körperlichen und psychischen Stress setzen! Hierzu erwarten wir auch eine klare Positionierung seitens der Politik.“ 


Quelle:

ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg

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