20 | 05 | 2019

Weltuntergangsdemo in AugsburgIn Augsburg wird am 21. Dezember gegen die angeblich drohende Apokalypse demonstriert. Doch nach Ansicht der Organisatoren droht die Gefahr nicht vom Maya-Kalender. Wir sprachen deshalb mit Francy K. Sie ist Mitglied der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) und organisiert die Demonstration in Augsburg mit.

Ihr veranstaltet am 21. Dezember eine Demonstration gegen den Weltuntergang. Ist es dann nicht ein bißchen spät dafür?

Natürlich ist das spät, aber wir haben uns gedacht: Wenn es sich an dem Tag wirklich zuspitzt, dann kann unsere Demo ja gleich zum Auslöser für die Revolution werden. Schließlich haben die Maya ja eigentlich nicht den Weltuntergang vorausgesagt, sondern lediglich den Beginn eines neuen Zeitalters. Da wäre eine Revolution doch genau das Richtige, denn im Kapitalismus steht der Weltuntergang früher oder später auf jeden Fall bevor, wenn wir ihm nicht durch eine Revolution zuvorkommen. Ganz unabhängig von irgendwelchen Maya-Prophezeiungen, einer der vielen aus der Luft gegriffenen esoterischen Phantastereien oder einer religiösen Apokalypse. Die tatsächliche Gefahr ist doch, das hat die Vergangenheit gezeigt und das zeigt die Gegenwart, daß die Vertreter des Kapitals weder vor Massenmord noch Atomsprengköpfen zurückschrecken, wenn es um die Sicherung von Profit und Macht geht. Sie werden in ihrem Streben nach immer mehr Gewinnen nicht haltmachen, selbst wenn dadurch der Planet vom Untergang bedroht ist. Deshalb ja auch das Motto der Demo: »Weltuntergang verhindern heißt Kapitalismus überwinden«.

Foto: Fabio Niewelt / flickr.comSehr geehrte Damen und Herren im bayerischen Innenministerium,

im ICE 28 zwischen Würzburg und Hanau habe ich heute einer Personenkontrolle beiwohnen dürfen. Die Beamten der Landespolizei prüften dabei geflissentlich die Personalien aller ostasiatischer Touristen im Abteil (sechs Personen). M.E. sehr begrüßenswert, denn aus Touristen werden ja schnell mal Terroristen, die phonetische Ähnlichkeit der beiden Worte ist ja sicher kein Zufall. Da kann mir wer will mit dem Recht auf Freizügigkeit und Reisefreiheit kommen, hier geht es ja schließlich um die nationale Sicherheit. Wer weiß, ob die zarten japanischen Fräuleins nicht technologisch hoch entwickelte Waffen in ihren überbordenden Koffern mit haben. Oder Anthrax. Vom Assad. Unter uns, bei den Schlitzis weiß man ja nie, nicht, die waren ja schon im Pazifik damals nicht gerade zuverlässig. Jedenfalls die einzig richtige Entscheidung, die Meldung an die Ausländerbehörde. Wo kommen wir denn da hin, wenn hier jeder Japse einfach so einreisen darf?

SDAJ AugsburgSDAJ AugsburgNach der Duldung von mehreren Zusammenrottungen von Neofaschisten in Augsburg, Landsberg und Bobingen hält die Empörung über das Verhalten der Lokalverwaltungen an. Die Provokationen der Nazis waren zuvor von den Behörden genehmigt worden, die Termine waren aber gegenüber Antifaschisten verschwiegen worden, um Proteste zu verhindern. So konnte es in Landsberg zu Übergriffen der Nazis auf einen grünen Landtagsabgeordneten kommen. In Augsburg fand parallel der traditionelle »Karneval der Kulturen« - auch hier hätte es zu Zusammenstößen kommen konnen.(RedGlobe berichtete hier)

Gegen NazisGegen NazisRund drei Dutzend Anhänger der NPD und der »Freien Nationalisten« haben heute in Augsburg, Landsberg und Bobingen provoziert. Dabei wurde einem Bericht der »Augsburger Allgemeinen« zufolge ein Landtagsabgeordneter der Grünen attackiert, der in Landsberg mit einigen anderen Antifaschisten gegen die Provokation der Faschisten protestierte. Obwohl zeitgleich in Augsburg der »Karneval der Kulturen« gefeiert wurde, verschwiegen die Behörden an allen drei Orten die dem AZ-Bericht zufolge zumindest in Landsberg bereits Mitte der Woche angemeldeten Zusammenrottungen. Dagegen protestierte die Augsburger Gruppe des globalisierungskritischen Netzwerks attac heute in einer Erklärung.

Am Freitag, 11. Mai wird es neben der Aktion in Essen (siehe hier) ab 15.30 Uhr auch am Bahnhof München-Aubing eine Demonstration zum Gedenken an den am 11. Mai 1952 von der Polizei erschossenen Philipp Müller stattfinden. Die Demonstration wird durch eine Rede des Grünen-Stadtratsabgeordneten Siegfried Benker eingeleitet. Daran anschließend wird der Zug zum Grab Phillipp Müllers am Aubinger Friedhof ziehen, wo der bekannte KZ-Überlebende Martin Löwenberg, der Philipp Müller persönlich kannte, einen kurzen Vortrag halten wird. Am Friedhof wird zudem in der Aussegnungshalle ein kurzer Ausschnitt aus Martin Löwenbergs Film »Es kann legitim sein, was nicht legal ist«, in dem Philipp Müller vorkommt, gezeigt werden.

Schach dem FeiertagsgesetzSchach dem FeiertagsgesetzWegen des Protestes der Kirchen mussten die Mittelfränkischen Schachmeisterschaften in Weißenburg bereits am gestrigen Gründonnerstag beendet werden. In der mittelfränkischen Kreisstadt haben sich deshalb der Linkspartei-nahe Jugendverband ['solid], der Kreisverband Weißenburg-Gunzenhausen/Ansbach der Linkspartei, das örtliche Netzwerk Linker AktivistInnen sowie der Deutsche Freidenker-Verband (DFV) Nürnberg zu einem Bündnis zusammengefunden, um öffentlich Schach zu spielen. »Wir sind der Ansicht, das Versammlungsrecht ist ein hohes Gut der Demokratie und steht über dem Feiertagsgesetz. Dies am Karfreitag nicht zuzulassen ist eine Nichtrespektierung der Bedürfnisse von Nichtchristen sowie Schachbegeisterten. Von einer toleranten Kirche erwarten wir mehr. Schach hat nichts mit Krach und Remmidemmi zu tun«, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Foto: Eva Freude / flickr.comFoto: Eva Freude / flickr.comAm vergangenen Samstagabend kam es in Augsburg während einer Geburtstagsfeier zu gewaltsamen Angriffen durch Polizisten auf die teilnehmenden Jugendlichen. Die rund 20 Jugendlichen, darunter Punks und Heavy-Metal-Anhänger, hatten den Geburtstag zweier Freunde gefeiert und die Party im Laufe des Abends durch die Stadt verlagert. Dabei wurden auch öffentliche Verkehrsmittel benutzt. Wie Augenzeugen gegenüber RedGlobe berichteten, kam es gegen 22.30 Uhr zu einer Konfrontation mit der Polizei, als diese mit mehreren Streifen- und Gefangenenwagen und rund 30 Beamten sowie zwei Hunden im Stadtzentrum auf die Jugendlichen trafen. Die Polizei forderte die Ausweise ein, um eine Personalienkontrolle durchzuführen. Während dieser hätten sich die Jugendlichen völlig ruhig verhalten, im Gegensatz zu einem Teil der Polizisten, so der Bericht.

a.i.d.a.a.i.d.a.Der bayerische Verfassungsschutzbericht 2009 muss geschwärzt werden. Die Mitglieder von a.i.d.a., der antifaschistischen Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München, dürfen nicht mehr als »linksextremistisch« diffamiert werden. Dies hat heute das Verwaltungsgericht München nach mündlicher Verhandlung entschieden. Eine Passage, in der die Aktivitäten des Vereins als »maßgeblich« von »Linksextremisten« geprägt bezeichnet werden, muss gestrichen werden. Der Verein a.id.a. e.V. dürfe jedoch weiter im Bericht erwähnt werden, meinte die Kammer. Als Begründung hierfür gelten drei Verlinkungen auf der Homepage des Aida-Archivs zu Gruppen, die ihrerseits im Verfassungsschutzbericht erwähnt werden. Unklar bleibt, ob diese drei beanstandeten von insgesamt 110 Links die bisherige Formulierung »weitreichende Verlinkungen« rechtfertigen.

Gegen die Bundeswehr in AugsburgGegen die Bundeswehr in AugsburgAm Dienstag findet auf dem Augsburger Rathausplatz ein feierliches Gelöbnis der Bundeswehr statt. Dagegen will die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) mit einer Kundgebung am Königsplatz (Manzubrunnen) protestieren. Der örtliche Vorsitzende des Jugendverbandes, Matthias Hör, erklärte dazu: »Innerhalb kürzester Zeit wurde anlässlich des Gelöbnisses ein Aktionsbündnis ins Leben gerufen, welches einen gemeinsamen Aufruf für die Kundgebung verfasste, der nun schon von neun verschiedenen Organisationen, Parteien und Verbänden unterzeichnet wurde. Ich freue mich sehr darüber, dass wir als SDAJ diesen Protest nicht alleine begehen werden, sondern von einigen Organisationen und Parteien durch Redebeiträge und mit Infoständen unterstützt werden.«

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