Samstag, 18. August 2018
Solidaritätsanzeige

igmetall„Digitalisierung und Globalisierung verändern das Pflichtenheft der Gewerkschaften. Wir haben eine völlig neue Dynamik zu bewältigen. Arbeitsplätze und Arbeitsorganisation in den Betrieben werden sich gravierend verändern. Das erfordert eine neue Qualität der Betriebs-, Branchen- und Tarifpolitik. Wir Gewerkschaften wollen die Arbeitsgesellschaft zukunftsfähig gestalten. Geschenkt wird uns nichts, aber wir scheuen keinen Konflikt“, sagte Jürgen Kerner, Hauptkassierer der IG Metall, in seiner Rede zum 1. Mai am Dienstag in München.

Kerner betonte die Verantwortung der Gewerkschaften für die Gesellschaft: „Die Politik tritt auf der Stelle und verliert sich zu oft in Symboldebatten. Die Arbeitgeber sind auf ihre Rechenschieber fixiert, verabsolutieren ihre Quartalszahlen. Die Gewerkschaften haben ihre Stärke in den Betrieben. Wir müssen diese Stärke nutzen, um die gesellschaftliche Zukunft mitzugestalten. Wir müssen unsere Kraft wieder auf die Straße bringen. Nur dann wird unser Leben sicher, gerecht und selbstbestimmt.“

Die Unternehmen müssen für die Fachkräftesicherung in den Betrieben mehr tun als bisher, weil die Veränderungen in der Arbeitswelt neue Qualifikationen abverlangen, forderte Kerner. „Es braucht endlich echte Personalentwicklungsstrategien und vor allem mehr Geld und Zeit für Qualifizierung und Weiterbildung, um für digitale Arbeitsformen und Prozesse, neue Aufgaben und Geschäftsfelder gerüstet zu sein und um Beschäftigung zu sichern. Wir müssen den Arbeitgebern Feuer unterm Hintern machen, wir fordern für Betriebsräte das Initiativrecht für betriebliche Weiterbildung.“

Kritik übte Kerner am Vorschlag aus Politik und Wirtschaft für ein bedingungsloses Grundeinkommen. „Welches Kalkül die Arbeitgeber mit dem bedingungslosen Grundeinkommen verbinden, verdeutlicht uns Herr Kaeser, wenn er sagt, ‚beim digitalen Wandel werden einige auf der Strecke bleiben, weil sie mit der Geschwindigkeit auf der Welt einfach nicht mehr mitkommen. (...) Da ist ein Grundeinkommen völlig unvermeidlich‘. Dahinter steckt: Die Konzerne entlassen nach Lust und Laune, aber der Staat muss die Verantwortung übernehmen. Das werden wir nicht akzeptieren, wir lassen nicht zu, dass sich die Arbeitgeber aus der Verantwortung stehlen“, sagte Kerner.

Bei dem anstehenden Umbruch der Arbeitswelt komme den Betriebsräten eine herausragende Rolle zu. Deshalb seien die Ergebnisse der seit März laufenden Betriebsratswahlen von besonderer Bedeutung. „Es ist für die Zukunft gut, dass die Betriebsräte der DGB-Gewerkschaften so stark vertreten sind“, sagte Kerner. Zudem sei es gelungen, Rechtspopulisten aus den Betrieben fern zu halten. Nur in wenigen Betrieben seien rechte Listen angetreten, die kaum Mandate erzielt hätten. „Fakt ist: Die Rechtspopulisten haben keine Lösungen für die Sorgen und Nöte der Menschen. Auf die Fragen von heute gibt es keine Antworten von vorgestern. Die kompetenten Lösungen entwickeln wir – die Betriebsräte, Personalräte und Vertrauenskörper mit starken Gewerkschaften im Rücken. Ganz nach dem 1. Mai-Motto: Solidarität – Vielfalt – Gerechtigkeit.“

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