Sonntag, 25. Juni 2017
Solidaritätsanzeige

800 Menschen demonstrierten am Samstag gegen eine Zusammenrottung von Neonazis. Foto: RedGlobe

Naziaufmärsche scheinen bei zu großer Hitze einzulaufen. Gerade einmal zunächst sechs und am Ende elf Neofaschisten kamen am Samstag in Augsburg zu einer großspurig angekündigten »Lesung« aus Anlass des Augsburger Friedensfestes zusammen. Ihnen standen nicht weniger als 800 Menschen gegenüber, die sich an einer vom Bündnis für Menschenwürde unter dem Motto »Augsburg ist bunt« angemeldeten Gegenkundgebung beteiligten. Zu sehen waren Fahnen und Transparente von ver.di, DFG-VK, VVN-Bund der Antifaschisten, DKP, SDAJ, Grünen, SPD und anderen. Aus der Türkei stammende Einwohner der Fuggerstadt beteiligten sich ebenso wie Bürgermeisterin Eva Weber, Kirchenvertreter und Stadträte.

Rote Hilfe NürnbergZwei engagierte Antifaschisten stellten am 25. Juni das Fronttransparent des Aufzugs von »Pegida« in Nürnberg sicher. Das Video von der Aktion sorgte im Netz für Aufregung und viele Lacher. Doch nun brauchen diejenigen, denen diese »Tat« vorgeworfen wird, finanzielle Unterstützung. Aber auch andere in Nürnberg, die im Laufe der Anti-Pegida Proteste von der Stadt und der Polizei kriminalisiert wurden.

Deshalb ruft die Rote Hilfe dazu auf, kleine und große Beträge auf das Spendenkonto der Ortsgruppe der Roten Hilfe Nürnberg/Erlangen/Fürth zu überweisen, die Unterstützung für Verfahrenskosten und -folgen leistet.

Am vergangenen Donnerstag spazierten wieder einmal Anhänger von »Pegida« durch Nürnberg. Diesmal kam es zu einem Zwischenfall, den wir Euch nicht vorenthalten wollen:

ver.diver.di Berlin ruft alle ihre Berliner und Brandenburger Mitglieder auf, Zivilcourage zu zeigen, sich am 9. Mai 2015 jeder Form rassistischer Diskriminierungen entgegen zu stellen und sich ab 14 Uhr an der vom Bündnis »9. Mai Nazifrei« veranstalteten Gegenkundgebung vor dem Bundeskanzleramt zu beteiligen.

Flucht ist kein VerbrechenWährend die Zahl der Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland in den vergangenen Monaten nach oben geschnellt ist, weigern sich die Versicherer immer öfter, die dafür genutzten Gebäude zu versichern. Insbesondere gilt das für Gebäude wie Schulen, Turnhallen oder Privaträume, die kurz- oder langfristig als Unterkunft für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt werden sollen.

Gegen NazisDie Brandstiftung gegen das Flüchtlingsheim in Tröglitz, Gewalt gegen Ausländerinnen und Ausländer in Rostock und nun auch die Schändung der KZ-Gedenkstätte Jonastal bei Arnstadt – was muss noch passieren, bevor die Verantwortlichen in der Politik mit aller Konsequenz gegen extreme Rechte, ihre Propagandisten und Hintermänner vorgehen? Das fragt die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora angesichts der erschreckenden Vorgänge über das Osterwochenende insbesondere in den östlichen Bundesländern.

Die rassistische »Pegida«-Bewegung hat in Leipzig und Dresden eine deftige Schlappe erlitten. Erst mit einer fast einstündigen Verspätung konnte die Veranstaltung des Leipziger Ablegers »Legida« beginnen, weil Zehntausende Antifaschisten die Zugänge zum Kundgebungsort, dem Augustusplatz, blockieren. Nach Berichten von Augenzeugen versammelten sich dort etwa 4000 bis 5000 Rassisten an der kleinen Bühne. Das sind zwar zu viele, war jedoch weit entfernt von den großspurig angemeldeten 60.000 Teilnehmern.

Protest gegen Legida am 12. Januar in Leipzig. Foto:  Caruso Pinguin (CC BY 2.0)  Für den morgigen Mittwoch, 21. Januar 2015, hat die Initiative »Leipzig gegen die Islamisierung des Abendlandes« (Legida) ihren nächsten Aufmarsch in Leipzig geplant. Vom Augustusplatz soll der Marsch über den Ring führen. Angmeledet hat der Ableger der Dresdner »Pegida« bei der Polizei bis zu 60.000 Teilnehmer. Bundesweit wurde in den vergangenen Tagen für die Zusammenrottung mobilisiert. Doch die Leipziger wollen den Großaufmarsch der Rassisten nicht widerstandslos hinnehmen: Das Aktionsnetzwerk »Leipzig nimmt Platz« ruft dazu auf, »Legida« den Platz zu nehmen.

Das zumindest bleibt Dresden heute erspart: Pegida-Demo am 5.1.2015. Foto: blu-news.org (CC BY-SA 2.0) Das zumindest bleibt Dresden heute erspart: Pegida-Demo am 5.1.2015. Foto: blu-news.org (CC BY-SA 2.0) In Dresden sind für den heutigen Montag alle Kundgebungen und Demonstrationen unter freiem Himmel von der Polizei verboten worden. Begründet wird das mit einer im Internetdienst Twitter aufgetauchten Nachricht, in der unbekannte Täter aufgefordert worden sein sollen, den Organisator der »Pegida«-Demonstrationen, Lutz Bachmann, während der Kundgebung zu ermorden. Zum Schutz der Demonstranten haben die Behörden daraufhin auch sämtliche Gegenaktionen untersagt. Da islamistische Gewalttäter bekanntlich nicht in der Lage sind, in eine Regionalbahn zu steigen und etwa nach Berlin zu fahren, bleiben die rassistischen Zusammenrottungen in anderen Städten erlaubt. So will heute nachmittag in Berlin »Bärgida« zum dritten Mal versuchen, eine Demonstration durch die Hauptstadt durchzuführen.

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