Sonntag, 20. Mai 2018
Solidaritätsanzeige

Antisemitische Hetze auf den Pinnwand des DFV-Vorsitzenden Klaus Hartmann, die offenbar gehackt wurde. Screenshot: FacebookEine antisemitische Fotomontage, die auf der Facebook-Seite des Vorsitzenden des Deutschen Freidenker-Verbandes (DFV) veröffentlicht wurde, sorgt für Aufregung im Internet. Mit Datum vom 17. Dezember hatte dort vorgeblich Klaus Hartmann ein Bild von Panagiotis Hesta geteilt, das eine unbekleidete Angela Merkel zeigt, die darauf als »Prostituierte jüdischer Bankerfamilien« tituliert wird. Darauf wurde die Publizistin und Politikerin Jutta Ditfurth aufmerksam, die einen Screenshot der Grafik auf ihrem eigenen Facebook-Account postete und dazu schrieb: »Pegida & Freidenker Hand und Hand? Klaus Hartmann, Präsident der Freidenker, outet sich als Antisemit« Wenn der DFV seinen Vorsitzenden nicht zum Rücktritt zwinge, solle er sich in »DAV – Deutscher Antisemiten-Verband« umbenennen.

Auf RedGlobe-Nachfrage erklärte Hartmann nun, die fragliche Grafik nicht gepostet zu haben. Vielmehr sei offenbar sein Account gehackt worden: »Das Bild ist in der Tat geschmacklos. (…) Politisch inakzeptabel ist die Rede von „jüdischen Bankerfamilien“. Das verbrecherische Treiben von Banken und Bankern ist unabhängig von Ethnie und religiöser Überzeugung, es „den Juden“ als Sündenböcken anzuhängen ist die berüchtigte verbrecherische Projektion, die zugleich das System Imperialismus entlastet und verschleiert.«

Hartmann sieht hinter dem Fake-Posting eine Kampagne gegen sich, die eine Reaktion auf die Haltung seines Verbandes zu den Diskussionen um »alte« und »neue« Friedensbewegung bzw. die Zusammenarbeit mit Anhängern der »Montagsmahnwachen« sei: »Am 31.12.2014 erschien im Rahmen einer Anzeige des Deutschen Freidenker-Verbandes in der Tageszeitung „junge Welt“ der folgende Text: „Statt Spaltung in ‚alte‘ und ‚neue‘ Friedensbewegung: gemeinsam gegen Faschisten, Rassisten und die imperialistische Kriegsvorbereitung!“ „Das wirksamste Gegengift gegen die aktuelle Russophobie und Anti-Putin-Hysterie ist eine Position der Solidarität und Freundschaft mit Russland.“ Klaus Hartmann, Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes. Danach begann im sozialen Netzwerk facebook eine Kampagne gegen den Verbandsvorsitzenden und den Freidenkerverband, die sich auf ein vermeintlich von Klaus Hartmann gepostetes Bild bezog. Diese Facebookseite wurde zum wiederholten Male gehackt, trotz geänderter Passwörter. Mehrfach musste bereits Nazi-Müll gelöscht werden, allerdings gab es dafür immer andere (unauffindbare) Absender. Das aktuell kritisierte Bild wurde vom Seitenbetreiber weder dort eingestellt – und auch nicht gelöscht, wie nach Verschwinden unterstellt wurde.«

Tatsächlich ist inzwischen nicht nur die Grafik von Hartmanns Account verschwunden - der DFV-Vorsitzende hat als Konsequenz seine gesamte Seite gelöscht. Wer tatsächlich verantwortlich für die widerliche Veröffentlichung war, bleibt unklar.

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