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Antifa

Eine beeindruckende Gedenkveranstaltung, die Erinnerung und Mahnung miteinander verband, fand heute Abend in der Essener Innenstadt statt. Zahlreiche Menschen waren dem gemeinsamen Aufruf des antirassistischen und antifaschistischen Bündnisses „Essen stellt sich quer“, der Alten Synagoge Essen, dem Antirassismus-Telefon, dem Schauspiel Essen (Grillo-Theater) und der VVN-BdA Essen gefolgt.

Uri Kaufmann, Leiter der Alten Synagoge Essen, ließ es sich trotz des Samstags (Sabbat) nicht nehmen, die Teilnehmenden zu begrüßen, kritisch auf die Entwicklung rechtsextremen Gedankenguts zu schauen und sich für die Teilnahme zu bedanken. Die aktuelle Entwicklung, die Wahlerfolge der AfD und Äußerungen ihrer Vertreter wie Gauland oder Höcke wurden auch in anderen Reden thematisiert. Durchweg wurde davon gesprochen, dass wir weit darüber hinaus seien, den „Anfängen wehren“ zu müssen.

Der Auftaktkundgebung um 15 Uhr auf dem Edmund-Körner-Platz folgte eine Gedenkdemonstration durch die Essener Innenstadt, ein Stück über die Einkaufsmeile der Kettwiger Straße zum Essener Hauptbahnhof, wo zwei Vertreterinnen der VVN-BdA Essen nicht nur an Arisierung und Deportation der Essener Juden erinnerten, sondern auch an das große Transparent am Handelshof, wo sich Essen dank Krupp als „Rüstungsschmiede des Reiches“ bezeichnete, sowie an einen Stolperstein, der an einen ermordeten Homosexuellen erinnerte. Sie erinnerten ferner daran, dass die Gedenktafel zur Erinnerung an die Deportationen durch die Deutsche Reichsbahn nicht im Hauptbahnhof aufgestellt werden durfte, sondern sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet.

Die Abschlusskundgebung fand am Grillo-Theater mit mehreren Reden statt, in denen nicht zuletzt die verschiedenen – jeweils an einem 9. November stattfindenden historischen Ereignisse – Erwähnung fanden. Beeindruckend die sehr persönliche Rede der Vertreterin der Seebrücke. Den Schluss setzte ein junges Mitglied der Essener Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten. Er nahm ein Zitat Erich Kästners in Bezug auf den aufkommenden Faschismus in den 1930er Jahren, nach dem man den Schneeball stoppen müsse, die Lawine könne man nicht mehr aufhalten zum Anlass, über aktuelle „Schneebälle“ zu sprechen, deren wir uns erwehren müssen, solange wir das noch könnten.


Quelle:

VVN-BdA Landesvereinigung Nordrhein-Westfalen

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