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Wirtschaft & Gewerkschaft

Die Tarifverhandlungen für das Kabinenpersonal zwischen Malta Air und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) wurden am heutigen Mittwoch (22. Juli 2020) ohne Ergebnis fortgesetzt. Gestern hatte Malta Air bekannt gegeben, dass die Standorte an den Flughäfen Hahn, Niederrhein (Weeze) und Berlin-Tegel geschlossen werden sollen, so dass etwa 350 betroffene Kabinenbeschäftigte in den nächsten Tagen mit Kündigungen rechnen.

„Das bekannte rücksichtslose Verhalten von Ryanair und seiner Tochter Malta Air gegenüber den Beschäftigten wird mit der Schließung der drei Standorte in Deutschland nochmals besonders deutlich. Das Unternehmen verlagert das gesamte Risiko auf die Beschäftigten, deren Notlagen werden dabei komplett ignoriert“, betont ver.di-Verhandlungsführer Sven Bergelin. „In den Verhandlungen fordert Malta Air von den Beschäftigten eine langfristige Gehaltskürzung und lässt sich die Option offen, die Beschäftigten gegebenenfalls mit abgesenkten Vergütungen unterhalb des Existenzminimums in die Arbeitslosigkeit zu entlassen. Das zeigt den Zynismus eines Unternehmens, das mit Dumpingpreisen auf Kosten der Beschäftigten Profite erzielt.“

Bei den Tarifverhandlungen fordert Malta Air unverändert einen Gehaltsverzicht von bis zu 10 Prozent für die nächsten 5 Jahre. Zusätzlich sollen Kabinenbeschäftigte künftig nur noch nach „Bedarf“ flexibel beschäftigt und bezahlt werden.

Als Vorbedingung für Verhandlungen über einen möglichen Gehaltsverzicht forderte ver.di einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. Nach den Vorstellungen von Malta Air soll es diesen jedoch nur während der Gewährung von Kurzarbeitergeld, das heißt bis maximal März 2021, geben. Unabhängig davon soll Kabinenbeschäftigte an den von Schließung betroffenen Standorten dennoch gekündigt werden, wenn sie nicht bereit sind, sich an anderen Standorten von Malta Air einsetzen zu lassen.

Die Netto-Vergütungen für Kabinenbeschäftigte liegen bei Ryanair für Vollzeitbeschäftigte regulär durchschnittlich unter 1.700 Euro und befinden sich damit bereits jetzt auf einem niedrigen Niveau tariflicher Vergütungen für Kabinenbeschäftigte in Deutschland. Während der Kurzarbeit gab es - auch durch massive Fehler bei den Gehaltsabrechnungen ab April - teilweise Auszahlungen von weniger als 800 Euro monatlich. Die Flugbegleiter hatten in den letzten Jahren mit ver.di erstmals einen Tarifvertrag und deutsches Arbeitsrecht erkämpft.

Quelle:

ver.di

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