Die Schließungspläne für die NORMA Germany stoßen bei den 160 Beschäftigten nicht nur auf Unverständnis. Auf der Betriebsversammlung am gestrigen Mittwoch, die zeitgleich mit den Kolleg*innen im hessischen Maintal stattgefunden hat, glänzte das Management an beiden Standorten durch Abwesenheit. So wurde weder Stellung zu den Plänen bezogen, noch konnten Fragen der Beschäftigten beantwortet werden. Für Swen Niekler, Betriebsratsvorsitzender ist dieses Verhalten nicht hinnehmbar.

„Mittlerweile wird von einer Missachtung der Lebensleistung der Beschäftigten bei der NORMA in Gerbershausen gesprochen“. Zu keinem Zeitpunkt wurde die Belegschaft offen und transparent informiert. Wenn wir unsere arbeitsvertraglichen Verpflichtungen so nachgehen würden, wie das Management seine Hausaufgaben erledigt, würden wir unabhängig von der heutigen Situation alle gekündigt werden.

Die Belegschaft fordert die Rücknahme des Schließungsbeschlusses und die Einrichtung eines Wirtschaftsdialoges zwischen Ihnen, der Gewerkschaft, der Politik und Sachverständigen auf dem Gebiet von Zukunftstechnologien. Bernd Spitzbarth, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Nordhausen stellte klar, „dass Zukunft nur mit und nicht gegen die Menschen gestaltet werden kann. Schließungen und Entlassungen gehören dabei nicht in den Werkzeugkasten erfolgreicher Zukunftskonzepte“.

Unter Zustimmung der NORMA Kolleg*innen wurde die Forderung für einen Sozialtarifvertrag in den Briefkasten der NORMA Germany eingeworfen. Wenn sich wirtschafts- und sozialpolitisch bei der NORMA nicht zum Besseren für die Beschäftigten bewegt, wird uns nur ein Mittel bleiben, um den Preis der Arbeit neu festzulegen. Wir hoffen sehr, dass die Vernunft und nicht der Finanzkapitalismus über den Fortgang der Geschehnisse siegen wird“, so Spitzbarth und Niekler abschließend.

Quelle:

IG Metall Bezirk Mitte (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Thüringen)