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Kategorie: Kasachstan

Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW)Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW)Die Republik der Marshallinseln klagt vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag gegen die Atomwaffen besitzenden Staaten der Welt. Ziel dieser Klage ist es, die Atomwaffenstaaten für die eklatante Verletzung des Völkerrechts und den Verstoß gegen den Atomwaffensperrvertrag zur  Rechenschaft zu ziehen. Den Staaten USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Israel, Indien, Pakistan und Nordkorea wird vorgeworfen, ihre Verpflichtungen zur nuklearen Abrüstung, die aus Art. VI des Atomwaffensperrvertrags und dem Völkergewohnheitsrecht hervorgehen, nachhaltig zu verletzen.

Unterstützt wird der juristische Vorstoß durch die internationale Ärzteorganisation IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.).  Das gab die Organisation bei ihrem Weltkongress in Kasachstan zum Internationalen Tag gegen Atomtests am 29. August bekannt.

In dem Schreiben an das US-Bundesbezirksgericht argumentieren IPPNW, die PSR (US-Sektion der IPPNW) und pax christi international, dass das Risiko eines Atomkrieges erheblich und die Folgen für die Menschheit katastrophal seien. Laut einer IPPNW-Studie zur »Nuklearen Hungersnot« würden im Falle eines regionalen Atomkriegs mit dem Einsatz von ca. 100 Atomwaffen bis zu zwei Milliarden Menschen aufgrund sinkender Temperaturen und weltweiter Ernteausfälle sterben.

Die internationale Ärzteorganisation hält zur Zeit ihren 21. Weltkongress in der kasachischen Hauptstadt Astana ab. In Kasachstan testete die Sowjetunion über 40 Jahre lang ihr Atomwaffenarsenal. Atomtestopfer und ÄrztInnen aus der Region berichteten von den Folgen für Mensch und Umwelt. Die gesundheitlichen Folgen für die Menschen, die vom radioaktiven Fallout betroffen wurden, werden erst heute langsam verstanden. »Bis zu 1,5 Millionen Menschen waren direkt durch die Tests betroffen - Krebserkrankungen, Fehlbildungen und andere strahleninduzierte Krankheiten sind die direkte Folge. Das wahre Ausmaß der gesundheitlichen Effekte wird vermutlich nie bekannt werden,«" so der stellvertretende IPPNW-Vorsitzende Dr. Alex Rosen.

Am 29. August 1991 wurde das Atomtestgelände in Semipalatinsk geschlossen, 2012 wurde dieses Datum zum Internationalen Tag für die Beendigung der Atomtests erklärt. Am 30.8. wird eine IPPNW-Delegation Semej (ehemals Semipalatinsk) und Kurchatov-Stadt besuchen und sich mit Betroffenen aus der Region treffen.

Führende Politiker, internationale Nichtregierungsorganisationen, hochrangige Experten und Nobelpreisträger in der ganzen Welt haben ihre Unterstützung für Aufarbeitung der Atomtestära bekundet. So erklärte der südafrikanische Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu: »Wir müssen fragen, warum diese Staats- und Regierungschefs weiterhin ihre Versprechen brechen und ihre Bürger und die ganze Welt dem Risiko einer schrecklichen Verwüstung ausliefern. Dies ist eine der fundamentalsten moralischen und rechtlichen Fragen unserer Zeit.«

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