Dienstag, 16. Oktober 2018
Solidaritätsanzeige

17. Weltfestspiele der Jugend und StudentenHeute beginnen in Südafrika die 17. Weltfestspiele der Jugend und Studierenden. Insgesamt werden zu dieser grössten Veranstaltung der antiimperialistischen Bewegung etwa 30000 Jugendliche und Studierende erwartet, bei den Großveranstaltungen zur Eröffnung und zum Abschluß wird sogar mit 50000 Menschen gerechnet. Neben den Teilnehmern aus Südafrika wird Kuba mit der größten Vertretung in Pretoria präsent sein. 265 Delegierte wurden in einem 30stündigen Flug mit einer Iljuschin der kubanischen Fluggesellschaft Cubana nach Südafrika gebracht. Unter ihnen befinden sich Jugendliche aus 27 Ländern der Welt, die derzeit auf der Insel studieren. Venezuela, das vor fünf Jahren das letzte Festival organisiert hatte, ist mit 200 Vertretern in Pretoria dabei. Die Westsahara, deren Kampf gegen die marokkanische Besatzung einer der Schwerpunkte des Festivals sein wird, hat rund 100 Vertreter angekündigt.

»Vollkommen friedliche aufgelöst«? Die Abgeordneten im Außenausschuß des Europäischen Parlaments haben während eines Treffens mit Vertretern der Führung der saharauischen Befreiungsbewegung Frente Polisario und der marokkanischen Regierung am Mittwoch eine Überwachung der Menschenrechtssituation und die Einhaltung internationalen Rechts gefordert und sich für die Entsendung von Untersuchungsmissionen in die Region ausgesprochen. Die Abgeordneten hatten den Vertreter der Frente Polisario, Mohamed Salem Ould Salek, und Marokkos Minister für Äußeres und Zusammenarbeit, Taïb Fassi-Fihri, eingeladen, um über die jüngsten Vorkommnisse in der westsaharauischen Stadt El-Aaiun zu sprechen.

17. Weltfestspiele der Jugend und StudentInnenPlanungsänderung bei den Vorbereitungen zu den 17. Weltfestspielen der Jugend und Studierenden, die am 13. Dezember in Südafrika beginnen. Hauptaustragungsort ist nicht mehr Johannesburg, wie ursprünglich angekündigt worden war, sondern Pretoria (Tshwane). Die meisten Veranstaltungen finden in der Universität der südafrikanischen Hauptstadt statt, während die Eröffnungs- und Abschlussveranstaltung im Loftus Stadium veranstaltet werden.

Die Proteste gegen das Massaker in der Westsahara halten an»Wenn es ums Geschäft geht, geht die Bundesregierung auch über Leichen. Statt sich in der völkerrechtswidrig durch Marokko besetzten Westsahra ein Bild über das tödliche Vorgehen der marokkanischen Regierung gegen die sahrauische Bevölkerung zu machen, geht es dem Bundesaußenminister lieber um eine strategische Energiepartnerschaft mit Marokko. Diese lässt er sich zusätzlich drei Millionen Euro kosten und belohnt Marokko damit noch für den permanenten Bruch des Völkerrechts und der Menschenrechte«, erklärt Sevim Dagdelen, Sprecherin der Fraktion Die Linke für internationale Beziehungen, anlässlich der gestrigen Reise des Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) nach Marokko.

Solidarität mit der Westsahara in MadridSoldaten und Zivilpolizisten Marokkos haben die deutsche Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen (Die Linke) gewaltsam daran gehindert, sich in El Aaiún selbst ein Bild von den Zuständen in der besetzten Westsahara zu machen. Sie war am Sonnabend morgen von Deutschland aus über Casablanca in die Hauptstadt der Westsahara geflogen. Dort endete der Besuch sofort wieder: »Die marokkanischen Militärs und Sicherheitskräfte haben mich unter sexistischen Beleidigungen brutal wieder ins Flugzeug gezerrt und abgeschoben«, berichtet Dagdelen. »Es ist ein Skandal, dass einer Parlamentarierin verboten wird, sich ein eigenes Bild von der Lage in El Aaiún zu machen. Ganz offensichtlich hat Marokko Angst vor der Wahrheit und will verhindern, dass die Öffentlichkeit von den Verfolgungen und Massakern an der sahrauischen Bevölkerung aus erster Hand erfährt«, so die Sprecherin für Internationale Beziehungen ihrer Fraktion. 

Massaker in El Aaiún»Die marokkanische Regierung verhindert konsequent eine unabhängige Berichterstattung über ihr tödliches Vorgehen gegen die Bewohner eines Protest-Zeltlagers  in El Aaiún. Deshalb will ich mir persönlich einen Eindruck von der Lage vor Ort machen, um nicht auf die einseitigen Berichte der marokkanischen Regierung und des Militärs angewiesen zu sein«, erklärt Sevim Dagdelen, Sprecherin für internationale Beziehungen der Fraktion Die Linke, die am morgigen Sonnabend zu einem zweitägigen Aufenthalt nach El Aaiún (Laâyoune), der Hauptstadt des besetzten Gebietes der Westsahara, reisen wird.

Sevim Dagdelen»Mit ihrem gewaltsamen Vorgehen gegen die Bewohner eines Protest-Zeltlagers torpediert die marokkanische Regierung die neue Westsahara-Gesprächsrunde unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen. Ihr scheint jedes Mittel recht zu sein, um das längst überfällige Referendum über den Status der Westsahara und damit das Recht der Sahrauis auf Selbstbestimmung zu sabotieren«, erklärt Sevim Dagdelen zum marokkanischen Angriff auf ein Protest-Camp in der Westsahara, bei dem mehrere Menschen getötet wurden. Deutschland und der EU wirft die Sprecherin der Fraktion Die Linke vor, den massiven Menschenrechtsverletzungen in der Westsahara tatenlos zuzusehen und die marokkanische Regierung damit in ihrem Vorgehen zu bestärken.

Marokkanische Truppen zerstören Protestcamp in der WestsaharaNach der gewaltsamen Räumung eines Protestlagers in der von Marokko besetzten Westsahara, bei der bis zu zwölf Menschen ermordet wurden, sowie der anschliessenden blutigen Repression der Proteste in der Westsahara-Hauptstadt El Aaiún durch die Besatzungsmacht mehren sich international die Proteste. In Spanien gingen am Montagabend zahlreiche Menschen gegen die brutale Repression auf die Straße. Der Vertreter der Befreiungsfront Polisario in Spanien, Bucharaya Beyun, nannte den Angriff der Besatzungsmacht eine »Kriegserklärung« und eine »einseitige Aufkündigung des Waffenstillstands« durch Rabat. Auch der Botschafter der Westsahara in Kuba, Hamadi Sidahamed, warnte, sein Land sei »bereit zum Krieg wie zum Frieden«. Er persönlich bevorzuge den Krieg, wenn sich die Lage weiter zuspitze, so Sidahamed gegenüber der Nachrichtenagentur Prensa Latina. Die sahrauischen Demonstranten fordern von Marokko das Ende der systematischen Diskriminierung. So dürften nur Marokkaner Häuser, Geschäfte und Werkstätten besitzen, die diese dann mit hohen Mieten an die sahrauische Bevölkerung weitergeben. Auch im Ausbildungssektor und in der öffentlichen Verwaltung werden Sahrauis seit Jahrzehnten benachteiligt.

Tiago VieiraDer Vorsitzenden des Weltbundes der Demokratischen Jugend (WBDJ) und Koordinator des Internationalen Organisationskomitees für die 17. Weltfestspiele der Jugend und Studenten im Dezember in Südafrika, Tiago Vieira, ist am vergangenen Wochenende von den marokkanischen Behörden verhaftet und ohne Begründung ausgewiesen worden. Auf Einladung des saharauischen Jugendverbandes UJSARIO hatte Vieira Laayoune in der marokkanisch besetzten Westsahara besuchen wollen, um sich selbst ein Bild über das brutale Vorgehen der Besatzungsmacht gegen die saharauische Bevölkerung zu machen. Vor wenigen Tagen war dort ein 14jähriger Junge von marokkanischen Soldaten erschossen worden, als in einem Konvoi Lebensmittel zu Landsleuten bringen wollte, die derzeit aus Protest gegen die Repression in einem Zeltlager wohnen, das von den Besatzungstruppen belagert wird. 

Real time web analytics, Heat map tracking

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne die Einstellungen Ihres Browsers anzupassen, wird davon ausgegangen, dass Sie alle Cookies dieser Webseite empfangen möchten. Sofern Sie die Cookies dieser Webseite ablehnen oder löschen möchten, können Sie dies in den Einstellungen des Browsers tun. Beachten Sie aber, dass die Bedienbarkeit der Webseite damit eingeschränkt sein kann.