Mittwoch, 21. Februar 2018
Solidaritätsanzeige

Marokkanische Truppen zerstören Protestcamp in der WestsaharaNach der gewaltsamen Räumung eines Protestlagers in der von Marokko besetzten Westsahara, bei der bis zu zwölf Menschen ermordet wurden, sowie der anschliessenden blutigen Repression der Proteste in der Westsahara-Hauptstadt El Aaiún durch die Besatzungsmacht mehren sich international die Proteste. In Spanien gingen am Montagabend zahlreiche Menschen gegen die brutale Repression auf die Straße. Der Vertreter der Befreiungsfront Polisario in Spanien, Bucharaya Beyun, nannte den Angriff der Besatzungsmacht eine »Kriegserklärung« und eine »einseitige Aufkündigung des Waffenstillstands« durch Rabat. Auch der Botschafter der Westsahara in Kuba, Hamadi Sidahamed, warnte, sein Land sei »bereit zum Krieg wie zum Frieden«. Er persönlich bevorzuge den Krieg, wenn sich die Lage weiter zuspitze, so Sidahamed gegenüber der Nachrichtenagentur Prensa Latina. Die sahrauischen Demonstranten fordern von Marokko das Ende der systematischen Diskriminierung. So dürften nur Marokkaner Häuser, Geschäfte und Werkstätten besitzen, die diese dann mit hohen Mieten an die sahrauische Bevölkerung weitergeben. Auch im Ausbildungssektor und in der öffentlichen Verwaltung werden Sahrauis seit Jahrzehnten benachteiligt.

Tiago VieiraDer Vorsitzenden des Weltbundes der Demokratischen Jugend (WBDJ) und Koordinator des Internationalen Organisationskomitees für die 17. Weltfestspiele der Jugend und Studenten im Dezember in Südafrika, Tiago Vieira, ist am vergangenen Wochenende von den marokkanischen Behörden verhaftet und ohne Begründung ausgewiesen worden. Auf Einladung des saharauischen Jugendverbandes UJSARIO hatte Vieira Laayoune in der marokkanisch besetzten Westsahara besuchen wollen, um sich selbst ein Bild über das brutale Vorgehen der Besatzungsmacht gegen die saharauische Bevölkerung zu machen. Vor wenigen Tagen war dort ein 14jähriger Junge von marokkanischen Soldaten erschossen worden, als in einem Konvoi Lebensmittel zu Landsleuten bringen wollte, die derzeit aus Protest gegen die Repression in einem Zeltlager wohnen, das von den Besatzungstruppen belagert wird. 

Ermordet von den marokkanischen BesatzernMarokkanische Soldaten haben am Sonntag in der besetzten Westsahara einen 14 Jahre alten Jungen erschossen und sieben weitere Menschen verletzt. Die Opfer gehörten zu einer Gruppe von Saharauis, die sich einem Protestcamp anschließen wollten, mit dem bis zu 20 000 Menschen seit mehr als zwei Wochen gegen die erbärmlichen Lebensbedingungen protestieren, denen sie in ihrer Heimatstadt El Aaiún ausgesetzt sind. Ein Kontrollposten der marokkanischen Armee hielt die Gruppe auf und verweigerte ihnen die Weiterfahrt. Als die Saharauis ihre Fahrt dennoch fortsetzen wollten, eröffneten die Soldaten das Feuer.

Protest in SüdafrikaDie Armen in Südafrika profitieren nicht von der Weltmeisterschaft. Oft wurden Sie sogar aus den Spielorten vertrieben, um die glanzvolle Berichterstattung nicht zu stören. Dass durch die völlig kommerzialisierten Großereignisse im Sport die ohnehin schon Ausgegrenzten noch weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, sei nicht akzeptabel, erklärt deshalb der stellvertretende Landesvorsitzende der NaturFreunde Berlin und Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde  Deutschlands, Uwe Hiksch. Denn der Sport müsse den Menschen dienen und dürfe sich nicht den Interessen von Großsponsoren und Profiteuren unterordnen.

Sevim Dagdelen»Es ist leider nicht neu, dass die Bundesregierung das Völkerrecht für außerordentlich elastisch hält, wenn es um wirtschaftliche Interessen geht. Mit ihrem Agieren hat sie dazu beigetragen, dass die UNO-Mission in der Westsahra faktisch keinen Sinn macht. Die Überwachung der Einhaltung der Menschenrechte durch die MINURSO ist wirtschaftlichen und geopolitischen Überlegungen geopfert worden«, erklärt Sevim Dagdelen, Sprecherin für Internationale Beziehungen der Fraktion DIE LINKE und Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestages anlässlich der Antwort der Bundesregierung auf ihre Kleine Anfrage.

Erstes internationales Vorbereitungstreffen für die 17. WeltfestspieleZum ersten internationalen Vorbereitungstreffen für die 17. Weltfestspiele der Jugend und Studierenden, die vom 13. bis 21. Dezember 2010 in Südafrika stattfinden werden, sind in der venezolanischen Hauptstadt Caracas am Wochenende rund 100 Vertreter aus 22 Ländern zusammengekommen. Im Rahmen des Treffens übergab Venezuelas Vizepräsident Elías Jaua als Vertreter des Gastgeberlandes der 16. Weltfestspiele 2005 die Festivalfahne an die südafrikanische Delegation. Dabei rief Jaua die Jugend der Welt auf, sich auf den Weltfestspielen »ohne jede Furcht, aber voller Stolz« für den Sozialismus einzusetzen, »denn die Banner des Sozialismus bedeuten geraden den Kampf für eine bessere Welt und den Sieg der Menschheit über die Barbarei«.

Im Gespräch mit der kubanischen Tageszeitung Juventud Rebelde hat der internationale Sekretär der ANC-Jugendliga, Abner Mosaase, die wichtigsten Ziele der 17. Weltfestspiele der Jugend und Studierenden hervorgehoben. Zu den wichtigsten Forderungen der internationalen Jugendbewegung, für die das Festival eine Tribüne sein werde, gehöre die Forderung nach der Befreiung der Westsahara, der letzten Kolonie des afrikanischen Kontinents. Die Demokratische Arabische Republik Sahara ist seit 1975 vom Nachbarland Marokko besetzt, nachdem es zuvor spanische Kolonie gewesen war. Weitere Forderungen seien eine schnelle Lösung der Darfur-Krise im Westen des Sudan sowie ein Ende der US-Blockade gegen Cuba.

Weltbund der Demokratischen JugendWeltbund der Demokratischen JugendDie 17. Weltfestspiele der Jugend und StudentInnen finden vom 13. bis 21. Dezember 2010 in Johannesburg und Soweto statt. Das kündigte der Generalsekretär des Weltbundes der Demokratischen Jugend (WBDJ), Jesús Mora, bei einer Pressekonferenz in der angolanischen Hauptstadt Luanda mit. Südafrika werde ein würdiger Austragungsort sein, denn es sei das Symbol des langen Kampfes gegen die Apartheid und jede Form sozialer Diskriminierung.

Die SDAJ bei den Weltfestspielen 2005 in VenezuelaDie SDAJ bei den Weltfestspielen 2005 in VenezuelaZum ersten Mal in der bewegten Geschichte der Weltfestspiele der Jugend und Studierenden wird ein Festival im südlichen Afrika stattfinden. Der Bundesvorstand der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) begrüßt diese Entscheidung des Weltbundes der Demokratischen Jugend.  »Südafrika ist das Land des Kampfes gegen die Apartheid. Es ist Teil eines Kontinents, der seit jeher durch den Imperialismus ausgebeutet wurde. Dieses Festival ist deshalb eine würdige Fortsetzung der antiimperialistischen Weltfestspielbewegung«, so Björn Schmidt, Bundesvorsitzender der SDAJ.

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